Apotheken als Hitzeschutzinseln

Die Apothekerkammer Nordrhein unterstützt Apotheken mit einer Themenseite dabei, sich als niedrigschwellige Hitzeschutzinsel zu positionieren. Sie stellt Leitfäden und Informationsmaterialien zur Verfügung und bietet zudem themenbezogene Fortbildungen an, um das Apothekenpersonal optimal auf gesundheitliche Herausforderungen durch Hitze vorzubereiten.

von Kirsten Bechtold
03.07.2026

PTA berät freundlich lächelnd einen Kunden im HV
© Foto: Mediteraneo / stock.adobe.com
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  • Apotheken können sich als Hitzeschutzinseln positionieren, die durch Kühlung und pharmazeutische Expertise lebenswichtige Hilfe bei Hitze leisten.
  • Die Umsetzung des Konzepts Hitzeschutzinsel erfordert kühle Verkaufsräume, die sichere Lagerung von Medikamenten sowie präventive Maßnahmen für das Team.
  • Durch sichtbare Einladungen und Angebote wie Wasser oder Blutdruckchecks wird die Apotheke zum sicherheitsrelevanten Anlaufpunkt.

Was zeichnet eine Apotheke als Hitzeschutzinsel aus?

Eine Hitzeschutzinsel ist mehr als nur ein klimatisierter Raum zur Abkühlung. Laut der Apothekerkammer Nordrhein ist sie ein Zufluchtsort, an dem sich Betroffene kurz ausruhen, etwas trinken und eine qualifizierte Gesundheitsberatung erhalten können.

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Gerade für vulnerable Personen kann bereits ein kurzer Stopp in der kühlen Apotheke den entscheidenden Unterschied zwischen Kreislaufstabilität und einem hitzebedingten Notfall machen. Das Konzept der Hitzeschutz-Apotheken stützt sich dabei auf zwei wesentliche Säulen:

  • eine geschützte Umgebung mit aktiver pharmazeutischer Begleitung
  • gezielte Beratung zu Hitzeschutz und Arzneimittelsicherheit

Räumlichkeiten der Apotheke hitzeresilient gestalten

Im ersten Schritt sollten Apotheken ihre Räume und internen Abläufe an hohe Temperaturen anpassen. Wichtige Maßnahmen für den Hitzeschutz sind:

  • Einrichtung kühler Zonen im Verkaufsraum
  • effektiver Sonnenschutz an den Fenstern
  • zuverlässige Klimatisierung für angenehme Raumtemperaturen
  • sichere, temperaturkontrollierte Lagerung empfindlicher Medikamente

Gleichzeitig muss das Apothekenteam selbst geschützt werden – beispielsweise durch angepasste Dienstpläne, ausreichend kostenlose Trinkmöglichkeiten und besondere Rücksichtnahme auf gefährdete Mitarbeitende, etwa im Botendienst.

Kompetente Beratung und Hitzeschutztipps für die Kundschaft

Im zweiten Schritt rückt die pharmazeutische Beratung von verunsicherten Kundinnen und Kunden in den Fokus. Typische Fragen an heißen Tagen sind:

  • Wie viel Wasser sollte ich bei Hitze trinken?
  • Wie wirken sich hohe Temperaturen auf meinen Blutdruck aus?
  • Muss die Dosierung von Diuretika, Psychopharmaka oder bestimmten Herzmedikamenten angepasst werden?

Das Apothekenpersonal hat die notwendige Expertise, um diese Fragen zu beantworten und kann weitere Tipps geben – vom richtigen Lüften und Kühlen über angepasste Kleidung bis hin zum Erkennen von Warnsignalen für hitzebedingte Beschwerden (wie Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag).

Unterstützende Materialien

Über die Webseite der Apothekerkammer Nordrhein finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Hitze sowie verschiedene Materialien wie beispielsweise den Flyer „Die Apotheke als Hitzeschutzinsel“ zum Herunterladen.

Sichtbarkeit erhöhen: Über das Angebot informieren

Damit das Angebot angenommen wird, empfiehlt die Apothekerkammer Nordrhein, offensiv darauf aufmerksam zu machen. Plakate im Schaufenster, Gehwegaufsteller, Flyer oder kompakte Checklisten zum Mitnehmen eignen sich dafür ideal. Ein einladender Hinweis wie „Hitzeschutzinsel – kommen Sie gerne zum Abkühlen herein“ senkt die Schwelle, die Apotheke tatsächlich zu betreten.

Wird diese Kommunikation mit konkreten Serviceangeboten kombiniert – wie kostenlosem Leitungswasser in Akutsituationen, einer schnellen Blutdruckmessung oder einer kurzen Beratung zu Medikamenten bei Hitze –, entsteht für die Patientinnen und Patienten ein echter Mehrwert.

Quelle: Apothekerkammer Nordrhein

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