Angst überwinden
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben einen Leptin-sensitiven Schaltkreis im Gehirn identifiziert. Dieser wirkt der Angst entgegen und stellt ein ausgeglichenes Verhalten wieder her, fanden sie im Mausmodell heraus.
Leptin als Regulator
Das Hormon Leptin wird im Fettegewebe produziert und reguliert im Gehirn den Energiehaushalt, beeinflusst Appetit und Essverhalten. Es wirkt auf Nervenzellen, die über Leptin-Rezeptoren verfügen. Viele dieser Nervenzellen befinden sich im lateralen Hypothalamus. Das ist die Gehirnregion, in der Stoffwechselsignale zusammenlaufen und das Essverhalten reguliert wird.
Im Mausmodell zeigte das Team, dass die Aktivität Leptin-sensitiver Nervenzellen des lateralen Hypothalamus den Angstzustand eines Individuums vorhersagt. Die Aktivität konnte so verändert beziehungsweise verstärkt werden, dass Entscheidungen selbst unter angstauslösenden Bedingungen wieder möglich waren: Die Mäuse wurden mutiger und trauten sich, in exponierte Bereiche einzutreten oder sich dort Nahrung zu nähern.
Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten sind die neuronalen Schaltkreise im Hypothalamus zwischen Maus und Mensch sehr ähnlich. Sie sehen daher in der Entschlüsselung Leptin-sensitiver Mechanismen im lateralen Hypothalamus eine Grundlage für die klinische Forschung und Arzneimittelentwicklung, beispielsweise für Medikamente gegen die Essstörung Anorexia nervosa.
Quelle: IDW