01.10.2021

kurz & bündig: Beratung zum Immunsystem

von Kirsten Bechtold

Neben Hygienemaßnahmen sind ein regelmäßiger Schlafrhythmus sowie eine individuelle Schlafdauer zwischen sechs und neun Stunden pro Tag entscheidend für ein starkes Immunsystem. Weitere Beratungstipps zum Thema Immunsystem haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

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Allgemeines


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Das Immunsystem ist eines der komplexesten Systeme im menschlichen Körper und umfasst verschiedene Organe, Zellarten und Eiweiße. Es dient der Abwehr von Krankheitserregern (z. B. Bakterien, Viren), spielt eine Rolle beim Schutz vor Schadstoffen und krankmachenden Zellveränderungen. Aktiviert wird es durch Antigene (z. B. Proteine auf der Oberfläche von Bakterien). Docken diese an bestimmte Rezeptoren der Abwehrzellen, werden verschiede Prozesse in Gang gesetzt, um sich gegen die Antigene zur Wehr zu setzen. Stuft der Organismus irrtümlich gesunde, körpereigene Zellen als fremd ein und geht gegen diese vor, liegt eine Autoimmunreaktion vor. Verschiedene Einflüsse schwächen das Immunsystem, zum Beispiel eine unausgewogene Ernährungsweise, Stress oder andauernder Schlafmangel sowie Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder HIV. Friert der Mensch, sorgt das für eine Minderdurchblutung der äußeren Gewebeschichten. Das hat zur Folge, dass weniger körpereigene Abwehrzellen zur Eintrittsstelle gelangen und die Erreger leichtes Spiel haben.

Angeboren und erworben


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Die Zellen, die sich im Körper Krankheitserregern oder Schadstoffen entgegenstellen, sind hoch spezialisiert. Je nach „Gefahrenlage“ werden verschiedene aktiv und zwar die Zellen des unspezifischen (angeborenen) oder des spezifischen (erworbenen) Immunsystems. Beide Systeme sind eng miteinander vernetzt und ergänzen sich. Das Unspezifische ist in der Lage, Erreger sehr schnell unschädlich zu machen. Hauptsächlich bekämpft es Schadstoffe und Krankheitserreger, die über die Haut oder das Verdauungssystem in den Körper gelangen. Zelluläre Komponenten sind Makrophagen, Natürliche Killerzellen und Mastzellen. Reicht das nicht aus, greift das spezifische Immunsystem ein. Es ermöglicht ein gezieltes Vorgehen gegen Erreger, mit denen der Körper schon einmal Kontakt hatte. Seine Zellen sind die Lymphozyten. Neben der Bildung von spezifischen Antikörpern (Immunglobulinen) bzw. Helfer- und Killerzellen können diese Immunzellen Gedächtniszellen bilden und noch Jahre nach einer überstandenen Infektion den auslösenden Fremdkörper erkennen und die passende Abwehrreaktion beschleunigen.

Vitamine und Mineralstoffe


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Damit das Immunsystem seine Aufgaben effektiv wahrnehmen kann, muss der Organismus ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sein. Im Idealfall gelingt dies durch eine ausgewogene Ernährung. Darüber hinaus bieten Hersteller oftmals Kombinationen aus verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen an. Fast immer enthalten sind Zink, Vitamin C und D. Zink wird eine infektverringernde Wirkung zugeschrieben. Voraussetzung ist jedoch, dass der Mineralstoff maximal 24 Stunden nach Auftreten der ersten Erkältungssymptome eingenommen wird. Personen, die einer hohen physischen oder psychischen Belastung ausgesetzt sind, können sich mit der Einnahme von Vitamin C (>200 mg/d) offenbar vor einer Erkältung schützen. Vitamin D ist für das Immunsystem eine wichtige Komponente. Ob eine Supplementierung jedoch tatsächlich vorbeugen kann, ist noch nicht eindeutig geklärt. In manchen Produkten finden sich zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe.

Aus der Natur


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Verschiedene pflanzliche Präparate werden zur Stimulation des Immunsystems angeboten. Zum Beispiel mit dem Extrakt aus Sonnenhut, Ginseng oder Taigawurzel. Die Studienlage hierzu ist nicht eindeutig. Werden Echinacea-Produkte gleich zu Beginn eines grippalen Infekts eingenommen, begrenzen sie möglicherweise die Dauer und Schwere. Ginsengextrakt ist dazu anscheinend ebenfalls in der Lage und kann eventuell auch einen Krankheitsausbruch verhindern. Diese Erkenntnisse basieren auf Tierversuchen und Untersuchungen mit menschlichem Zellgewebe. Für den Extrakt der Taigawurzel (Sibirischer Ginseng) zeigen verschiedene Studien, dass er unter anderem die Fressaktivität von Immunzellen erhöht und die Vermehrung von Lymphozyten angeregt wird. Klinisch konnte die Zunahme von Abwehrzellen bestätigt werden.

Sonstiges


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Wer mehrmals täglich seine Hände wäscht, vermindert die Keimbelastung und entlastet sein Immunsystem. Neben Hygienemaßnahmen sind zudem ein regelmäßiger Schlafrhythmus sowie eine individuelle Schlafdauer zwischen sechs und neun Stunden pro Tag entscheidend für ein starkes Immunsystem. Auch durch Bewegung an der frischen Luft sowie regelmäßige Saunagänge und kaltes Abbrausen nach dem morgendlichen Duschen kann das Immunsystem gestärkt werden. Wer zudem viel Obst und Gemüse verzehrt und ausreichend trinkt, nimmt viele für das Immunsystem wichtige Nährstoffe auf und sorgt für eine bessere Durchblutung der Gewebe. Abwehrzellen gelangen so schneller an den Ort, an dem sie aktiv werden müssen. Mit Blick auf ein starkes Immunsystem haben sich in der Homöopathie unter anderem der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) oder Ferrum phosphoricum bewährt – als Monosubstanzen oder auch in Kombinationen.


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