01.04.2018

Formulare: T-Rezept

von Stefanie Fastnacht

T-Rezepte sind Bestandteil eines EU-Sicherheitskonzeptes für thalidomid-, pomalidomid- und lenalidomidhaltige Medikamente. Das Konzept ist der Contergan-Katastrophe in den 1960er-Jahren geschuldet. Alle drei Substanzen wirken fruchtschädigend bzw. teratogen und dürfen heute nur unter strengen Sicherheitsauflagen verordnet werden.

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Das zweiteilige T-Rezeptformular ist dem aktuellen Arzneiverordnungsblatt Muster 16 angepasst und wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegeben. Beide Teile werden in der Apotheke vorgelegt, wobei Teil I zur Verrechnung dient. Zur Abrechnung der T-Rezeptgebühr ist die Sonder-PZN 06460688 aufzudrucken. Teil II muss, mit einem Apothekenstempel auf der Rückseite versehen, wöchentlich an das BfArM übermittelt werden. Erwerb und Abgabe sind nach § 17 (6b) ApBetrO zu dokumentieren.

Checkliste T-Rezept

1 = Gültigkeit sieben Tage (Ausstellungsdatum + 6 d)
2 = PZN 06460688 für die T-Rezeptgebühr aufdrucken
3 = Arztstempel, mit Name, Vorname, Berufsbezeichnung, Anschrift, Telefonnummer und Unterschrift
4 = individuelle T-Rezeptnummer des Verschreibers im T-Register
5 = Drei Kreuze bestätigen das Einhalten von Sicherheitsmaßnah- men/Übergabe von Patienteninformation sowie, ob die Therapie Off- oder In-Label erfolgt.
6 = Verordnungsfeld für Arzneimittel

T-Rezepte haben eine Gültigkeit von sieben Tagen (Ausstellungsdatum + 6 d). Auf ihnen dürfen Ärzte, aber nicht Zahn- und Tierärzte, maximal ein Arzneimittel mit den Wirkstoffen Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid verordnen. Frauen im gebärfähigen Alter können pro Rezept Medikamente nur für einen Bedarf von maximal vier Wochen verschrieben bekommen, andere Patienten für maximal zwölf Wochen. Es ist ratsam, alle Änderungen und Ergänzungen am Rezept, insbesondere, was die Bestätigung der Sicherheitsmaßnahmen/Informationspflicht anbelangt, nur vom Arzt vornehmen zu lassen.


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