28.02.2019

Anti-Aging: Schön faltenlos

von Stefanie Fastnacht

Apotheken bieten ein dermokosmetisches Sortiment, mit dem sie sich in nichts hinter Parfümerie und Drogerie zu verstecken brauchen. Lesen Sie, wie damit vorzeitiger Hautalterung, Hyperpigmentierungen und Falten begegnet werden kann.

© Getty Images/iStockphoto (Symbolbild mit Fotomodell)

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Die einstige Leinwandikone Brigitte Bardot hat einmal gesagt: „Ich bin stolz auf meine Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht“. Einen so entspannten Umgang mit den sich in die Haut eingrabenden Zeichen der Zeit kann oder will nicht jeder pflegen. Gerade im Social- Media-Zeitalter, wo auf Snapchat oder Instagram dem Betrachter ständig vermeintlich perfekte Körper und Gesichter mit einem makellosen Teint begegnen, wächst das Bedürfnis nach Optimierung. Ästhetisch arbeitenden Chirurgen stehen inzwischen die unterschiedlichsten Methoden zur Verfügung, um den Körper zu formen und die Hautstruktur zu verbessen. Wer sich nicht für die Schönheit unter das Messer legen mag, dem sei konsequente Hautpflege ans Herz gelegt. Und zwar am besten von klein auf und bevor die ersten Spuren der Hautalterung sichtbar werden.

Anti-Aging-Strategien

Das primäre (intrinsische) Altern ist abhängig von der genetischen Disposition und dem hormonellen Status und lässt sich wenig beeinflussen. Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, sind sekundäre (extrinsische) Alterungsprozesse wie vorzeitige Faltenbildung und Hyperpigmentierungen. Diese werden begünstigt durch UV-Strahlung und andere Umweltnoxen sowie den Lebensstil. Wer es schafft, auf Alkohol und Tabak zu verzichten, sich durch regelmäßige Sporteinheiten und ausgewogene Ernährung körperlich fit zu halten und überdies konsequent die Haut schützt, hat gute Aussichten, sekundäre Hautalterungsprozesse zu verlangsamen und länger glatt zu bleiben.

Lichtschutz

Gegenüber Ihren Kunden können Sie es gar nicht oft genug betonen: Lichtschutz ist ein Muss für alle, die vorzeitiger Faltenbildung und Pigmentflecken auf stark der Sonne ausgesetzten Hautarealen vorbeugen wollen. Ein weiteres Plus: Auch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken wird so gesenkt. Zum hautschonenden Umgang mit der Sonne gehört es, sich zu strahlungsintensiven Zeiten, zum Beispiel über Mittag, nicht im Freien aufzuhalten. Textile Lichtschutzmaßnahmen und das Auftragen von Sonnenschutzpräparaten mit UV-A- und UV-B-Filtern komplettieren das Programm.

Radikalfänger-- Unter dem Einfluss von UV-, aber auch sichtbarem und Infrarot-Licht entstehen in der Haut freie Radikale. Diese führen unter anderem zur Lipidoxidation und zu DNA-Strangbrüchen im Zellkern der Hautzellen. Zwar verfügt die Haut über eigene enzymatische Systeme, um Radikale unschädlich zu machen. Diese verlieren mit zunehmendem Alter aber an Effektivität. Um Lichtschäden zu minimieren, setzen viele Hersteller deshalb dermokosmetischen Formulierungen Antioxidanzien zum Neutralisieren der freien Radikale zu. Ein Klassiker unter den Antioxidanzien ist Vitamin E (Tocopherol), das auch konservierende Effekte hat. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ebenfalls ein starkes Antioxidans. Weil es bei Kontakt mit Sauerstoff schnell oxidiert, wurden für Sonnenschutzprodukte und Kosmetika stabilisierte Vitamin-C-Derivate entwickelt. Manche Firmen arbeiten auch mit pflanzlichen Radikalfängern, etwa dem Polyphenol Resveratrol oder polyphenolreichen Auszügen aus grünem Tee.

Schutz vor Feinstaub

In den letzten Jahren haben sich Erkenntnisse gemehrt, dass Feinstaub sehr gut auf der Hautoberfläche haftet. Das Problem dabei: Die Partikel binden toxische beziehungsweise kanzerogene Subs- tanzen aus der Umwelt an sich, die dann von der Oberfläche in tiefere Hautschichten einwandern. Es wird vermutet, dass die organischen Verbindungen dort Entzündungsprozesse in Gang setzen, kollagenabbauende Enzyme (Matrixmetalloproteinasen) stimulieren und durch Eingriff in die Melaninsynthese zu einer verstärkten Bildung von Pigmentmalen beitragen. Um die Belastung mit Umweltnoxen zu reduzieren, sollten Anti-Aging-Willige die Haut konsequent morgens und abends mit an den individuellen Hautzustand angepassten Pflegeprodukten reinigen. Unerlässlich ist es ferner, die Barrierefunktion der Haut durch regelmäßige Pflege mit Cremes und Lotionen zu stärken, die Lipide enthalten, die vom Aufbau den hauteigenen ähneln. So lassen sich Lücken im hauteigenen Lipidschutzfilm auffüllen, und die Haut wird vor dem Eindringen von Schadstoffen geschützt.

Dermokosmetika

Bei der Hautberatung in der Apotheke sollten Sie immer daran denken, dass die Wirkung von Anti-Aging-Cremes von den zugesetzten Anti-Aging-Substanzen, aber auch von der Grundlage, in die sie eingearbeitet sind, abhängt. Weshalb die GD Gesellschaft für Dermopharmazie in ihrer Leitlinie „Dermokosmetika gegen Hautalterung“ für Anti-Aging-Dermokosmetika einen entsprechenden Effektivitätsnachweis der Gesamtformulierung fordert.

Wirksamkeit belegt

Die GD-Leitlinie (www.gd-online.de) gibt PTA und Apothekern auch eine fundierte Grundlage für das Beratungsgespräch an die Hand. Denn darin werden Substanzen aufgelistet, deren Wirksamkeit auf die mit der Hautalterung einhergehenden Hautveränderungen wie Faltenzahl und -tiefe, Hyperpigmentierungen, Hautfeuchte sowie Elastizität wissenschaftlich nachgewiesen ist: Vitamin A, C, E, alpha-Liponsäure, bestimmte Peptide, niedermolekulare Hyaluronsäure und Niacinamid (Vitamin B3), Phytohormone wie Isoflavone, Cumestane und Lignane oder Bakuchiol aus der Babchipflanze. Zudem Ubichinon-10 (Coenzym Q10), Dexpanthenol, Resveratrol, verschiedene pflanzliche Polyphenole und Phytosterole.

Tipps aus dem PTA Beirat

Was sollten Anti-Aging-Willige bei der Hautpflege grundsätzlich beachten?

Konsequente Hautreinigung morgens und abends. Und zwar nicht nur mit Wasser, sondern mit an den individuellen Hautzustand angepasster Reinigungsmilch und Tonic. Damit entfernen Sie gründlich Make-up und Umweltschadstoffe von der Hautoberfläche.

Wie sieht es mit Sonnenschutz aus?

Der ist unerlässlich. Gerade Menschen, die zu Hyperpigmentierungen neigen, rate ich spätestens ab dem Frühjahr zu einer Tagescreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF 30). Das beugt dem Nachdunkeln von Pigmentflecken unter Lichteinfluss vor.

Sonst noch Tipps?

Ich bin Fan von Beautyshots mit Kollagenpeptiden, Antioxidanzien und Hyaluronsäure. Hier empfehle ich immer die Einnahme über mindestens drei Monate.

Lorena Denoville, PTA

Bewährte und neue Dermokosmetika

Zur Verfeinerung von reifer Haut und Fältchen werden Cremes mit einer Kombination aus Glycolsäure und Vitamin C angeboten. Diese wirken leicht exfolierend und verbessern die Hautstruktur. Bei regelmäßiger Anwendung stimulieren sie zudem die Kollagensynthese. Ab März wird es zudem verschiedene Seren mit zehn Prozent Vitamin C geben. Sie sollen für ein frischeres, ebenmäßigeres Hautbild sorgen.

Wichtig-- Da Fruchtsäuren/Vitamin C die Haut lichtempfindlicher machen, sollte immer auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden (LSF 30).

Neu gegen Hyperpigmentierungen, wie sie auch mit der Hautalterung einhergehen, ist zudem eine Pflegeserie mit Thiamidol als Basis. Der Wirkstoff greift in die Melaninsynthese ein und soll Studien zufolge bereits nach zwei Wochen regelmäßiger Anwendung Pigmentunregelmäßigkeiten verblassen lassen. Die Tagescreme der Linie mit hohem Lichtschutzfaktor schützt zusätzlich vor zukünftigen Hyperpigmentierungen, während die Nachtcreme mit Dexpan-thenol die Zellregeneration der Haut fördert. Intensiviert wird die Wirkung der Cremes durch ein Serum. Für die Generation 50 plus gibt es ebenfalls eine neu konzipierte Pflegelinie, die Zellalterung und damit verbundene Mikroentzündungen bekämpft. Dazu trägt antioxidativ wirksames und die Hyaluronsäuresynthese anregendes Vanille-Polyphenol bei. Sytenol ™ (Bakuchiol), ein Wirkstoff aus der Babchipflanze, stimuliert – wie Retinol, aber besser verträglich – Zellerneuerung und Kollagenproduktion. Glycoleol wiederum regeneriert die Hautbarriere. Die Linie umfasst fünf Produkte, wobei das Serum die höchste Konzentration an Anti-Aging-Stoffen enthält.

Aus dem Kosmetik-Sortiment*

Produktname

Hauptwirkstoffe

Hinweise

Dermasence® AHA Effects + C

Glycolsäure

Vitamin C

Harnstoff

Glycerin

Grünteeextrakt

Sonnenschutz beachten,

kann auf der Haut kribbeln

Avène Dermabsolu® Serum

Vanille-Polyphenol

Sytenol™ (Bakuchiol)

Glycoleol

ab 50 plus

morgens und/oder abends kreisförmig in die Haut massieren

Eucerin® Anti-Pigment Dual Serum

Thiamidol

kurz- und langkettige Hyaluron-säure

für alle Hauttypen

Sonnenschutz beachten mit Eucerin® Hyaluron-Filler-Produkten kombinierbar

Roche Posay Redermic Vitamin C

Vitamin C (10 %)

Salicylsäure

Neurosensine

auch für empfindliche Haut

Sonnenschutz beachten (neu ab 03/2019)

* beispielhafte Nennung ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Stand Lauer-Taxe: 07.02.2019)


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