31.10.2019

Frühstücksei: Riskant oder nicht?

Die Bedeutung des Nahrungscholesterins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist in den letzten Jahren herabgestuft worden. Möglicherweise zu Unrecht, wie eine neue Analyse prospektiver Studien nahelegt.

© Maxim Khytra / stock.adobe.com

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Ärzte von der Northwestern University in Chicago werteten die Daten von fast 30 000 Teilnehmern aus sechs prospektiven Kohorten aus. Während der Beobachtungszeit von median 17 Jahren kam es zu 5400 kardiovaskulären Ereignissen (CVD, cardiovascular disease) und 6132 Todesfällen. Pro 300 Milligramm Cholesterin, die am Tag zusätzlich zugeführt wurden, erhöhte sich das CVD-Risiko relativ um 17 Prozent (absolut 3,2  %), das Sterberisiko stieg um 18 Prozent (absolut 4,4  %).

Wichtig-- Über relative Risiken wird oft berichtet. Ohne den Kontext des absoluten Risiko (oder Basisrisiko) ist eine solche Information jedoch sinnlos. Denn die absoluten Zahlen sind notwendig, um das Ausmaß des relativen Risikos einzuschätzen. Sie geben die Wahrscheinlichkeit an, dass unter bestimmten Bedingungen tatsächlich gesundheitliche Auswirkungen auftreten.

Weniger ist besser

Ein halbes Ei mehr pro Tag korrelierte mit einem Plus von sechs Prozent (absolut 1,1  %) beim CVD- und einem Plus von acht Prozent (absolut 1,9  %) beim Sterberisiko. Mit steigender Zufuhr von Cholesterin beziehungsweise Eiern erhöhte sich das Risiko für kardiovaskulär bedingte Todesfälle, aber auch für den Tod aus anderen Ursachen. Die Korrelation zwischen cholesterinreicher Diät und CVD/Tod bestand unabhängig vom Fettgehalt und von der Qualität der übrigen Ernährung.

Noch was ...

  • Eier enthalten biologisch wertvolles und gut verdauliches Eiweiß und sind Quellen für die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie die wasserlöslichen B-Vitamine B1 und B2.
  • Folsäure sowie die Mineralstoffe Calcium, Phosphor und Eisen sind im Eigelb vorhanden, während sich Natrium und Kalium im Eiklar finden.
  • Cholesterin ist ausschließlich im Eigelb enthalten. Da der Körper Cholesterin selbst bilden kann, ist er nicht auf die Zufuhr durch die Nahrung angewiesen.

Fazit

Die Autoren warnen, dass die jetzigen amerikanischen Ernährungsleitlinien zu einem weiteren Anstieg des Ei- und Cholesterinkonsums beitragen und damit der angestrebten CVD-Prävention zuwiderlaufen könnten. Künftig sollten die Ergebnisse ihrer Metaanalyse berücksichtigt werden. Selbst bei ansonsten gesunder Ernährung ist es aus ihrer Sicht empfehlenswert, die Cholesterinzufuhr gering zu halten.

Quelle: MMW Fortschritte der Medizin 13/2019


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