31.12.2017

kurz & bündig: Immunstärkung

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von Kirsten Bechtold


Der Hintergrund 


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Ein intaktes Immunsystem ist wichtig, damit Krankheitserreger erkannt und beseitigt werden. Funktionell gliedert sich die körpereigene Abwehr in zwei Teile: das unspezifische (angeborene) Immunsystem und das spezifische (erworbene) Immunsystem. Ersteres ist in der Lage, Erreger (z. B. Bakterien) sehr schnell unschädlich zu machen. Zelluläre Komponenten sind Makrophagen, natürliche Killerzellen und Mastzellen. Mit etwas Glück lassen sich so Infektionen vermeiden oder zumindest die Ausbreitung der Krankheitserreger eindämmen. Funktioniert das nicht, greift das spezifische Immunsystem ein. Es ermöglicht, gezielt gegen bestimmte Erreger vorzugehen. Seine Zellen sind die Lymphozyten. Neben der Bildung von spezifischen Antikörpern (Immunglobulinen) beziehungsweise Helfer- und Killerzellen können die Immunzellen des spezifischen Immunsystems Gedächtniszellen bilden. Damit können sie noch Jahre nach einer überstandenen Infektion den auslösenden Fremdkörper erkennen und die passende Abwehrreaktion beschleunigen.

Was schwächt das Immunsystem?


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Verschiedene Einflüsse schwächen das Immunsystem das ganze Jahr über, zum Beispiel eine unausgewogene Ernährungsweise, Stress oder andauernder Schlafmangel sowie Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder HIV. In der kalten Jahreszeit kommt erschwerend hinzu, dass Minusgrade und Zugluft den Körper auskühlen, das Immunsystem jedoch eine Körpertemperatur um die 37 Grad Celsius braucht, um effektiv arbeiten zu können. Friert der Mensch, sorgt das für eine Minderdurchblutung der äußeren Gewebeschichten. Da das Gewebe in den Füßen über Nervenbahnen mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden ist, lassen kalte Füße auch dort die Temperatur sinken. Zusätzlich sorgt Heizungsluft in den Innenräumen dafür, dass die Nasenschleimhaut austrocknet. Diese Umstände erleichtern Schnupfenviren den Eintritt in den Körper. Die Schleimhautbarriere ist in ihrer Funktion gestört, durch die schlechtere Durchblutung gelangen weniger körpereigene Abwehrzellen zur Eintrittsstelle, um die Viren gleich zu Beginn abzufangen.

Immunstärkendes 


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Mehrmals tägliches Händewaschen vermindert die Keimbelastung und hat daher einen präventiven Effekt. Entscheidend für ein starkes Immunsystem sind unter anderem ein regelmäßiger Schlafrhythmus sowie eine individuelle Schlafdauer zwischen sechs und neun Stunden pro Tag. Als immunstärkend erwiesen sich auch Bewegung an der frischen Luft sowie regelmäßige Saunagänge und kaltes Abbrausen nach dem morgendlichen Duschen. Wer zudem viel Obst und Gemüse verzehrt und ausreichend trinkt, nimmt viele für das Immunsystem wichtige Nährstoffe auf und sorgt für eine bessere Durchblutung der Gewebe. In der Homöopathie bewährt haben sich unter andrem der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) oder Ferrum phosphoricum – als Monosubstanzen oder auch in Kombinationen.

Pflanzliches


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Zur Immunstimulation angeboten werden verschiedene pflanzliche Mittel, die zum Beispiel Extrakte aus dem Sonnenhut, dem Ginseng oder der Taigawurzel enthalten. Die Studienlage ist hierzu nicht eindeutig. Werden Echinacea-Produkte gleich zu Beginn eines grippalen Infekts eingenommen, begrenzen sie möglicherweise dessen Dauer und Schwere. Ginsengextrakt ist dazu anscheinend ebenfalls in der Lage und kann eventuell auch einen Krankheitsausbruch verhindern. Diese Erkenntnisse basieren auf Tierversuchen und Untersuchungen mit menschlichem Zellgewebe. Für den Extrakt der Taigawurzel (auch Sibirischer Ginseng genannt) zeigen verschiedene Studien, dass er unter anderem die Fressaktivität von Immunzellen erhöht und die Vermehrung von Lymphozyten angeregt wird. Klinisch konnte die Zunahme von Abwehrzellen bestätigt werden.

Vitamine und Mineralstoffe


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Zur Unterstützung des Immunsystems bieten Hersteller oftmals Kombinationen aus verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen an. In manchen Produkten finden sich zusätzlich verschiedene (sekundäre) Pflanzenstoffe. Fast immer enthalten sind Zink, Vitamin C und D. Zink wird eine infektverringernde Wirkung zugeschrieben. Und wie aktuell berichtet, scheint der Mineralstoff auch tatsächlich die Erkrankungsdauer verringern zu können. Voraussetzung ist jedoch, dass er maximal 24 Stunden nach Auftreten der ersten Erkältungssymptome eingenommen wird. Personen, die einer hohen physischen oder psychischen Belastung ausgesetzt sind, können sich mit der Einnahme von Vitamin C (>200 mg/d) offenbar vor einer Erkältung schützen. Vitamin D ist für das Immunsystem eine wichtige Komponente. Ob eine Supplementierung jedoch tatsächlich vorbeugen kann, ist noch nicht eindeutig geklärt.


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