Alzheimerprävention: 3.000 Schritte am Tag
Die Studie untersuchte im Rahmen der Harvard Aging Brain Study, inwiefern körperliche Aktivität mit dem Voranschreiten der Alzheimerkrankheit zusammenhängt, gemessen anhand von kognitiven Fähigkeiten und der Bildung von Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen.
Dazu untersuchte das Forschungsteam 296 ältere Erwachsene über einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren. Davon wiesen 88 Personen eine präklinische Alzheimer-Demenz auf: Sie waren symptomlos, wiesen aber schon eine erhöhte Belastung von Beta-Amyloid-Plaques auf.
Zu Beginn der Studie erhoben die Forschenden sieben Tage lang mit einem Schrittzähler die Anzahl der gelaufenen Schritte und teilten die Teilnehmenden entsprechend in vier Aktivitätsgruppen ein. Eine langfristige Erfassung der sportlichen Aktivität erfolgte nicht.
Die Forschenden führten jährlich kognitive Tests durch und maßen die Beta-Amyloid- und Tau-Ablagerungen durch Positronen-Emissions-Tomografie ebenfalls zu Beginn und dann nach drei, fünf, acht und elf Jahren.
Gedächtnisverlust verlangsamt
Bei körperlich aktiven Personen mit präklinischem Alzheimer beobachtete die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen geringeren kognitiven Abbau sowie eine geringere Tau-Akkumulation als bei den körperlich inaktiven.
3.000 Schritte pro Tag würden schon einen Unterschied erzielen. Bei mehr als 7.500 Schritten stellte sich ein Plateaueffekt ein, was darauf hindeutet, dass mehr Aktivität keine weiteren positiven Auswirkungen auf die Erkrankung hat.
Laut Professor Emrah Düzel, Direktor des Instituts für kognitive Neurologie und Demenzforschung am Universitätsklinikum Magdeburg, zeigt die Studie zum ersten Mal Effekte bei Menschen, die bereits Alzheimer-typische Veränderungen im Gehirn haben. "Hier scheint körperliche Aktivität die Ausbreitung dieser Veränderungen über Jahre hinweg zu verlangsamen und in Verbindung damit die mentale Leistungsfähigkeit zu schützen." Auch wenn die Grund dafür noch nicht geklärt sind, hält der Experte die Daten für ermutigend.
Praxisrelevanz
Er empfiehlt: "Wenn Sie sich die Ergebnisse zu Herzen nehmen und mindestens 5.000 bis 7.000 Schritte am Tag gehen, machen Sie wenig falsch. Aber lassen Sie sich von den Studienergebnissen nicht in die Irre führen: Geben Sie sich damit nicht zufrieden nur 5.000 Schritte am Tag zu gehen."
Es gibt eine Reihe von Sportarten wie Radfahren, Tanzen oder Joggen, die aufgrund Ihrer Intensität und Stimulation des Gehirns zusätzliche Effekte haben können. Die Studienergebnisse sagen nicht, dass diese Sportarten und Bewegungsformen nicht erforderlich sind. Darüber hinaus sollten Sie das Spazierengehen mit der Exploration Ihrer Umgebung, oder gar von neuen Umgebungen kombinieren.“
Quelle: Science Media Center Deutschland