Acht Maßnahmen gegen Herzinfarkt
Jeder kann sein Risiko für Herzinfarkt und plötzlichen Herztod senken, heißt es in eine Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung. Wie das geht, erklärt die Patientenorganisation anhand von acht Maßnahmen.
1. Blutdruck messen
Ein hoher Blutdruck ist der häufigste beeinflussbare Risikofaktor für Herzkrankheiten wie koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder Vorhofflimmern. Da er zunächst keine Beschwerden verursacht, sollte der Blutdruck regelmäßig gemessen werden. Ist er zu hoch, muss er korrekt eingestellt werden.
2. LDL-Cholesterin bestimmen
Ein erhöhter Wert für das LDL-Cholesterin erhöht das Risiko für Arteriosklerose mit ihren Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher sollte der LDL-Cholesterinwert bestimmt werden. Bei Auffälligkeiten sollten sie medikamentös gesenkt werden.
Auch den Wert des überwiegend genetisch bedingten Blutfettes Lipoprotein(a), kurz Lp(a), sollte jeder einmal im Leben messen lassen.
3. Blutzucker messen
Der HbA1c-Wert bildet den durchschnittlichen Blutglukosespiegel der letzten acht bis zwölf Wochen ab (Langzeitblutzuckerwert). Mit einem erhöhten Wert steigt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Eine medikamentöse Therapie des Diabetes mellitus ist zur Vermeidung von Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall wichtig.
4. Rauchen beenden
Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für alle Herz- und Gefäßkrankheiten. Den Nikotinkonsum zu beenden, ist daher eine sehr wirksame einzelne Maßnahme auf dem Weg zu einem gesunden Lebensstil.
5. Übergewicht vermeiden
Übergewicht und Adipositas sind unabhängige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das gilt besonders für das (viszerale) Fettgewebe in der Bauchhöhle rund um die inneren Organe und das auf der Oberfläche des Herzens liegende (epikardiale) Fettgewebe.
Ein regelmäßiges Bestimmen des Taillenumfangs im Verhältnis zur Körpergröße oder des Body-Mass-Index hilft, das individuelle Risiko frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
6. In Bewegung bleiben
Körperliche Ausdaueraktivität senkt Blutfette, Blutzucker und Blutdruck, reduziert das Risiko für Arteriosklerose, stärkt die Herzkraft, unterstützt bei der Gewichtsabnahme und hilft beim Stressabbau.
Optimal sind mindestens fünf Mal die Woche 30 bis 60 Minuten Ausdaueraktivität (flottes Gehen, Laufen, Radfahren, Schwimmen etc.) und eine insgesamt aktive Lebensweise, die sitzende Tätigkeiten durch Bewegungseinheiten ausgleicht (z. B. Spazierengehen in der Mittagspause, Wandern, mit dem Rad zur Arbeit/Einkauf).
Auch kürzere Einheiten können helfen: zum Beispiel zügiges Spazierengehen für zehn bis 15 Minuten. Generell gilt: Jedes Mehr an Aktivität wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Am besten den Alltag so bewegt wie möglich gestalten.
Ergänzend zum Ausdauertraining ist ein moderates Krafttraining wichtig: beispielsweise Kraftübungen mit niedriger Belastung und hoher Wiederholungsrate (z. B. 30 % der Maximalkraft bei 20 Wiederholungen – Pressatmung unbedingt vermeiden). Ebenso ein Mobilitäts- und Beweglichkeitstraining (z. B. Gleichgewichts- und Dehnübungen).
Neuere Studien zeigen auch, dass sich ein isometrisches Krafttraining (z. B. 4 x 2 Min. Wandsitzen) günstig auf den Blutdruck auswirkt.
7. Gesund ernähren
Eine gesunde Ernährung lohnt sich: unter anderem verringert sie Entzündungsvorgänge im Körper, verbessert die Funktion der zarten Gefäßinnenhaut (Endothelfunktion), optimiert die Wirkung des eigenen Insulins, senkt den Blutdruck und hilft das Übergewicht am Bauch zu vermeiden.
Herzspezialisten propagieren die traditionelle Mittelmeerküche mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten (z. B. Bohnen, Erbsen, Linsen), Oliven- und Rapsöl, weniger Fleisch, eher Fisch (Lachs, Hering, Makrele); wenn Fleisch, eher weißes, Milchprodukten (idealerweise fermentiert wie z.B. Quark, Joghurt, Käse) sowie Kräutern und Gewürzen statt viel Salz.
Allein der Ersatz von herkömmlichem Natrium-Salz (Kochsalz, Speisesalz) durch 25 bis 30 Prozent Kalium-Salz senkt den Blutdruck und hilft dadurch Herzinfarkte und Schlaganfälle zu vermeiden.
Ausnahme: Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung, Einnahme eines Kaliumpräparates oder eines kaliumsparenden Diuretikums sollte auf den Salzersatz verzichtet werden.
Auf Alkohol sollte möglichst ebenfalls verzichtet werden. Alkoholfreie Tage helfen dem Herzen und den Gefäßen.
Zu viel Zucker in Lebensmitteln und Getränken erhöht das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Deshalb die Devise: Zucker in Getränken und in Lebensmitteln vermeiden.
8. Ausreichend schlafen
Schlaf und Herzgesundheit hängen eng zusammen. Daher ist ausreichend Schlaf wichtig. Wer sich nach ausreichend Schlaf morgens trotzdem müde und gerädert fühlt, sollte prüfen lassen, ob eine Atemstörung im Schlaf besteht.
Regelmäßige Check-ups
Eine wichtige Basismaßnahme für alle Menschen, um ihre individuellen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren frühzeitig zu erfassen, ist zudem der regelmäßigen Gesundheits-Check-up bei der Hausärztin oder dem Hausarzt.
Auch wer sich bereits wegen einer KHK oder anderen Herz- oder Kreislauferkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes in Behandlung befindet, sollte unbedingt alle weiteren Risikofaktoren im Blick behalten, mit Lebensstilmaßnahmen vorbeugen und sich gegebenenfalls zusätzlich medikamentös behandeln lassen.
Quelle: Deutsche Herzstiftung e. V.