Alzheimer: Weg frei für zweiten Antikörper
aktualisiert am 29.09.2025
Das „Committee for Medicinal Products for Human Use“ der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA hat am 25. Juli eine positive Empfehlung für die Zulassung des Antikörpers Donanemab (Handelsname Kisunla) abgegeben. Nach einer Negativempfehlung im März ist nun doch der Weg frei für einen zweiten Antikörper gegen Alzheimer in der Europäischen Union.
Der Ausschuss empfiehlt die Zulassung zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit im frühen Krankheitsstadium, allerdings nur für Menschen, die höchstens eine Kopie des Risikogens ApoE4 haben. Die Europäische Kommission folgte der Empfehlung. Am 25. September hat sie die Zulassung erteilt. Das Medikament darf damit auf den europäischen Markt gebracht werden.
In anderen Ländern bereits auf dem Markt
Kisunla ist nach Leqembi der zweite Antikörper, der in der Europäischen Union gegen Alzheimer zugelassen ist. Beide Wirkstoffe greifen gezielt Amyloid-beta-Ablagerungen im Gehirn an, die eine mögliche Ursache der Krankheit sind.
Weltweit ist Donanemab bereits in mehreren Ländern zugelassen, darunter in den USA, Großbritannien, Japan und China.
Nur wenige profitieren
Beide Alzheimer-Antikörper sind ein erster Erfolg im Kampf gegen die neurodegenerative Erkrankung, wenn auch noch nicht der Durchbruch, kommentiert die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in einer Pressemitteilung.
Und die Alzheimer Forschung Initiative weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass der geringen Wirkung beider Antikörper potenziell gravierende Nebenwirkungen gegenüberstehen. Diese seien bei Donanemab sogar noch ausgeprägter als bei Lecanemab.
Wichtig sei es daher, Erkrankten keine falschen Hoffnungen machen. Nur ein sehr kleiner Kreis profitiere von der Behandlung. Kisunla eignet sich ausschließlich für Patientinnen und Patienten in einem sehr frühen Krankheitsstadium, die bisher nur sehr leichte geistige Einbußen haben.
Beide Medikamente können Alzheimer zwar nicht heilen oder zum Stillstand bringen. Sie können jedoch das Fortschreiten der Erkrankung bei einigen Betroffenen im Alzheimer-Frühstadium verlangsamen und Patientinnen und Patienten einige Monate Zeit schenken.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Alzheimer Forschung Initiative