30.05.2019

kurz & bündig: Beratung zu Hautpflege im Sommer

von Stefanie Fastnacht

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Basismaßnahmen


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Hohe Temperaturen kurbeln im Sommer die Schweiß- und Talgproduktion an, sodass die Haut besser mit Fett und Feuchtigkeit versorgt ist als im Winter. In Sachen Pflege bedeutet dies, dass Dermokosmetika verschlankt werden können, also weniger Lipide enthalten sollten als in der kalten Jahreszeit. Denn ein Zuviel an Lipiden begünstigt Glanz und Hautunreinheiten. Bei der Pflege im Sommer wichtig ist außerdem der Schutz vor UV-Strahlen. Tagescremes enthalten oft bereits UV-Filter. Sie verfügen meist über einen Lichtschutzfaktor (LSF) von 20 bis 30. Je nach Hauttyp, Aufenthaltsort und Freizeitaktivität reicht das aber nicht aus, und es müssen Lichtschutzmittel mit höherem LSF angewendet werden. Bei der Abschätzung, welcher LSF nötig ist, hilft der UV-Index (UVI). Er ist ein international normiertes Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung. Je höher der UVI ist, desto schneller kann ungeschützte Haut einen Sonnenbrand bekommen. Der UVI kann auf der Homepage des Bundesamts für Strahlenschutz (www.bfs.de/uv-prognose) abgerufen werden.

Sonnenallergie vorbeugen


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Unter dem Begriff Sonnenallergie werden Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auf UV-B- und insbesondere UV-A-Strahlen zusammengefasst. Die häufigste Variante ist die Polymorphe Lichtdermatose (PLD). Sie trifft vor allem Frauen und Menschen mit sehr hellem Hauttyp. Eine PLD äußert sich mit Rötungen, Bläschenbildung und Juckreiz auf sonnenexponierten Hautarealen. Sie tritt auf, wenn sonnenentwöhnte Haut erstmals länger UV-Strahlung ausgesetzt ist. Raten Sie Betroffenen, sich im Frühjahr oder im Urlaub schrittweise an die Sonne zu gewöhnen. Vorbeugend wirken zudem Lichtschutzmittel mit hohem bis sehr hohem LSF und einer guten Schutzleistung auch im UV-A-Bereich (auf UV-A-Symbol achten!). Zu bevorzugen sind dabei Formulierungen in Gelform, ohne Fette und Emulgatoren. Ungefähr vier bis sechs Wochen vor Urlaubsbeginn können prophylaktisch antioxidativ wirksame Mikronährstoffe wie Betacarotin (50 – 200 mg/d, Vorsicht Raucher!) eingenommen werden. Calcium (500 – 1500 mg/d) ein bis zwei Wochen vor und während des Urlaubs supplementiert, soll ebenfalls vorbeugen.

Selbstbräuner


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Menschen, die gebräunt in die Sommersonnensaison starten wollen, können Sie selbstbräunende Cremes und Lotionen empfehlen. Diese enthalten als Wirkstoffe meistens Dihydroxyaceton (DHA) und Erythrulose. Beide reagieren in einer Maillard-Reaktion mit freien Aminosäuren, Aminen und Peptiden in der Hornschicht der Haut (Stratum corneum). Dabei entstehen als Melanoide bezeichnete Polymere, die die Haut etwa drei bis fünf Stunden nach dem Auftragen gelb bis braun tönen. Um ein gleichmäßiges Braun zu erzielen, sollte die Haut vor der Anwendung mittels Peeling oder einem Luffahandschuh von lockeren Schuppen auf der Oberfläche befreit werden. Mit Selbstbräuner-Applikationshandschuhen lassen sich die Formulierungen dann gut verteilen. Auch schützen die Handschuhe die Handinnenflächen und Nägel vor Verfärbungen. Erinnern Sie Anwender immer daran, dass das Tubenbraun die Haut nicht vor Sonne schützt und kein Ersatz für Lichtschutz ist.

Haare


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Wird das Haar der Sonne ungeschützt ausgesetzt, bleicht es aus und wird trocken. Wind und Wasser strapazieren es zusätzlich. Wer Bad Hair Days vermeiden will, sollte vorbeugen. Am besten durch den Gang zum Friseur, bei dem geschädigte Spitzen gekappt werden. Das erleichtert die Pflege, und die Sommerfrisur sitzt besser. Um die Haare vor Strukturschäden und Ausbleichen zu bewahren, sollte immer eine Kopfbedeckung griffbereit sein. Auch Farbschutzsprays mit UV-Filtern verhindern das Ausbleichen. Nach dem Baden gehören die Haare mit klarem Wasser, spätestens am Abend aber mit milden Shampoos von Salz und Chlor befreit. Auf den Haarzustand abgestimmte Haarkuren mit Ölen, Wachsen, Proteinen oder Seidenextrakten glätten geschädigte Haarstellen. Spitzenfluids mit Pflanzen- oder Silikonölen schützen die Haarenden.

Pflegeextras


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Nach dem Tag im Freibad oder am Meer gehört die Haut unter der lauwarmen Dusche von Sonnencremeresten und Schweißrückständen befreit. Da Sonnenbäder, aber auch das Schwimmen in Chlor- und Salzwasser der Haut Feuchtigkeit entziehen, sollte anschließend zum Beispiel ein Schaumspray mit reizlinderndem und feuchtigkeitsspendendem Dexpanthenol oder eine feuchtigkeitsspendende Körperlotion aufgetragen werden. Empfehlen Sie Menschen, die unter einer Polymorphen Lichtdermatose leiden, auch bei der Après-Pflege möglichst nur Pflegeprodukte zu verwenden, die weder Fette noch Emulgatoren enthalten. Angenehm bei gestresster und irritierter Haut sind darüber hinaus Thermalwassersprays. Sie lindern Rötungen bei einem Sonnenbrand und besänftigen Juckreiz. Besonders gut wirken sie, wenn zunächst einige Sprühstöße auf der Haut verteilt werden. Dann eine Vliesstoffmaske mit dem Wasser tränken, auf die Haut legen und 15 Minuten einwirken lassen.


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