31.12.2017 - Zum Beratungsthema: Winterhaut

Trockene Haut: Winterzeit – Pflegezeit

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von Stefanie Fastnacht

Kosmetik aus der Apotheke? Gut, aber vom Preis-Leistungsverhältnis mittelmässig, so die ansicht vieler Menschen. Nutzen Sie die pflegeintensive Winterzeit, um Kunden in Sachen Dermokosmetik zu überzeugen.

Wie eine Studie der Hochschule Pforzheim im Auftrag von Nuxe zeigt, bietet der kosmetische Bereich in Apotheken viel Potenzial. Allerdings müssen PTA und Apotheker sich dessen auch bewusst sein. Denn von selbst verkaufen sich die Cremes, Salben und Lotionen nicht. Insbesondere, weil Apotheken als teuer gelten.

Vorurteile abbauen

So verwundert es nicht, dass knapp 80 Prozent der Studienteilnehmerinnen angaben, Apothekenkosmetik sei teuer. Und das, obwohl viele Marken aus der Parfümerie oft wesentlich mehr kosten. Für mehr Transparenz sorgen deutlich sichtbare und in Euro angegebene Preise an den Produkten, so der Rat der Studienautoren. Fehlen Preisetiketten, empfinden viele Kunden dies als Kaufbarriere: Anstatt aktiv den Preis zu erfragen, verzichten sie lieber ganz auf das Produkt.

Neben Preistransparenz regt der Studie zufolge die Gestaltung der Apotheke zum Kauf an. Kosmetika setzen sich besser um, wenn die Ausstellungsfläche zwar großzügig, aber strukturiert aufgebaut ist und die Tuben und Tiegel gut präsentiert werden.

Neben einer entsprechenden Schaufensterdekoration wünschen sich Kosmetikinteressierte darüber hinaus Produktproben. Und: Wer vor dem Kosmetikregal steht, will sich in aller Regel selbst einen Überblick verschaffen. Erst dann wünscht er sich fachlichen Rat.

Hier ist also einmal mehr das Fingerspitzengefühl von PTA oder Apotheker gefragt, wenn sie aktiv auf den Kunden zuzugehen. Detailliertere Informationen zur Kosmetikstudie finden Sie übrigens auf der Homepage von DAS PTA MAGAZIN unter www.das-pta-magazin.de/kosmetik.

Gut geschmiert

Kälte und trockene Heizungsluft setzen der Haut an Körper und Gesicht ordentlich zu. Ab einer Temperatur von etwa acht Grad Celsius kommt die Talgproduktion praktisch zum Erliegen. Fehlen schützende Lipide, verliert die Haut Feuchtigkeit. Die Folgen kennt jeder: Trockenheit und Rötungen. Pflege in der kalten Jahreszeit zielt also darauf ab, den Fett- und Feuchtigkeitsmangel der Haut auszugleichen und die Hautbarriere zu stärken. In Kombination mit den oben vorgestellten Marketing-Aspekten können Beratung und Verkauf dann tatsächlich wie geschmiert laufen.

Reinigen

Bei nasskaltem Wetter bleibt jeder gern ein wenig länger unter der warmen Dusche oder taucht in der heißen Wanne ab. Am liebsten noch mit einer ordentlichen Portion duftenden Schaumbads. Raten Sie Kunden, die über trockene Haut klagen, auf ausgedehnte, heiße Badeeinheiten zu verzichten. Denn heißes Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit. In Kombination mit emulgatorreichen Schaumbädern auch noch Lipide. Hautfreundlicher für die Körperhaut sind pH-neutrale oder ölige Dusch- und Badezusätze mit rückfettender Wirkung (Vorsicht: Rutschgefahr!). Zum Reinigen der Gesichtshaut bieten sich Reinigungsmilch oder micellare Fluids an. Diese entfernen schonend Schmutz und Make-up. Alkoholfreie Tonics komplettieren die Reinigung.

Eincremen

Feine, netzförmige Schuppen auf der Hautoberfläche kennzeichnen leicht trockene Haut. Sehr trockene Haut zeigt neben Schuppen Risse und Rötungen. Oft juckt sie leicht. Austrocknungsekzeme wiederum gehen mit starken Rötungen, Schuppungen und intensivem Juckreiz einher.

Cremes (O/W-Emulsionen) und Salben (W/O-Emulsionen) ersetzen Lipide und stabilisieren die Hautbarriere. Gleichzeitig verringern sie durch ihre abdeckende Wirkung Wasserverluste und halten die oberste Hautschicht glatt und geschmeidig. Das eingearbeitete Wasser in den Formulierungen dient dabei nicht allein dem Befeuchten der Haut, sondern sorgt für ein angenehmeres Auftragen. Weshalb viele Menschen mit trockener Haut Cremes den Salben vorziehen. Zur Hydratisierung enthalten die Produkte zusätzlich feuchtigkeitsbindende Wirkstoffe, zum Beispiel Dexpanthenol, Harnstoff, Glycerin und Milchsäure.

Aus dem OTC-Sortiment*

Anwendungsgebiet

Produkt

Hauptwirkstoff(e)

Besonderheit

Körperreinigung

Roche-Posay Lipikar Syndet AP+ Reinigungs-Cremegel

Glycerol, Nicotinamid, Sheabutter, Thermalwasser

rückfettend, seifenfrei

Eucerin UreaRepair Original Waschfluid 5 %

Glycerol, Harnstoff, Milchsäure

mild reinigend, feuchtigkeitsspendend

Gesichtsreinigung

Dermasence Reinigungsmilch

Bisabolol, Glycerol, Tocopherolacetat

rückfettend, hautberuhigend, entfernt Augen-Make-up

Bioderma Hydrabio H2O 4 in 1 Mizellen-Reinigungslösung

Apfelextrakt, Glycerol, Nicotinamid

feuchtigkeitsspendend, entfernt Augen-Make-up

Körperpflege

Bepanthol Intensiv Körperlotion

Dexpanthenol, Glycerol, Paraffin

rückfettend, feuchtigkeitsspendend, stabilisiert die Hautschutzbarriere

Eucerin UreaRepair Plus Körpercreme 5 %

Ceramide, Urea,

spendet und bindet Feuchtigkeit, stabilisiert die Hautbarriere

Gesichtspflege

Avène Cold Cream Crème

Glycerolmonostearat, Thermalwasser, Wachs

für Säuglinge, Kinder, Erwachsene, rückfettend, schützt vor Kälte

A-Derma Exomega Control geschmeidigmachende Creme

Glycerin, Haferblätter/-stängel- Extrakt, Nicotinamid

ab Geburt anwendbar, lindert Irritationen, stabilisiert die Hautbarriere, mit sterilem Verschlusssystem

* ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Stand Lauer-Taxe 30.11.2017)

TIPP!

Raten Sie Kunden mit trockener Gesichtshaut, auf Reinigungsprodukte, die mit Wasser abgespült werden, zu. verzichten. Stattdessen empfehlen sich Milchen, da die. Haut danach weniger spannt und weniger Pflegecreme. nötig ist. Das wiederum spart Kosten.


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