Aktuelle Hinweise zu Beta-Alanin-Supplementen für Sportler

Die Aminosäure Beta-Alanin ist als Nahrungsergänzungsmittel bei Sportlern beliebt zur Leistungssteigerung. Jedoch können nach oraler Einnahme Parästhesien wie Kribbeln oder ein Hitzegefühl auftreten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor diesen unerwünschten Effekten und hat präzise Empfehlungen zur kritischen Aufnahmemenge und für Risikogruppen formuliert.

von Kirsten Bechtold
02.09.2026

Aminosäure-Nahrungsergänzungsmittel, Kreatinpulver mit Messlöffel, Sporternährung
© Foto: Inga / stock.adobe.com
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Der menschliche Organismus kann Beta-Alanin selbst herstellen und nimmt es zusätzlich über die Nahrung, insbesondere durch Fleisch und Fisch, auf.

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Im Körper ist Beta-Alanin ein wesentlicher Bestandteil von L-Carnosin, einem Dipeptid, das als starkes Antioxidans Zellen vor oxidativem Stress schützt, Säuren im Muskelgewebe puffert und die Glykierung von Proteinen hemmt.

Diese Effekte sind der Grund, warum Sportler Beta-Alanin häufig supplementieren, um die Muskelermüdung zu verzögern und die Leistungsfähigkeit, insbesondere bei hochintensiven Belastungen von ein bis vier Minuten Dauer, zu verbessern.

Risiko Parästhesien

Abhängig von der Aufnahmemenge kann Beta-Alanin nach oraler Supplementierung akute, subjektive Missempfindungen der Haut auslösen, die als Parästhesien (Kribbeln, Stechen, Hitzegefühl) bekannt sind. Diese sind nach derzeitigem Kenntnisstand reversibel und nicht mit strukturellen Schädigungen verknüpft.

Das BfR weist darauf hin, dass die Datengrundlage für Aussagen zu Beta-Alanin – sowohl hinsichtlich potenzieller Wirkungen als auch unerwünschter Effekte, insbesondere bei langfristiger Anwendung und für vulnerable Gruppen – nach wie vor schlecht ist. Es rät dazu, auf das Risiko für Parästhesien bei der Abgabe von Nahrungsergänzungsmitteln hinzuweisen

BfR-Empfehlungen

  • Einzeldosis: Die Einzeldosis sollte unter 400 Milligramm (mg) liegen, um das Risiko von Parästhesien zu minimieren.
  • Tagesdosis: Werden mehrere Dosen über den Tag verteilt, beispielsweise zusammen mit drei Mahlzeiten, sollte die gesamte Tagesdosis 1.200 mg nicht überschreiten.
  • Anwendungsdauer: Generell sollten Anwender die Nahrungsergänzung nur kurzzeitig, möglichst unter 12 Wochen, zu sich nehmen.
  • Risikogruppen: Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen ab 65 Jahren sollten Beta-Alanin-haltige Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich nicht einnehmen, da für diese Gruppen keine ausreichenden Studiendaten zur Sicherheit vorliegen.

Bessere Kennzeichnung ist wünschenswert

Aus Sicht des BfR wäre es wünschenswert, dass – analog zu Hinweisen auf anaphylaktische Reaktionen bei Arzneimitteln – auch auf Beta-Alanin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ein entsprechender Hinweis auf das Risiko vorübergehender Parästhesien angebracht wird.

Zudem sollten pulverförmige Produkte mit geeigneten Dosierhilfen versehen werden, um eine korrekte Einhaltung der empfohlenen Mengen sicherzustellen.

Quelle: BfR

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