Darmkrebs: Neuer Therapieansatz entdeckt

(kib) Der Granatapfel könnte in Zukunft eine wichtige Rolle in der Therapie von Darmkrebs spielen. In einem präklinischen Modell und an menschlichen Immunzellen gelang Forschenden der Nachweis, dass eines seiner Stoffwechselprodukte die natürliche Abwehr gegen Krebs nachhaltig verbessert.

08.11.2022

Fruchtfleisch des Granatapfels
© Foto: Tim UR / stock.adobe.com
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Das besondere an den Ergebnissen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Georg-Speyer-Haus in Frankfurt und der Goethe-Universität Frankfurt ist: Nicht die Tumorzelle, sondern das Immunsystem, die natürliche Abwehr gegen Krebs, steht im Vordergrund.

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Hoffnungen ruhen auf Urolithin A

Das Stoffwechselprodukt, um das es geht, heißt Urolithin A. Es löst in T-Zellen den Abbau ihrer „Kraftwerke“, der Mitochondrien, aus – ein Mitophagie genannter Prozess. Gealterte und geschädigte Mitochondrien in den T-Zellen werden hierdurch entfernt und durch neue, funktionsfähige ersetzt. Dies verändert das genetische Programm der T-Zellen, die dadurch den Tumor besser bekämpfen.

Die therapeutischen Möglichkeiten von Urolithin A haben die Forschenden auf zwei Wegen beweisen können: Zum einen kann Urolithin A im präklinischen Modell als Lebensmittel genutzt werden, was das Tumorwachstum einschränkt und sogar synergistisch mit bestehenden Medikamenten wirkt. Auf der anderen Seite können aber auch menschliche T-Zellen im Labor mit Urolithin A „verjüngt“ werden, woraufhin T-Gedächtnisstammzellen hergestellt werden können.

Die Forschenden hoffen, mit ihren Erkenntnissen die Therapie von Darmkrebs, aber auch anderer Krebserkrankungen nachhaltig verbessern zu können. Nun soll die Anwendung von Urolithin A in nächsten Schritten zur Therapie von Personen mit Darmkrebs im Rahmen von klinischen Studien untersucht werden.

Quelle: IDW

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