31.07.2018

HPV-Impfung: Für Jungs

von Kirsten Bechtold

Die STIKO hat am 5. Juni 2018 beschlossen, die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) nun auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren zu empfehlen. Zu einer Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren geraten.

© Africa Studio / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

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Die Empfehlung wurde am 28. Juni im Epidemiologischen Bulletin 26/2018 veröffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) drei Monate Zeit, die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen, welche die Kostenübernahme von Impfungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung regelt. Diese wird nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Urologie erwartet, da der G-BA üblicherweise den Empfehlungen der STIKO folgt. Die HPV-Impfempfehlung für Mädchen bleibt unverändert.

Hintergrund

Infektionen mit humanen Papillomviren treten weltweit auf und gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Die meisten dieser Viren sind laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum relativ harmlos und führen zu Zellveränderungen wie etwa Warzen. Unter bestimmten Umständen können manche Typen aber Krebs auslösen, zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs. Genitale HPV-Typen können zudem auch Vulva, Scheide, Penis oder After sowie Schleimhäute im Mund, Rachen und Kehlkopf infizieren und dort Krebs hervorrufen.

Seit einigen Jahren gibt es Impfstoffe gegen die wichtigsten Hochrisiko-HPV-Typen. Seit 2007 empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren. Spätestens bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag sollen versäumte Impfungen nachgeholt werden. Die vollständige Impfserie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. So soll das Risiko der Mädchen für Gebärmutterhalskrebs verringert werden.

Bei Beginn der Impfserie im Alter von neun bis 14 Jahren ist aktuell ein 2-Dosen-Impfschema mit einem Impfabstand von fünf Monaten zugelassen. Bei Nachholimpfungen im Alter von über 14 Jahren oder bei einem Impfabstand von weniger als fünf Monaten zwischen der ersten und zweiten Dosis ist eine dritte Impfstoffdosis erforderlich.


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