Asiatische Nadelameise erobert Stuttgart
Nach dem ersten Zufallsfund des Biologiestudenten entdeckte ein Forschungsteam kurze Zeit später, im Juni 2025, eine ganze Kolonie der aus Ostasien stammenden Ameise im Stuttgarter Rosensteinpark. Daran beteiligt waren unter anderem Forscher der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Die Erkenntnisse zum Erstnachweis in Deutschland wurden Ende März veröffentlicht.
„Wir konnten in dem Park eine vollständige Kolonie der Asiatischen Nadelameise mit Nachwuchs entdecken. Das zeigt, dass es sich nicht nur um einzelne eingeschleppte Tiere handelt, sondern sehr wahrscheinlich um eine lokale überwinterungsfähige Population“, berichtet Dr. Brendon Boudinot vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Damit liegt der erste gesicherte Nachweis dieser Art in Deutschland vor.“
Problematische invasive Ameisenart
Die Asiatische Nadelameise stammt ursprünglich aus Ostasien. In Europa wurde die Art unter anderem 2020 in Neapel gesichtet, berichtet ZDF heute.
Invasive Ameisen verursachen weltweit erhebliche Schäden: Sie verdrängen heimische Arten, beeinträchtigen öffentliche Grünanlagen sowie private Gärten, greifen geschützte Arten an und verändern ganze Lebensräume.
Zudem kann der Stich dieser speziellen Ameise potenziell schwere allergische Reaktionen beim Menschen auslösen.
Vor diesem Hintergrund stufte die Europäische Union die Asiatische Nadelameise im Sommer 2025 in die höchste Gefahrenklasse herauf.
Invasive Ameisenarten
Invasive Ameisen gelten seit Langem als ernstzunehmendes Risiko für die heimische Biodiversität und Ökosysteme. Häufig werden sie unabsichtlich mit international gehandelten Gütern importiert, beispielsweise in der Erde von Topfpflanzen.
In der Liste der einhundert schädlichsten gebietsfremdem Arten der Global Invasive Species Database nehmen Ameisen gleich fünf Plätze ein – darunter die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), die Großkopfameise (Pheidole megacephala) und die Gelbe Spinnerameise (Anoplolepis gracilipes).
Über Pflanzen eingeschleppt
Die Forschenden vermuten, dass die Tiere in Stuttgart über Pflanzen eingeschleppt wurden. So könnten gebietsfremde Arten als blinde Passagiere zum Beispiel in Topfpflanzen oder anderen Importgütern eingeführt werden.
Noch ist unklar, wie weit die Asiatische Nadelameise in Deutschland bereits verbreitet ist. Die Forschenden empfehlen gezielte Monitoring-Programme, um eine mögliche Ausbreitung frühzeitig zu erkennen.
Quelle: Universität Hohenheim, ZDFheute