30.05.2019

Fußpflege: Ich hab die Füße schön

von Stefanie Fastnacht

Sobald das Thermometer steigt, wird nicht nur die Kleidung luftiger, sondern auch das Schuhwerk. Die Füße und Nägel, die dabei zum Vorschein kommen, sind nicht immer ein erfreulicher Anblick.

© boomeart / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

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Frauen mögen es gar nicht, wenn die in schicken Sandalen steckenden Füße rau und trocken sind und sich an den Fersen Risse und Schrunden zeigen. Ebenfalls nicht angenehm sind Fußschweiß- und -geruch. Das feucht-warme Milieu im Schuh begünstigt darüber hinaus eine Pilzinfektion der Fußhaut und -nägel. Nicht nur aus ästhetischen Gründen sollte Fußpflege daher fest in den Alltag integriert werden. Auf gepflegten Sohlen läuft es sich einfach besser.

ABC der Fußpflege

Egal, ob beim Profi oder daheim, die Reinigung ist der erste Schritt zum schönen Fuß. Danach werden die Nägel in Form gebracht und die Haut mit Fett beziehungsweise Feuchtigkeit versorgt, um Austrocknungserscheinungen vorzubeugen.

Wussten Sie, dass...

  • der häusliche Bereich beziehungsweise das eigene Bad wahrscheinlich die häufigste Reinfektionsquelle für Fußpilz sind?
  • beim „two-feet-one-hand-syndrome“ beide Füße und meist die linke Hand von einer Mykose betroffen sind, da Rechtshänder mit links den Fuß während der Behandlung festhalten?
  • eine Onychomykose bei Kindern eigentlich seltener als bei Erwachsenen auftritt, jedoch in letzter Zeit steigende Fallzahlen beobachtet werden?
  • bei Fußpilz auch die Bettwäsche täglich gewechselt werden soll, alternativ aber Schlafsocken helfen?

Reinigen

Schnell und unkompliziert lassen sich die Füße unter der Dusche waschen. Dafür eignen sich seifenfreie Produkte, die auf einen leicht sauren pH-Wert eingestellt sind. Mehr Zeit nimmt ein Fußbad in Anspruch (ca. 10 min, 37 °C Wassertemperatur). Badezusätze, etwa mit Quellsole und Latschenkieferöl (z. B. Allgäuer Latschenkiefer® Sole Fußbad) oder mit Harnstoff (Urea), Mandel-, Apfelsinenschalen- und Sanddornöl (z. B. Efasit revitalisierendes Urea Fußbad Orange) beleben in den Sommermonaten strapazierte Füße. Schweiß dämmen Badezusätze mit synthetischen Gerbstoffen (z. B. Tannolact®) oder Eichenrinden-Abkochungen (Quercus cortex, 5 g Rinde/l Wasser) ein.

Nägel schneiden

Nach dem Baden/Duschen sind die Zehennägel weich und lassen sich ohne zu splittern mit Schere oder Nagelknipser kürzen und zwar so, dass der Nagel mit dem Ende des Zehs abschließt. Wird er zu kurz geschnitten, besteht die Gefahr, dass er seitlich mit den Ecken in die Haut der Zehen einwächst. Eventuell zurückbleibende scharfe Kanten können zum Schluss mit einer Feile, am besten aus Glas oder Keramik, geglättet werden.

Cremen

Durch tägliches Eincremen bleibt die Fußhaut geschmeidig und reißt nicht ein. Das Gleiche gilt für die Nagelhaut, die stets in das Pflegeprogramm miteinbezogen gehört. Fußpflegeprodukte aus der Apotheke stabilisieren die Hautbarriere durch Zusatz von Lipiden (ca. 20 %) und bieten so auch einen gewissen Schutz vor dem Einwandern von Pilzerregern. Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea) in Konzentrationen von fünf bis zehn Prozent und Glycerol (z. B. Eucerin® UreaRepair Plus Fußcreme 10 %, Hansaplast regenerierende Fußcreme 10 % Urea) binden Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht und machen sie geschmeidig. Bewährt haben sich auch leicht zu verteilende Schaumformulierungen. Sie sind ebenfalls mit Harnstoff erhältlich (z. B. Gehwol® med Express Pflege-Schaum, Allpresan® Fuß spezial Nr. 2 trockene Haut Schaum).

Pflegeextras

Neben diesen Basismaßnahmen können Pflegeextras notwendig sein. Sportler profitieren beispielsweise davon, dass sie vor dem Training stark reibungsgefährdete Bezirke wie die Fersen durch das Auftragen von Vaseline oder Melkfett schützen. Bilden sich Blasen, fördern Pflaster auf Hydrokolloidbasis den Heilungsprozess. Verhornte Stellen an der Fußhaut lassen sich mit Bimsstein, urea- und/oder salicylsäurehaltigen Salben und Pflastern reduzieren. Gegen kegelförmig in die Tiefe wachsende Hühneraugen helfen Lösungen, ebenfalls mit Salicylsäure oder in Kombination mit Milchsäure sowie Hydrokolloidpflaster.

Tipp aus dem PTA Beirat

Welche Tipps geben Sie bei häufig wiederkehrenden Fußpilzinfektionen?

Neben einer ausreichend langen Behandlung über das Abklingen der Beschwerden hinaus ist eine Prophylaxe durch Einreibungen mit zehnprozentigem Lavendelöl (z. B. von Weleda) möglich. Wichtig ist es, die Haut immer wieder ganz abtrocknen zu lassen, zum Beispiel durch Föhnen der Zehenzwischenräume. Zusätzlich kann eine unterstützende Behandlung und Prophylaxe auch mit dem Spenglersan Kolloid G erfolgen, welches dreimal täglich aufgesprüht wird.

Welche Tipps geben Sie zusätzlich?

Damit Sport- und Sicherheitsschuhe richtig austrocknen können, müssen diese regelmäßig gewechselt werden, was ein zweites Paar erforderlich macht. Insbesondere Diabetikern empfehle ich eine regelmäßige medizinische Fußpflege und die Anwendung von speziellen Pflegeprodukten mit Mikrosilber, die die Infektionsgefahr mindern können.

Britta Fröhling, PTA und Heilpraktikerin

Fußpilz

Der Selbstmedikation zugänglich ist Tinea interdigitalis, eine Hautpilzerkrankung in den Zehenzwischenräumen. Die Haut an den infizierten Stellen ist rot beziehungsweise weißlich aufgequollen und reißt leicht ein. Außerdem juckt sie. Zur Behandlung in Eigenregie stehen verschiedene rezeptfreie, topische Antimykotika zur Verfügung (s. a. DAS PTA MAGAZIN, 05/2019, 22ff). Diese enthalten vor allem Pilzhemmstoffe aus der Stoffklasse der Azole. Dazu zählen die Wirkstoffe Bifonazol (z. B. Canesten® extra, Antifungol® Hexal Creme), Clotrimazol (z. B. Canifug® Creme, Fungizid-ratiopharm® Creme) und Sertaconazol (z. B. Mykosert® Creme, Zalain® Creme). Topisch häufig gegen Fußpilz eingesetzt wird auch das Allylamin Terbinafin (z. B. Lamisil® Creme, Terbiderm® Gel). Weisen Sie die Kunden immer darauf hin, dass es für den Behandlungserfolg bei Fußpilz wichtig ist, die Formulierungen regelmäßig und ausreichend lange anzuwenden (Beipackzettel beachten). Um Rückfällen vorzubeugen, sollten Präparate mit Bifonazol, Clotrimazol und Sertaconazol etwa zwei Wochen über das Verschwinden aller Symptome hinaus aufgetragen werden. Terbinafin ermöglicht oft kürzere Behandlungszeiträume. Hier steht mit Lamisil® Once ein Präparat zur Einmalanwendung zur Verfügung. Bei Terbinafincremes soll eine einwöchige Anwendung ausreichen.

Nagelpilz

Oft entwickelt sich ein Nagelpilz (Onychomykose) aus einem nicht ausreichend behandelten Fußpilz. Infizierte Nägel verlieren zunächst ihren Glanz. Mit der Zeit verdickt und verhärtet die Nagelplatte und beginnt, sich krümelig zu zersetzen. Nagelpilz kann in der Selbstmedikation mit Salben und Lacken behandelt werden, wenn nur ein bis zwei Nägel zu weniger als zwei Dritteln und nicht die Nagelmatrix befallen sind. Hier steht eine Salbe mit einer Kombination aus Harnstoff (40 %) und Bifonazol zur nagelablösenden Behandlung mit gleichzeitig antimykotischer Wirkung zur Verfügung (Canesten® extra Nagelset Salbe). Ferner gibt es wasserlösliche und wasserunlösliche Nagellacke gegen Onychomykosen. Sie enthalten das Hydroxypyridon Ciclopirox (z. B. Ciclopoli®, Nagel Batrafen®) oder das Morpholin Amorolfin (z. B. Amorolfin Scholl, Loceryl®).


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