30.08.2017

Mundgesundheit: Zahn um Zahn

© NADOFOTOS / Getty Images / iStoc

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von Dr. Claudia Bruhn

Für die Mundgesundheit muss man täglich etwas tun. Sie können Ihre Kunden durch Pflegetipps und Produktempfehlungen dabei unterstützen. Mit diesem Beitrag aktualisieren Sie Ihr Beratungswissen.

  • Die perfekte Zahnpflege beinhaltet ein zweimal tägliches Putzen mit mechanischer oder elektrischer Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta, die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und/oder Interdentalbürstchen sowie die Zungenreinigung.
  • Auch innere Erkrankungen und Medikamente, eine zuckerreiche Ernährung sowie Lebensstilfaktoren wie Rauchen können sich negativ auf die Mundgesundheit auswirken.
  • Senioren haben einen höheren Beratungsbedarf. Zahnfleischschwund und Nachlassen der Speichelproduktion im höheren Lebensalter erfordern zusätzliche Maßnahmen.

Bei der Mundgesundheit der Bevölkerung hat Deutschland eine Spitzenposition in der Welt erreicht. Das zeigt die 2016 veröffentlichte Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie. Danach haben rund 81 Prozent der zwölfjährigen Kinder in Deutschland ein kariesfreies Gebiss. Auch Erwachsene sind viel seltener von Karies betroffen als noch vor 20 Jahren. Bei den Senioren hatte im Jahr 1997 jeder vierte keine eigenen Zähne mehr, heute ist es nur noch jeder achte. Im Durchschnitt verfügen die heute 65- bis 74-Jährigen über 17 eigene Zähne. Nach Ansicht von Experten haben die von den Krankenkassen finanzierten Individual- und Gruppenprophylaxemaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen und die zunehmende Eigenverantwortung einen großen Anteil an diesen Verbesserungen. Zukünftig muss der Mundgesundheit von Menschen mit Pflegebedarf größere Beachtung geschenkt werden.

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Zahnaufbau

Von oben nach unten betrachtet besteht ein Zahn aus Krone, Hals und Wurzel. Von außen nach innen gliedert er sich in Zahnschmelz, Zahnbein (Dentin) und Zahnmark (Pulpa). Letzteres enthält Blutgefäße zur Nährstoffversorgung sowie Nervenfasern. Beim Kauen wirken starke Kräfte auf den Zahn. Um diesen standzuhalten, muss er fest im Kieferknochen verankert sein. Damit das funktioniert, sitzt jeder Zahn in einem eigenen Zahnfach und ist von Zahnfleisch umschlossen. Zusätzlich gehören Zahnzement und die Haut der Zahnwurzel zum Zahnhalteapparat. Bei der Zahnpflege genügt es daher nicht, sich nur den Zähnen zu widmen. Vielmehr muss sich das Augenmerk auf das Zahnfleisch und die gesamte Mundhöhle richten, da alle Komponenten eng miteinander verbunden sind. Auch innere Erkrankungen und Medikamente sowie die Ernährung und der Lebensstil (Rauchen, Alkoholkonsum) können sich negativ auf die Mundgesundheit auswirken.

Krankheiten

Karies

In der Mundhöhle leben viele Bakterien, die sich normalerweise in einem gesunden Gleichgewicht befinden. Schäden können beispielsweise dann entstehen, wenn sich bestimmte Arten wie Streptococcus mutans oder Laktobazillen übermäßig vermehren und in Belägen auf den Zähnen (Plaque) festsetzen. Wird die Plaque nicht regelmäßig mechanisch durch Zähneputzen entfernt, entstehen hartnäckige Biofilme. Darin lebende Bakterien bilden kontinuierlich aus Kohlenhydraten der Nahrung Säuren. Sie greifen den Zahnschmelz an, erste kariöse Läsionen entstehen. Unbehandelt wandern diese immer tiefer, bis das Zahnmark und die Wurzel erreicht sind und der Zahn abstirbt.

Karies

Zahnfleischkrankheiten

Neben Karies können auch Zahnfleischprobleme Schmerzen bereiten. Auch daran sind häufig Mikroorganismen beteiligt. Man unterscheidet Gingivitis und Parodontitis.

Gingivitis ist die Form, bei der nur das Zahnfleisch am Zahnhals betroffen ist. Es ist angeschwollen, druckempfindlich und blutet leicht. Eine Gingivitis ist meistens nach wenigen Tagen abgeheilt.

Dagegen laufen bei der Parodontitis fortschreitende, mit Immunreaktionen verbundene Prozesse ab, die den gesamten Zahnhalteapparat nachhaltig schädigen können. Anstelle von Parodontitis wird häufig fälschlicherweise der Begriff Paradontose verwendet. Er steht jedoch für alle krankhaften Prozesse rund um den Zahn und umfasst darüber hinaus auch nicht entzündliche, degenerative Veränderungen am Zahnfleisch und am Kieferknochen.

Gingivitis-Behandlung-- Damit eine Gingivitis nicht chronisch wird, sollte sie rasch behandelt werden. Eine sehr wirksame Maßnahme ist die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Damit lassen sich Beläge auch von schwer zugänglichen Stellen und aus Zahnfleischtaschen entfernen, was mit der häuslichen Zahnpflege nicht gelingt. Dadurch werden entzündliche Prozesse gestoppt, das Zahnfleisch liegt wieder fest am Zahn an. Die PTA kann desinfizierende Mundspüllösungen, zum Beispiel mit Chlorhexidin oder Cetylpyridiniumchlorid, empfehlen. Diese reduzieren die Gesamtkeimzahl im Mund. Da von Gingivitis meist nur wenige Stellen betroffen sind, ist eine punktuelle Anwendung von Mundgelen (z. B. mit Chlorhexidin) häufig erfolgreicher.

TIPP!

Desinfizierende Mundspüllösungen können die natürliche Mundflora beeinträchtigen, wenn sie dauerhaft eingesetzt werden. Raten Sie Ihren Kunden deshalb unbedingt, diese Produkte nicht länger als zwei Wochen ohne Unterbrechung anzuwenden.

Mundschleimhaut-Erkrankungen

Bei Problemen am Zahnfleisch oder auf der Mundschleimhaut suchen Betroffene häufig Rat in der Apotheke, da ein Zahnarztbesuch meist mit negativen Erwartungen verknüpft ist.

Grenzen-- Gegen Symptome infolge von Bissverletzungen, Aphten oder bei Mundsoor kann die PTA rezeptfreie Mittel empfehlen. Im Mund- und Rachenraum können sich jedoch auch Tumoren entwickeln. Daher muss bei Läsionen unbekannter Ursache zum Zahnarztbesuch zwecks genauer Abklärung geraten werden.

Verletzungen-- Kleine Läsionen der Mundschleimhaut infolge von Bissverletzungen heilen häufig sehr rasch ab, da die Mundschleimhaut eine hohe Regenerationsfähigkeit besitzt. Unterstützend können das Einpinseln mit Myrrhen- oder Rathaniatinktur oder Spülungen mit Dexpanthenol-Lösung empfohlen werden.

Aphten-- Aphten sind nicht infektiöse Schleimhautdefekte. Die Ursachen ihrer Entstehung sind nicht genau bekannt. Vermutlich spielt eine schwache Immunabwehr eine Rolle. Sie können Schmerzen bereiten, vor allem beim Essen und Schlucken. Eine gute Mundhygiene ist notwendig, um bakteriellen Superinfektionen vorzubeugen. Zur Schmerzlinderung kommen lokalanästhetische Mundgele mit Lidocain zum Einsatz. Antientzündlich wirken Mundspülungen und -gele mit Kamillenblüten- und Salbeiblätterextrakt. Desinfizierend wirken Zubereitungen mit Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid oder Povidon-Jod.

Zysten-- Zysten sind gutartige Wucherungen. Sie können an den Zahnwurzeln, im Kieferknochen oder in der Mundschleimhaut liegen. Häufig werden Zysten nur im Röntgenbild erkannt. Da sie sehr langsam wachsen, verursachen sie meist über lange Zeit keine Symptome. Eine Zyste kann beispielsweise Beschwerden bereiten, wenn sie einen benachbarten Zahn verdrängt. Die Entfernung muss chirurgisch erfolgen

Herpes-- Das Virus Herpes-simplex-Typ 1 (HSV-1) kann nicht nur im Bereich der Lippen, sondern auch auf der Mundschleimhaut Läsionen hervorrufen. Die Stellen sind meist sehr schmerzhaft und reißen immer wieder auf. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Stomatitis aphthosa. Am häufigsten sind Kinder bis zum fünften Lebensjahr betroffen. Lippenherpes-Cremes mit Aciclovir oder Penciclovir dürfen auf diese Stellen nicht aufgetragen werden, da sie zu stark reizen. Empfehlenswert sind Mundspülungen mit Kamillen- und Salbeiextrakt sowie Mundsalben mit Lokalanästhetika wie Lidocain. Die Abheilung erfolgt in der Regel innerhalb einer Woche.

Mundsoor-- Pilzerkrankungen der Mundschleimhaut treten meistens im Säuglingsalter auf. Auch pflegebedürftige Senioren und Krebspatienten sind häufig betroffen. Bei nicht korrekter Anwendung von cortisonhaltigen Asthmasprays kann es ebenfalls leicht zum Pilzbefall kommen. Auch Raucher sind gefährdet. Erkennbar ist Mundsoor an gelblich-weißen, abwischbaren Flecken auf Mundschleimhaut und Zunge. Zubereitungen mit Nystatin können empfohlen werden.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit-- RNA-Viren wie Enteroviren oder Coxsackie-Viren sind die Erreger dieser Erkrankung, die am häufigsten bei Kindern unter zehn Jahren auftritt. Sie verbreitet sich sehr schnell, etwa in Kitas und Schulen. Typisch sind schmerzhafte Exantheme auf der Mundschleimhaut über einige Tage. Zusätzlich treten auf der Haut von Fußsohlen und Handflächen kleine rote Flecken und Bläschen sowie zusätzlich Fieber und Halsschmerzen auf. Schmerz- und fiebersenkende Wirkstoffe wie Paracetamol und Ibuprofen sind dann empfehlenswert.

Auf der Mundschleimhaut verschaffen Gele mit Lokalanästhetika wie Lidocain Linderung, Empfehlenswert sind auch Mundsalben mit Extrakten aus Salbei und Kamille sowie Präparate der anthroposophischen Medizin.

Rauchergaumen-- Durch Rauchen kommt es häufig zu Schleimhautveränderungen am Gaumen. Außerdem können Leukoplakien auftreten. Das sind Verhornungen der Mundschleimhaut, die als weiße, nicht abwischbare Aufla- gerungen sichtbar werden.

Faktum

  1. Milchzähne können bereits ab Erscheinen mithilfe eines feuchten Wattestäbchens von Belägen befreit werden.
  2. Kleinkinder sollten so früh wie möglich Zähneputzen lernen. Eltern und ältere Geschwister haben eine Vorbildrolle.
  3. Bis zum Schulalter müssen Eltern noch nachputzen.
  4. Sobald mit etwa sechs Jahren die ersten bleibenden Backenzähne erschienen sind, sollten sie mit einer Kunststoffmasse versiegelt werden.

Einflussfaktoren

Häufig lässt sich für Beschwerden rund um Zähne und Mundschleimhaut keine spezifische Ursache finden. Dann können hormonelle oder altersbedingte Veränderungen der Grund sein.

Schwangerschaft-- Die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft führen zum leichten Anschwellen des Zahnfleisches. Es wird empfindlicher, blutet schneller und entzündet sich leicht (Schwangerschaftsgingivitis). Eine gründliche Mundhygiene ist dann noch wichtiger als vor der Schwangerschaft. Zahnseide beziehungsweise Zahnzwischenraumbürsten sollten täglich eingesetzt werden. Empfehlenswerte Mittel bei einer Schwangerschaftsgingivitis sind Mundspülungen mit Kamillen- und Schafgarbenextrakt. Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft einen Zahnarztbesuch vereinbaren, damit notwendige Behandlungen bis zu deren Beginn abgeschlossen werden können. Während der Schwangerschaft sind zwei Kontrolluntersuchungen sinnvoll, bei denen möglichst je eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt erfolgen sollte.

Alter-- Im Alter kommt es zum Zahnfleischschwund, sodass die schmerzempfindlichen Zahnhälse freiliegen und Beschwerden verursachen. In diesem Fall sollten speziell für schmerzempfindliche Zähne entwickelte Pflegemittel empfohlen werden, beispielsweise Zahnpasta mit einem geringen Abrasionswert. Geeignet sind außerdem Produkte, deren Inhaltsstoffe zu einem Verschließen der Kanälchen im schmerzempfindlichen Zahnbein (Dentin) führen. Außerdem kommt es im Alter häufig zu Mundtrockenheit (Xerostomie) infolge der altersbedingt nachlassenden Speichelproduktion oder durch die Einnahme von Medikamenten mit Mundtrockenheit als Nebenwirkung (z. B. Anticholinergika). Mundtrockenheit kann bei Älteren zur Mangelernährung führen, da die Nahrungsaufnahme dann häufig Schmerzen bereitet.

Empfehlungen-- Bei Xerostomie regen zuckerfreie Kaugummis und Bonbons den Speichelfluss an. Auch Mundsprays zur Speichelergänzung sind empfehlenswert. Außerdem regen Zahncremes mit ätherischen Ölen wie beispielsweise Eukalyptol oder Thymol die Speichelproduktion an und wirken zusätzlich antimikrobiell.

Arzneimittelnebenwirkungen

Onkologika-- Eine Mundschleimhauterkrankung (Stomatitis) kann auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung auftreten. Denn diese Behandlungen schädigen neben Krebszellen auch gesunde schnell wachsende Zellen wie die der Schleimhäute. Es kommt zu Entzündungen, offenen Stellen und Mundgeruch. Gegen die Entzündung kann die PTA Mundspülungen mit Salbei- oder Kamillenextrakt oder Dexpanthenol-Lösung empfehlen. Betroffene sollten eine weiche Zahnbürste verwenden, um die empfindliche Schleimhaut so wenig wie möglich zu reizen. Auf Obst und Gemüse mit hohem Säuregehalt (z. B. Zitrusfrüchte, Tomaten) sowie bittere und scharfe Speisen sollten sie verzichten. Das Essen wird am besten gut zerkleinert und nur warm verzehrt. Wenn diese einfachen Maßnahmen nicht ausreichen oder zusätzlich ein Pilzbefall auftritt, kann der Arzt stärker wirksame, verschreibungspflichtige Zubereitungen verordnen.

Speichelproduktion-- Bei einer ganzen Reihe von Arzneimitteln, meist mit anticholinerger Hauptwirkung, tritt Mundtrockenheit als Nebenwirkung auf. Ursache ist die Blockade von Nervenbahnen, die für die Regulation der Speichelproduktion verantwortlich sind, etwa inhalative Bronchodilatoren wie Ipratropium und Tiotropium, Urologika wie Oxybutynin und Tolteridon sowie trizyklische Antidepressiva.

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Zahnpflege

Zahnpflege ist mehr als Zähneputzen. Eine gesunde Ernährung, das Meiden von Nikotin, Alkohol und häufigem Naschen sind ebenso wichtig. Auch durch die regelmäßige Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen und die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten und Mundspüllösungen kann viel für die Mundgesundheit getan werden.

Manuell oder elektrisch?

Laut der Leitlinie der zahnärztlichen Fachgesellschaften zur Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen konnte in Studien mit elektrisch angetriebenen Zahnbürsten mehr Plaque entfernt werden als mit Handzahnbürsten. Unklar ist die klinische Relevanz dieser Ergebnisse. Ob eine normale Handzahnbürste oder eine elektrische verwendet wird, ist daher eine individuelle Entscheidung. In der Schwangerschaft und im höheren Lebensalter sowie bei Einnahme von Arzneimitteln mit Nebenwirkungen an der Mundschleimhaut sollten weiche Bürstenköpfe bevorzugt werden. Kinder sollten erst dann eine elektrische Zahnbürste benutzen, wenn sie deren Handhabung sicher beherrschen.

Zeitpunkt-- Über den idealen Zeitpunkt des morgendlichen Zähneputzens – vor oder nach dem Frühstück – gehen die Meinungen auseinander. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass nicht direkt nach der Aufnahme säurehaltiger Speisen oder Getränke geputzt werden darf. Denn die Säuren entziehen dem Zahnschmelz Mineralien, er wird geschwächt und durch das Putzen unter Umständen abgetragen.

Zahnzwischenräume-- Die Zahnzwischenräume machen etwa 30 Prozent der Zahnoberflächen aus. Sie sind besonders kariesanfällig, weil Nahrungsreste und Beläge mit der Zahnbürste allein nicht ausreichend entfernt werden können. Daher ist – möglichst täglich – eine zusätzliche Reinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen wichtig. Eine Alternative für Menschen, die diese Hilfsmittel nicht gern benutzen, bietet ein elektrisches Gerät), das ein Gemisch aus Luft und Wassertröpfchen in die Zahnzwischenräume sprüht und sie damit von Nahrungsresten und Plaque befreit.

Zungenreinigung-- Bei der Zahnpflege wird häufig die Zunge vergessen. Doch deren raue Oberfläche bietet einen idealen Nährboden für Bakterien, die dort Nahrungsreste zersetzen. Werden sie nicht entfernt, entsteht ein fauliger Geruch. Außerdem reduziert Zungenbelag das Geschmacksempfinden. Zur Zungenreinigung eignen sich spezielle Bürsten und Schaber. Sie sollten je nach Material regelmäßig ausgewechselt oder gereinigt werden. Modelle aus Kunststoff sollten man spätestens alle zwei Monate auswechseln. Metall-Zungenreiniger können desinfiziert, regelmäßig abgekocht oder im Geschirrspüler gereinigt werden.

Zahnersatz

Die „Dritten“ müssen ebenso gründlich gereinigt werden wie die natürlichen Zähne. Herausnehmbare Prothesen sollen nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser gespült werden, da daran haftende Speisereste Entzündungen hervorrufen könnten.

Reiniger-- In Prothesen-Reinigungslösungen sollte der Zahnersatz nicht über Nacht, sondern nur maximal 15 bis 20 Minuten verbleiben.

Prothesenbürsten-- Einmal täglich sollte herausnehmbarer Zahnersatz mit einer speziellen Prothesenzahnbürste geputzt werden. Dazu gibt es spezielle Prothesenpasten. Herkömmliche Zahnpasta sollte nicht zur Prothesenreinigung zum Einsatz kommen. Denn die darin enthaltenen Schleifpartikel, die ja der Entfernung hartnäckiger Plaque von natürlichen Zähnen dienen, könnten den Kunststoff angreifen.

Implantatpflege

Wenn implantierte Einzelzähne oder Brücken so sorgfältig wie die natürlichen Zähne gepflegt werden, können sie ein Leben lang halten. Kritische Bereiche sind vor allem die Stellen, an denen die Implantatkrone auf das Zahnfleisch trifft. Wird die Plaque dort nicht gründlich entfernt, können Entzündungen entstehen. Als periimplantäre Mukositis wird dabei eine Entzündung der Schleimhaut rund um das Implantat bezeichnet. Es kann zu Rötungen und Schwellung, zur Überempfindlichkeit des Zahnfleisches bzw. zu leichten Blutungen kommen, wenn die Implantate gereinigt werden. Bei einer Periimplantitis entzündet sich neben dem Zahnfleisch auch der Knochen rund um das Implantat. Dann kann dieses seinen Halt verlieren.

Hilfsmittel-- Verschiedene Hersteller bieten Spezialzahnbürsten für die unterschiedlichen Anforderungen der Implantatreinigung an. Auch Zahnseide und Interdentalbürsten in verschiedenen Ausführungen werden zur effizienten Reinigung von Implantaten empfohlen. Außerdem sind Färbetabletten im Handel. Damit können Implantatträger prüfen, ob die kritischen Bereiche gründlich genug gereinigt wurden.

Fluoridierung

Fluoridierungsmaßnahmen dienen dazu, der Demineralisation der Zähne vorzubeugen sowie vorhandene Schäden am Zahnschmelz durch Remineralisation zu beseitigen.

Zahnpasta-- Kinder unter sechs Jahren sollen mit Zahnpasten mit einer Fluorid-Konzentration von 500 ppm putzen, bei Erwachsenen liegt sie im Bereich von 1000 bis 1500 ppm.

Tabletten-- Fluoridtabletten können ab dem ersten Zahndurchbruch zum Einsatz kommen und sollten dann möglichst gelutscht werden, um ihre lokale Wirkung zu erhöhen. Zahnärztliche Leitlinien empfehlen, die Gabe von Fluoridtabletten zu beenden, wenn die Zähne zweimal täglich mit einer fluoridierten Zahnpasta geputzt werden bzw. im Haushalt fluoridiertes Speisesalz verwendet wird.

Fluoridhaltige Mundspüllösungen-- Sie sind insbesondere Erwachsenen mit kariesanfälligem Gebiss, mit Zahnfleischproblemen oder Parodontitis zu empfehlen, außerdem während kieferorthopädischer Maßnahmen. Kinder müssen dafür jedoch das Mundspülen sicher beherrschen.

Wissen im Einsatz

Das Fachwissen, das Sie in unserem Titelthema erwerben, können Sie nun auch bei Ihren englischsprachigen Kunden einsetzen. Lesen Sie dazu den praxisgerechten Beitrag unserer Serie English for PTA.

Mundgeruch

Mundgeruch ist ein häufiges Beratungsthema. In 80 bis 90 Prozent der Fälle liegt die Ursache im Mund selbst. Auch verschiedene Erkrankungen können Mundgeruch verursachen.

Unangenehm-- Nur kurzfristig und ohne zusätzliche Beschwerden tritt Mundgeruch nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel (z. B. Zwiebeln, Knoblauch) oder nach Alkoholkonsum auf. In der Regel lässt er nach wenigen Stunden nach, sodass ein Überdecken durch Mundwässer, Lutschbonbons, Kaugummis oder durch Dragees mit dem Wirkstoff Chlorophyllin empfohlen werden kann.

Raucheratem-- Raucher haben dauerhaft einen typischen Mundgeruch, weil sich Bestandteile des Tabaks auf den Schleimhäuten ablagern. Sie sollten auf besonders gründliche Mundhygiene achten.

Trinken-- Mundgeruch kann auch durch Mundtrockenheit bedingt sein. Dann kann eine Erhöhung der Trinkmenge auf mindestens 1,5 bis zwei Liter pro Tag helfen. Dies ist insbesondere Senioren zu empfehlen, da im höheren Lebensalter das Durstempfinden abnimmt und sich zudem die Speichelproduktion verringert.

Zahnarzt-- Schlecht sitzende oder lose Zahnkronen oder Brücken können ebenfalls Mundgeruch verursachen. Setzen sich darunter Nahrungsreste fest, werden sie von Bakterien zersetzt,und ein unangenehmer, fauliger Geruch entsteht. Hat der Zahnarzt das Problem behoben, verschwindet auch der Mundgeruch.

Facharzt-- Treten zusätzlich zum Mundgeruch Symptome wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Schmerzen im Mund auf, kann eine schwerwiegende Erkrankung die Ursache sein. Dazu zählen Magengeschwür, Leberkrankheiten oder Tumoren in der Mundhöhle.

Diabetes-- Bei Diabetikern kann die Ausatemluft süßlich nach Apfel riechen, wenn zu wenig Insulin gespritzt wurde. Außerdem ist das bei nicht erkanntem Diabetes der Fall. Die Betroffenen verspüren dabei außerdem starken Durst und haben eine trockene Haut.


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