31.12.2020

kurz & bündig: Beratung zu Hygiene bei Erkältung

von Stefanie Fastnacht

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Hintergrund


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Während der Corona-Pandemie haben Hygienemaßnahmen für viele Menschen einen neuen Stellenwert bekommen. Auch wenn die Tatsache, dass regelmäßiges Händewaschen und Desinfektionsmittel vor Viren und Bakterien schützen, keineswegs neu ist. Doch Wissen und Umsetzung sind ja bekanntlich immer zweierlei Paar Stiefel. Wie viele andere Viren auch, werden Erkältungsviren (Rhinoviren) von Mensch zu Mensch entweder beim Ausatmen, Niesen und Husten durch Tröpfcheninfektion übertragen. Oder sie gelangen über den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen und beim Händeschütteln auf die Finger und von dort über die Schleimhaut von Mund, Nase oder Augen in das Körper- innere. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen unterbricht diesen Über- tragungsweg. Bei erhöhtem Infektionsrisiko wird darüber hinaus die hygienische Händedesinfektion zur Beseitigung von Rhinoviren empfohlen. Damit diese erfolgreich ist und sie den Viren auch tatsächlich den Garaus macht, müssen die verwendeten Desinfektionsmittel bestimmte Anforderungen erfüllen.

Händedesinfektion


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Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion sind alkoholbasierte Formulierungen. Sie lassen sich in die Kategorien „viruzid“, „begrenzt viruzid“ und „begrenzt viruzid plus“ einteilen. Wann welche Wirkkategorie eingesetzt wird, orientiert sich unter anderem an den Viren, die damit auf der Haut der Hände abgetötet beziehungsweise dezimiert werden sollen. Behüllte Viren wie Influenza- oder Masernviren, aber auch SARS-CoV-2, die sich gegenüber ihrer Umwelt mit einer Lipidhülle abgrenzen, reagieren bereits auf begrenzt viruzide Formulierungen (z. B. Kodan Tinktur forte). Begrenzt viuzid plus (z. B. Sterillium ® med) sind Präparate, die behüllte, aber auch unbehüllte Viren wie Adeno-, Noro- und Rotaviren, beseitigen. Gegen die robusteren, unbehüllten Rhinoviren helfen nur viruzide Desinfektionsmittel (z. B. Aseptoman ® viral). Damit das Desinfektionsmittel richtig wirkt, müssen Fingerspitzen, Fingerzwischenräume, Nagelfalze, Daumen sowie die Handinnen- und -außenflächen, je nach Produkt, mit etwa drei Millilitern Desinfektionsmittel über etwa 20 bis maximal 60 Sekunden eingerieben werden (Packungsbeilage beachten).

Masken


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Abstand, Handhygiene und Atemschutzmasken oder ein Mund-Nasen-Schutz dämmen neben SARS-CoV-2 auch Rhinoviren ein. Einwegmaterialien werden nach dem einmaligen Tragen direkt in einem geschlossenen Mülleimer entsorgt. Ist dies nicht möglich, sollte die gebrauchte Maske in einem luftdicht verschließbaren Beutel oder einer Plastikbox gelagert und darin später verworfen werden. Wiederverwendbare Materialien müssen nach dem Gebrauch in der Waschmaschine bei Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius , besser noch bei 95 Grad Celsius, gereinigt und gut getrocknet werden. Und zwar zeitnah nach dem Tragen. Denn beim Ein- und Ausatmen sammelt sich schnell viel Feuchtigkeit an und begünstigt das Wachstum verschiedenster Keime. Alternativ den Mund-Nasen-Schutz in einen sauberen Topf geben, mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher übergießen und mindestens drei bis zehn Minuten auskochen. Am Band aus dem Wasser nehmen und trocknen.

Husten- und Niesetikette


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Um beim Husten und Niesen möglichst wenig Speichel und Nasensekret und so auch weniger Krankheitserreger in der Umgebungsluft zu verteilen, sollte man sich auf keinen Fall die Hände vor Mund und Nase halten. Besser ist es, sich wegzudrehen und mindestens einen Meter Abstand zum Gegenüber zu halten und dabei ein Taschentuch einzusetzen. Hygienischer als Stoff- sind Einmaltaschentücher, die nach der Niesattacke am besten in einem verschließbaren Abfalleimer entsorgt werden. Werden Stofftaschentücher verwendet, sind sie anschließend bei mindestens 60 Grad zu waschen. Ist gerade kein Taschentuch griffbereit, empfiehlt es sich, die Armbeuge vor Mund und Nase zu halten, sich abzuwenden und dort hinein zu husten oder zu niesen. Und natürlich nach jedem Husten, Niesen oder Naseputzen die Hände gündlich waschen.

Nasalia


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Alpha-sympathomimetische Nasensprays und -tropfen machen bei grippalen Infekten die Nase frei. Um eine Keimübertragung zu verhindern, sollten sie immer nur von einer Person verwendet werden. Beim Einführen der Pipette oder des Applikatoraufsatzes darf die Nasenschleimhaut nicht berührt werden. Nach der Anwendung die Tropfpipetten mit zusammengedrücktem Saughütchen aus der Nasenöffnung ziehen. So wird verhindert, dass das Pipetteninnere beziehungsweise die Restlösung in der Tropfenflasche mit Keimen kontaminiert werden. Die Pipette sollte vor dem Zurückstecken zudem komplett entleert und mit heißem Wasser oder einem Tuch gesäubert werden. Nasenapplikatoren ebenfalls so reinigen und dann durch Aufsetzen der Fläschchenkappe schützen. Die Aufbrauchfristen von Nasalia variieren. Insbesondere wässrige Rhinologika in Pipettenflaschen kontaminieren schnell, weshalb sie nach einer Anwendungszeit von 14 Tagen entsorgt werden.


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