30.06.2018

Krebs: Orale Onkologika

Der vermehrte Einsatz von Oralia in der ambulanten Tumortherapie stellt das pharmazeutische Personal zunehmend vor kommunikative und fachliche Herausforderungen. Zur Unterstützung bietet der Krebsinformationsdienst (KID) Informationsmaterialien zu häufig gefragten Themen an.

© Maica / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

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Mehr als die Hälfte der in den letzten fünf Jahren neu zugelassenen onkologischen Arzneimittel sind Oralia. Für den Patienten hat diese Art der Tumortherapie durchaus Vorteile. So entfallen häufige Arztbesuche für die oft quälenden Injektionen oder Infusionen. Aufgrund ihrer komplexen und genau einzuhaltenden Einnahmevorschriften bergen die hoch wirksamen Arzneimittel aber auch Risiken. Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Einnahmefehler können den Therapieerfolg gefährden und ernste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Das pharmazeutische Personal kann durch Beratung und Aufklärung viel dazu beitragen, dass die Therapie bestimmungsgemäß eingehalten wird und entscheidende Tipps zur Abmilderung von Nebenwirkungen geben.

Verständlich erklärt

Für die kompetente Beratung in den Apotheken vor Ort bietet der KID des Deutschen Krebsforschungszentrums Informationsblätter als thematisch gebündelte Infopakete an. Das Informationspaket „Nebenwirkungen der Krebstherapie“ umfasst acht Infoblätter, die therapiebedingte Begleiterscheinungen, wie Mukositis, Übelkeit und Fatigue, verständlich erklären und zudem Tipps zum Umgang mit den Beschwerden enthalten. Ein zweites Paket liefert Informationen auch jenseits der eigentlichen Arzneimitteltherapie, etwa zu sozialrechtlichen und psychoonkologischen Fragen. Zu jedem Infopaket gehören zwei Aufsteller, sodass alle Informationsblätter ansprechend und leicht zugänglich aufbewahrt werden können. Darüber hinaus bietet die Deutsche Gesellschaft für onkologische Pharmazie die Fortbildung „Orale Zytostatikatherapie – sicher und effektiv durch gemeinsame Beratung“ an. Alle Apotheken haben kostenlosen Zugriff auf die Datenbank der Fachgesellschaft. Unter www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/bestellformular-infopakete.pdf können die Materialien des KID bestellt werden. Der Dienst bietet den Apotheken außerdem individuelle Unterstützung an: Ärzte beantworten Montag bis Freitag von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800.430 40 50 alle Fragen kompetent und wissenschaftlich fundiert. 

Informationsbedarf

Der Krebsinformationsdienst ebenso wie die DGOP liegen mit ihren Unterstützungsangeboten für Apotheken offenbar richtig: Eine anonyme Befragung* an deutschlandweit 316 onkologischen Patienten zwischen 65 und 74 Jahren hat gezeigt, dass 83 Prozent der Befragten ihre Medikamente aus ihrer Stammapotheke erhalten haben. Dabei handelte es sich nur bei 27 Prozent um Zytostatika-herstellende Apotheken. In den Apotheken ohne Zytostatika-Herstellung wurden nur sieben Prozent der Patienten onkologisch beraten. Etwa ein Drittel der Patienten wurden gar nicht onkologisch beraten. Die Hälfte von ihnen hätte sich eine Beratung gewünscht – vor allem zu unerwünschten Wirkungen, Ernährung sowie Komplementär- und Alternativmedizin.

Weitere Informationen liefert auch die speziell für Fachkreise erstellte Internetseite. JUP

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum


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