29.06.2021

Für und Wider bei Krebs

COVID-19-Impfung-- Krebserkrankte sind häufig unsicher, ob sie sich gegen COVID-19 impfen lassen sollen. Den aktuellen Stand der Erkenntnisse hat der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums zusammengestellt.

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Onkologische Fachgesellschaften haben Empfehlungen für die Impfung von Krebspatienten erstellt. Sie beruhen auf den verfügbaren Informationen zu den zugelassenen Corona-Impfstoffen sowie auf Erfahrungen mit anderen Impfungen bei Krebspatienten. Unter Sicherheitsaspekten spricht demnach eine Krebserkrankung nicht gegen eine Corona-Impfung. Eine laufende Krebsbehandlung wie eine Chemo- oder Immuntherapie ist ebenfalls kein genereller Hinderungsgrund. Bei einem durch die Krebserkrankung/-therapie stark geschwächten Immunsystem ist es aber möglich, dass die Reaktion auf die Impfung generell schwächer ist und sich eine geringere Schutzwirkung aufbaut.

Allerdings waren Menschen, deren Immunsystem durch die Krebserkrankung selbst oder durch die Therapie unterdrückt ist, bei den Zulassungsstudien nicht vertreten. Wie wirksam die Impfstoffe gegen COVID-19 bei Krebspatienten sind, kann daher derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Das gilt auch für die Verträglichkeit der Impfungen während bestimmter Krebstherapien.

Sicherheit

Aktuell (mit Stand: 09.06.2021) sind in Deutschland vier Impfstoffe gegenCOVID-19 zugelassen: Die mRNA-Impfstoffe Comirnaty ® von BionTech/Pfizer und mRNA-1273 vonModerna sowie die Vektor-Impfstoffe Vaxzevria ® von Astra Zeneca und COVID-19 Vaccine Janssen (Ad26.Cov2.S) von Johnson & Johnson. Der Schutz vor schweren Verläufen ist bei den vier zugelassenen Impfstoffen etwa gleich hoch.

Es gibt bisher keine Hinweise auf eine höhere Rate von Impfnebenwirkungen bei Krebspatienten im Vergleich zu nicht an Krebs erkrankten Personen. Entsprechend gibt es nach einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie bisher keine besondere Empfehlung für oder gegen einen der zugelassenen Impfstoffe für Menschen mit Krebs.

Auch nach der Zulassung wird die Sicherheit aller Impfstoffe fortlaufend weiter überwacht. Dabei werden alle unerwünschten Ereignisse erfasst, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung beobachtet und an die zuständigen Stellen gemeldet werden – auch wenn zunächst kein ursächlicher Zusammenhang mit dem Impfstoff erkennbar ist. Werden Ereignisse bei Geimpften häufiger registriert, als das ansonsten in der Bevölkerung der Fall wäre, wird dies als Risikosignal eingeordnet. Risikosignale werden von den Zulassungsbehörden gezielt weiterverfolgt und analysiert. Dabei wird geprüft, ob es sich um Nebenwirkungen der Impfungen handelt. Nebenwirkungen und trotz Untersuchungen unklar gebliebene Häufungen von unerwünschten Ereignissen führen zu Reaktionen der Überwachungsbehörden. Diese können von der Aufnahme neuer bekanntgewordener Nebenwirkungen in die Fach- und Patienteninformation bis zur Einschränkung oder vollständigen Aufhebung der Marktzulassung reichen. JUP

Quelle: Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)


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