30.09.2017

Milben: Juckende Mitbringsel

© AleksandarNakic / Getty Images /

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Die winzigen Übeltäter haben regional unterschiedliche Bezeichnungen wie Herbstbeiß, Sendlinger Beiß, Heukrätze oder Erntebeiß. Gemeint sind verschiedene Arten von Laufmilben, lateinisch Trombiculidae.

Die in Deutschland häufigste Art ist die Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis), heißt es in einer Mitteilung der Stiftung Kindergesundheit. Die zur Klasse der Spinnentiere zählenden Milben durchlaufen in ihrer Entwicklung mehrere Stadien. Zur stechenden Plage werden nur ihre winzigen, rot-orangefarbenen Larven, die auf Gräsern, Sträuchern und Buchenhecken nicht höher als 20 Zentimeter über dem Boden hausen. An warmen Tagen werden sie besonders aktiv, vor allem am Spätnachmittag, etwa zwischen 16 und 18 Uhr.

Normalerweise leben die Milbenlarven auf Mäusen, Maulwürfen, bodenbrütenden Vögeln und Haustieren. Wenn sie sich auf den Menschen verirren, stechen sie dort zu, wo ein Kleidungsstück sie an der Fortbewegung hindert (z. B. Bündchen von Unterhose oder Strümpfen, unter dem Gürtel). Die Stichstellen stehen oft in Gruppen zusammen (es können auch 30 bis 50 sein!).

Harmlose Spinnentiere

Die Milben sind im Grunde harmlos, da sie keine Krankheiten übertragen, erläutert die Stiftung Kindergesundheit. Sie lösen nach dem Stich mit ihrem Speichel das Gewebe punktuell auf, saugen die entstehende Gewebsflüssigkeit und Lymphe auf und lassen sich dann abfallen. An der Stichstelle entsteht durch eine ausgeprägte Immunreaktion ein flaches Hautknötchen.

Der Juckreiz beginnt meist zeitverzögert; manchmal schon wenige Stunden, meistens aber erst am zweiten Tag nach dem Stich und kann bis zu 14 Tage anhalten. Bettwärme verstärkt ihn.

So rücken Sie Milben zu Leibe

Wer sich beim Wandern oder Sitzen/Liegen im Gras Herbstmilben eingefangen hat, sollte gleich zu Hause duschen und die Kleider wechseln. Zur Linderung des Juckreizes und Verhinderung von Sekundärinfektionen empfiehlt sich das sofortige Einreiben der Stichstellen mit 70-prozentigem Alkohol oder juckreizstillenden Salben oder Cremes aus der Apotheke.

Zur Milbenabwehr im eigenen Garten sollte man den Rasen kurz halten und den Grasschnitt nicht liegen lassen. Der Einsatz von Insektiziden ist weniger ratsam, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit: Er vernichtet auch viele andere Insekten, ist meist wenig erfolgreich und eine unnötige Belastung der Umwelt. KIB


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