Beratung zu Reisedermatosen

Hautinfektionen durch Parasiten wie Hakenwürmer, Fliegenlarven oder Leishmanien sind selten. Doch für Rückkehrer aus südlichen oder (sub-)tropischen Regionen sind Reisedermatosen eine reale Gefahr. Lesen Sie, welche präventiven Tipps Sie Ihren Kundinnen und Kunden für den Urlaub geben können.

von Kirsten Bechtold
21.08.2026

Tropischer Strand mit Palme, Sand und Meer.
© Foto: Anton Gvozdikov / stockadobe.com
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  • Reisedermatosen durch Parasiten verursachen starken Juckreiz, langwierige Hautentzündungen und belasten Betroffene psychisch.
  • Die Prophylaxe stützt sich auf wirksame Insektenschutzmittel (DEET/Icaridin) sowie speziell imprägnierte Moskitonetze.
  • Reisende sollten zudem verunreinigte Strände meiden und den direkten Hautkontakt mit ungeschütztem Sand zwingend verhindern.

Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft gehören Hauterkrankungen nach Durchfall und Fieber zu den dritthäufigsten unerwünschten Reisesouvenirs. Am häufigsten tritt in der dermatologischen Praxis die Larva migrans auf, gefolgt von der Myiasis und der kutanen Leishmaniasis.

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„Auch wenn einige dieser Infektionen von allein wieder verschwinden, sind sie in keiner Weise harmlos oder zu bagatellisieren“, betont Prof. Dr. Esther von Stebut, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Köln.

Der Leidensdruck für die Patienten ist enorm: Er entsteht durch ausgeprägten, anhaltenden Juckreiz, bleibende Hautentzündungen (oft im Gesichtsbereich) und die starke psychische Belastung, die mit einem Parasitenbefall einhergeht.

Eine besondere Herausforderung: Manche Symptome treten erst Wochen bis Monate nach der Rückreise auf und werden zunächst nicht mit der Reise in Verbindung gebracht. Das verzögert Diagnose sowie Therapiebeginn und erhöht das Risiko für Komplikationen.

Tipps zur Vorbeugung infektiöser Reisedermatosen

Kutane Larva migrans: Hakenwurmlarven-Infektion

  • Strände meiden, die offensichtlich durch Tierkot verunreinigt sind
  • Nicht barfuß laufen – raten Sie stattdessen zu Sandalen mit festen Sohlen.
  • Niemals direkt auf den Sand legen. Ein Handtuch ist das Minimum, noch sicherer sind Strandliegen oder dicke Matratzen.
  • Tipp für Familien: Sandburgen mit Kindern am besten im feuchten Sand direkt am Meeressaum (unterhalb der Flutlinie) bauen.

Myiasis: Befall mit Fliegenlarven

  • hochwertigen Insektenschutz (Repellents) mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin anwenden
  • ausschließlich unter imprägnierten Moskitonetzen schlafen
  • Kleidung im Urlaubsland nicht zum Trocknen im Freien aufhängen (Fliegen legen dort ihre Eier ab)
  • bestehende Wunden stets sauber halten und mit geeigneten Verbänden gut abdecken

Kutane Leishmaniasis: Von Sandmücken übertragener Parasit

  • Insektenschutzmittel (Repellents) konsequent auch in Innenräumen verwenden
  • auf langärmlige, geschlossene Kleidung achten
  • speziell imprägnierte, besonders engmaschige Moskitonetze nutzen (Sandmücken sind extrem klein)
  • nachts bei geschlossenen Fenstern schlafen und vorhandene Klimaanlagen einschalten
  • Hotelzimmer in höheren Etagen bevorzugen – dies senkt das Infektionsrisiko erheblich, da Sandmücken vorwiegend bodennah fliegen.

Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft

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