24.03.2020

Antikörpertest auf SARS-CoV-2 entwickelt

(fast/ab) Wie viele Menschen sich mit dem neuen Coronavirus infiziert haben, ist unklar. Aufschluss könnten Antikörpertests geben. Einen solchen haben New Yorker Forscher nun entwickelt.

Hand mit Handschuh und Erlenmeyerkolben, aus dem etwas pipettiert wird.

© kwanchaift / stock.adobe.com

Das tatsächliche Ausmaß der aktuellen Coronapandemie ist schwer einzuschätzen. Experten vermuten, dass viele Infizierte ihre Erkrankung aufgrund fehlender Symptome gar nicht bemerken oder wegen der eher milden Symptome fälschlicherweise als Erkältung oder Allergie betrachten. Mit den derzeit eingesetzten PCR-Tests lässt sich zwar eine aktive Infektion nachweisen, nicht detektieren lassen sich aber Personen, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 bereits durchgemacht und Antikörper gebildet haben. Genau diese Personen könnte nun ein Antikörpertest erkennen – und damit eine Analyse ermöglichen, wie stark SARS-CoV-2 in der Bevölkerung verbreitet ist. Nur so lässt sich zudem eine konkrete Aussage zur Todesrate durch eine SARS-CoV-2-Infektion treffen. Entwickelt haben einen solchen Antikörpertest Forscher der Icahn School of Medicine Mount Sinai.

Der neue Test erkennt Antikörper, die gegen das Spike-Protein (S-Protein) von SARS-CoV-2 gerichtet sind. Mit dem S-Protein bindet das Virus an seine Zielzellen, es ist für eine Infektion also essenziell. Wie spezifisch der Test ist, haben die Wissenschaftler an vier Blutproben von drei COVID-19-Patienten überprüft. Als Kontrolle dienten 59 Serumproben von Patienten aus der Zeit vor der SARS-CoV-2-Pandemie, die zum Teil mit anderen Viren wie Hanta- oder Denguevirus oder dem humanen Coronavirus NL63 infiziert waren. Nur bei den COVID-19-Patienten zeigte der Test ein positives Ergebnis. Selbst bei NL63 verlief der Test negativ, obwohl das Coronavirus denselben Rezeptor wie SARS-CoV-2 nutzt, um seine Zielzelle zu infizieren: ACE2.

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Dass die beiden Coronaviren NL63 und SARS-CoV-2 augenscheinlich durch unterschiedliche Antikörper neutralisiert werden, sei ein gutes Zeichen, sagt Studienautor Professor Florian Krammer in einem Science-Bericht aus Anlass der Publikation. Denn bei einigen Virusinfektionen wie etwa Dengue könne es bei Zweitinfektion mit einem anderen Viren-Subtyp zu schweren Verläufen kommen, da bereits vorhandene Antikörper eine Überreaktion, ein „antibody-dependent enhancement“ (ADE), auslösen können. Dies sei bei SARS-CoV-2 eher unwahrscheinlich. Krammer berichtete, er und seine Kollegen setzten den Test bereits an ihrer New Yorker Klinik ein, um herauszufinden, wann im Krankheitsverlauf COVID-19-Patienten Antikörper gegen SARS-CoV-2 bilden.

Quelle: Ärzte Zeitung


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