ApoMomentum 2026: Beratungskompetenz als Stärke

Persönliche Beratung, Fachkompetenz und Verlässlichkeit prägen die Beziehung zwischen Apothekenteams und Kundschaft beziehungsweise Pharmaherstellern. Künstliche Intelligenz spielt im Apothekenalltag hingegen bislang nur eine Nebenrolle. Das zeigt die Studie ApoMomentum 2026, die am 16. September auf der Expopharm in München vorgestellt wurde.

von Kirsten Bechtold
17.09.2026

PTA/Apothekerin reicht einem Kunden eine Tüte mit Arzneimitteln.
© Foto: Syda Productions / stock.adobe.com
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  • Trotz Lieferengpässen, Bürokratie und Honorardruck bewerten Apothekenteams ihren Alltag leicht positiv.
  • Persönliche Beratung und Fachkompetenz sind die wichtigsten Vertrauenstreiber bei Kundschaft, PTA nennen zusätzlich Verlässlichkeit besonders oft.
  • Künstliche Intelligenz wird sichtbarer, aber im Alltag noch selten genutzt – Transparenz bleibt entscheidend.

Apothekenalltag: Ambivalenz mit positiver Tendenz

Ihren Apothekenalltag bewerten die Apothekenteams überwiegend ambivalent, erkennbar daran, dass sie häufig die Antwortmöglichkeit „teils, teils“ wählten, allerdings mit leicht positiver Tendenz: Je nach Berufsgruppe und Teamgröße bewertet etwa ein Viertel bis gut zwei Fünftel der Befragten die Situation ihrer Apotheke eher oder sehr positiv.

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Zu den größten Belastungen in der Offizin gehören Lieferengpässe: 67 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker und 71 Prozent der PTA nennen sie als eine der drei größten Herausforderungen im Apothekenalltag. Dahinter folgen Honorar und Wirtschaftlichkeit mit 63 beziehungsweise 55 Prozent sowie Bürokratie mit 57 beziehungsweise 59 Prozent.

Auch der Wettbewerb durch Versandapotheken und der Personalmangel beschäftigen die Teams. Digitalisierung spielt mit 15 beziehungsweise 16 Prozent dagegen eine deutlich geringere Rolle.

Studiendetails

Die Studie ApoMomentum ist eine Kooperation zwischen der Mediaagentur pilot und dem Deutschen Apotheken Verlag. Die Befragung erfolgte das zur Mediengruppe Deutscher Apotheker Verlag gehörenden DeutscheApothekenPortal.

Insgesamt nahmen vom 1. Juli bis 6. August 2026 1.415 Personen daran teil, darunter 736 Apothekerinnen und Apotheker, 669 PTA. 10 Teilnehmende gehörten zum Bereich "Sonstige Berufsgruppen". Die Ergebnisse wurden am 16. September auf der Expopharm in München vorgestellt.

Vertrauen in die Vor-Ort-Apotheke

Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die Beratungskompetenz eine besondere Stärke der Vor-Ort-Apotheke. Rund acht von zehn Befragten erleben das Vertrauen der Kundschaft in das Apothekenteam als eher oder sehr stark.

Besonders deutlich zeigt sich das bei der Selbstmedikation: 69 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker und 75 Prozent der PTA nehmen hier ein besonders hohes Vertrauen wahr. Auch wenn Alternativen oder Ersatzprodukte gefragt sind oder Lieferengpässe eine andere Lösung erfordern, kommt der pharmazeutischen Beratung eine wichtige Rolle zu.

Bei den Faktoren, die dieses Vertrauen stärken, sind sich beide Berufsgruppen nahezu einig. An erster Stelle steht die persönliche Beratung mit 77 beziehungsweise 79 Prozent, dicht gefolgt von der Fachkompetenz des Teams mit 74 beziehungsweise 73 Prozent. Auch räumliche Nähe und Erreichbarkeit sind für mehr als die Hälfte ein wichtiger Faktor.

Pharmahersteller: Verlässlichkeit und Evidenz schaffen Vertrauen

Auch das Vertrauen in Pharmahersteller hängt für die Apothekenteams vor allem von konkreten Faktoren ab. Für 63 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker ist die Verlässlichkeit der Lieferkette ein besonders wichtig. Bei den PTA liegen Lieferkette (61 %) und Preis-Leistungs-Verhältnis (60 %) an der Spitze.

Wissenschaftliche Evidenz beziehungsweise Studienlage, Retouren-Regelungen, Fortbildungsangebote und Transparenz bei Lieferengpässen folgen dahinter. Die Qualität der Werbung für Fachkreise nennen 20 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker sowie 26 Prozent der PTA als vertrauensbildenden Faktor.

Produktbotschaften entfalten ihre Wirkung vor allem dann, wenn sie mit Verlässlichkeit, wissenschaftlicher Evidenz und einem konkreten Mehrwert für die Apotheke verbunden sind. Mediale Fachkampagnen und Außendienst sollten dabei zusammenspielen und die Apothekenteams im Arbeitsalltag unterstützen.

KI wird sichtbarer – Transparenz entscheidet über Vertrauen

Künstliche Intelligenz ist im beruflichen Umfeld der Apotheken angekommen. Rund zwei Drittel aller Teilnehmenden beobachten, dass ihr Einsatz in den vergangenen drei Jahren merklich oder sehr stark zugenommen hat.

Selbst nutzen viele die Technologie bislang allerdings eher sporadisch: Fast drei Viertel greifen im Arbeitsalltag gar nicht oder höchstens ein- bis zweimal im Monat darauf zurück. Dass KI in den kommenden drei bis fünf Jahren Qualität und Effizienz der eigenen Arbeit deutlich verbessern wird, erwarten bislang vergleichsweise wenige Befragte.

Quelle: pilot Hamburg

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