Auto fahren: Tipps für Menschen mit Diabetes

(kib) Es gibt eine neue Version der S2e-Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“. Sie berücksichtigt bei ihren Empfehlungen, dass schwere Unterzuckerungen heute dank moderner Diabetestherapien nicht mehr so häufig auftreten wie früher. Was können Sie Diabetikerinnen und Diabetikern mit auf den Weg geben?

03.03.2026

Mann sitzt im Autor auf der Fahrerseite und hält Glukosemessgerät in der Hand
© Foto: VI Studio / stock.adobe.com
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Der Ausschuss „Soziales“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft hat die S2e-Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ im vergangenen Jahr aktualisiert. Die neue Fassung zeigt: Moderne Diabetestechnik und Medikamente, die keine Unterzuckerungen bewirken, erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich. Und: Erhöhte Glukosewerte allein führen nicht zu einer eingeschränkten Fahreignung, sodass Menschen mit Diabetes nicht pauschal von besonderen Tätigkeiten (z. B. Flug- und Schifffahrtsverkehr) ausgeschlossen werden dürfen. 

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Das können Sie raten

Die Leitlinie enthält klare Regeln für den Alltag:

  • Vor Fahrtantritt sollen Betroffene ihren Glukosewert prüfen und nur starten, wenn er ausreichend hoch ist (90 mg/dl oder höher, Schwangere mind. 80 mg/dl).
  • Menschen mit kontinuierlicher Glukosemessung sollen die Warnfunktionen aktiviert haben und auf Trendpfeile achten.
  • Bei kritischen Werten sollen sie die Fahrt unterbrechen und ihren Glukosewert stabilisieren.

Blutzuckerwerte im Blick behalten

Für den Fall, dass die Glukosewerte vor Fahrtantritt zu niedrig sind, können Sie Diabetikerinnen und Diabetikern raten, schnell wirkende Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker) zu essen oder in flüssiger Form zu sich zu nehmen. Grundsätzlich sollten solche Kohlenhydrate, die schnell den Blutzuckerspiegel erhöhen, immer griffbereit im Fahrzeug vorhanden sein.

Bei kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) muss darauf geachtet werden, dass die Grenze, ab der der Warnton ertönt, hoch genug eingestellt ist. Nur dann wird rechtzeitig vor einer Unterzuckerung gewarnt.

Wer länger unterwegs ist, sollte seinen Glukosewert regelmäßig kontrollieren. Unmittelbar unterbrochen werden sollte die Fahrt, wenn die Werte unter 70 mg/dl absinken beziehungsweise bei CGM die Trendpfeile zusätzlich nach unten zeigen. Die Unterzuckerung sollte dann zunächst behoben werden, bevor es mit der Fahrt weitergehen kann.

Nicht ablenken lassen

Klären Sie Ihre Kundinnen und Kunden zudem darüber auf, dass die Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr während der Fahrt nicht durch technische Geräte abgelenkt werden darf. Ein einfaches Antippen, um die Displayanzeige von CGM zu aktivieren, ist zulässig. Aber: Das Gerät darf hierzu nicht in die Hand genommen werden und es darf zu keiner Ablenkung vom Verkehrsgeschehen kommen.

Eingeschränkt Fahrsicherheit 

Bei neu eingestellten Diabetikerinnen und Diabetikern kann die Fahrsicherheit vorübergehend eingeschränkt sein, zum Beispiel  aufgrund von stark schwankenden Blutzuckerwerten oder Sehbeeinträchtigungen. Dann dürfen sie vorübergehend nicht Auto fahren.

Folge- und Begleiterkrankungen wie Nervenschädigungen an den Beinen oder Schlaf-Apnoe-Syndrom können die sichere Teilhabe am Straßenverkehr gefährden.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Ärzte Zeitung

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