31.08.2019

Serie Homöopathie kinderleicht: Aggressionen

von Sylvia Dauborn und Petra Schicketanz

Aggressionen-- Die Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen verlaufen nicht immer glatt. Spätestens in der Pubertät kann es dann zu Krisen kommen, bei denen aggressive Ausbrüche an der Tagesordnung sind.

© Getty Images (Symbolbild mit Fotomodell)

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Aggression und Gewalt sind Themen, die das menschliche Miteinander belasten. Bereits beim Baby sind aggressive Impulse vorhanden, die dazu dienen, sich mit der Außenwelt auseinanderzusetzen. Das Kind spürt dabei nicht nur physikalische Gesetzmäßigkeiten („das tut weh“), sondern erfährt letztendlich auch, wo die eigene Persönlichkeit beginnt. Dabei lernt es, mit Widerständen und Frustration umzugehen. Im Verlauf des Heranwachsens erlernt es zudem die Möglichkeiten der Selbstkontrolle. Alle diese Prozesse finden nicht gleichmäßig statt, sondern entwickeln sich schubweise, was Eltern als Schreiphasen des Babys, Trotzalter des Kleinkindes und spätestens anhand eines ausufernden Verhaltens in der Pubertät wahrnehmen. Das kann häufig eine echte Belastungsprobe darstellen.

Psychologen verstehen Aggression als Verhalten und grenzen es von aggressiven Affekten wie Ärger, Hass oder Wut ab, die den Gefühlen zugerechnet werden. Eine Aggression zielt absichtlich darauf ab, andere zu schädigen und ihnen wehzutun. Häufig ist sie die Reaktion auf eine empfundene Provokation, egal, ob diese unter objektiver Betrachtung Bestand hat. Sie kann sich auf vielfältige Weise äußern, zum Beispiel als Verbalangriff, Mobbing, Diebstahl oder körperliche Gewalt. Therapiebedürftig ist ein solches Verhalten üblicherweise erst, wenn Aggressionen häufiger auftreten als bei anderen Kindern und dabei emotionale oder physische Schäden bei anderen verursacht werden.

Hinter aggressivem Verhalten stecken häufig Ängste, Unsicherheit oder egoistische Bedürfnisse, die mit Gewalt durchgesetzt werden sollen. Mangelt es generell an Impulskontrolle, entwickelt sich leicht ein Teufelskreis, bei dem das Kind aufgrund seines Verhaltens als Störelement empfunden wird und bei anderen Ablehnung und Aggressionen provoziert.

In der Praxis

Bereits in Kindergarten und Schule, aber auch in therapeutischen Einrichtungen, können Kinder Konfliktlösungsstrategien erlernen und beispielsweise an einem Deeskalationstraining teilnehmen. Neben diesen vielfältigen Angeboten kann begleitend versucht werden, mit Hilfe homöopathischer Mittel das aufgewühlte Gefühlsleben der Heranwachsenden zu besänftigen. Die nachfolgenden Mittel werden als Globuli in der Potenz D6 dreimal täglich (in Akutfällen auch stündlich bis zu 6 x tgl.) verabreicht. Dazu werden zehn Streukügelchen in Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken.

Hyoscyamus niger

Das Schwarze Bilsenkraut gehört zu den Nachtschattengewächsen, die wegen ihrer Rauschwirkung in Hexensalben verwendet wurden. In homöopathischer Zubereitung hilft es Kindern mit einem ausgesprochenen Hang zur Selbstdarstellung, die immer im Mittelpunkt stehen wollen. Meist sind sie unruhig, zappelig und neigen zu Schlafstörungen. Sie wollen immer mit dabei sein, hinterfragen alles und besitzen ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis. Zudem neigen sie zu Neid und Eifersucht.

Stramonium

Der Stechapfel, Datura stramonium, gehört in dieselbe Pflanzenkategorie wie das Schwarze Bilsenkraut und ist das „gewalttätigste Mittel“ in der Homöopathie. Es wird eingesetzt bei kindlichem Autismus, manischen Symptomen, gesteigerter Unruhe, Hyperaktivität, Furcht vor Dunkelheit, blinder Zerstörungswut und Aggressivität. Typisch ist eine Eskalation der aufgestauten Wut, die sich in Form von Gewalttätigkeit Bahn bricht und sich gegen Mitmenschen, Tiere und Gegenstände richtet.

Lycopodium

Die Sporen des Keulenbärlapps, Lycopodium clavatum, dienen homöopathisch bei Mangel an Selbstvertrauen, Lese- und Rechtschreibschwäche sowie frühreifen und schwächlichen Kindern, die falsche Worte wählen und beim Buchstabieren Fehler machen. Die Kinder haben Angst, alleine zu sein, und reagieren bereits heftig auf kleinere Anlässe mit Zornesausbrüchen. Babys runzeln bei einem solchen Wutanfall die Stirn. Das lebhafte Temperament der intelligenten Kinder schlägt schnell in einen cholerischen Anfall um. Widerspruch reizt sie zu explosionsartigen Ausbrüchen.

Nux vomica

Die Brechnuss ist das typische Mittel bei Zivilisationsproblemen. Falsche Ernährung, zu wenig frische Luft, Kälteintoleranz und eine Überempfindlichkeit gegenüber Sinneseindrücken aller Art prägen das Erscheinungsbild der nervösen, jähzornigen und zum Teil auch bösartigen Kinder. Sie sind ungeduldig, leiden unter Konkurrenzdenken, was mit Stress und Überforderung verbunden ist und leicht zu Ausrastern führt.

Apothekerin Petra Schicketanz hat wie Sylvia Dauborn eine Heilpraktikerausbildung. Ihre Empfehlungen bereichern Ihr Beratungsgespräch.


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