Betablocker nach Herzinfarkt: sinnvoll oder nicht?

(kib) Wer einen Herzinfarkt überstanden hat, erhält häufig präventiv einen Betablocker. Doch verringert sich dadurch das Risiko, erneut einen Herzinfarkt zu erleiden oder zu sterben? Zwei Studien und eine Metaanalyse sorgen in der Fachwelt für Diskussionen.

07.10.2025

Das Wort „Betablocker“ in einem Wörterbuch unter einer Lupe
© Foto: sharafmaksumov / stock.adobe
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Vom 29. August bis zum 1. September fand in Madrid der Kongress der European Society of Cardiology statt. Eine Frage bewegte dabei viele der angereisten Herzspezialisten: Ist eine Sekundärprävention mit Betablockern nach Myokardinfarkt sinnvoll oder nicht?

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Anlass für die Diskussionen waren zwei dort präsentierte Studien mit scheinbar kontroversen Ergebnissen: die spanisch-italienische REBOOT-Studie und die kombinierte BETAMI-DANBLOCK-Studie, die Daten aus einer norwegischen und einer dänischen Studie vereint sowie die Ergebnisse einer Metaanalyse.

So zeigte sich in der REBOOT-Studie keine Evidenz für eine präventive Wirkung von Betablockern nach Infarkt. Die Ergebnisse der BETAMI-DANBLOCK-Studie ergaben das Gegenteil.

Wie die Ärzte Zeitung berichtet, sind die auf den ersten Blick unterschiedlichen Ergebnisse aber gar nicht so kontrovers, wie es den Anschein hat. Denn beim genaueren Betrachten von Untergruppen zeigen sich auch Gemeinsamkeiten: War die Auswurfleistung des Herzens moderat erniedrigt, wirkten sich Betablocker in der REBOOT-Studie positiv aus.

In die gleiche Richtung gehen die Trends in einer entsprechenden Subgruppenanalyse von Daten der BETAMI-DANBLOCK-Studie.

Metaanalyse stützt Subgruppenanalyse

Gestützt werden beide Subgruppenanalysen durch Ergebnisse einer Metaanalyse. In diese sind individuelle Daten von insgesamt 1.885 Patienten und Patientinnen mit akutem Myokardinfarkt und moderat erniedrigter Auswurfleistung eingeflossen.

Fazit

Bei Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt und stark erniedrigter Auswurfleistung sind Betablocker als Teil der heutigen Standardtherapie unzweifelhaft von Nutzen. Nach den Ergebnissen der neuen Metaanalyse könne dieser Nutzen nun auch auf Patientinnen und Patienten mit moderat erniedrigter Auswurfleistung ausgeweitet werden.

Quelle: Ärzte Zeitung

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