Bräunen im Solarium erhöht Hautkrebsrisiko
Die Ergebnisse des Forschungsteams der Feinberg School of Medicine belegen, dass der regelmäßige Besuch auf der Sonnenbank die Wahrscheinlichkeit für Melanome deutlich erhöht. Auffällig dabei: Der Krebs entsteht häufig in Körperregionen, die dem natürlichen Sonnenlicht kaum ausgesetzt sind. Zudem treten bei Personen mit Solariumerfahrung weitaus öfter multiple (mehrfache) Melanome auf als bei jenen ohne.
An der umfangreichen Untersuchung nahmen 5.857 Patientinnen und Patienten der Abteilung für Dermatologie an der Northwestern University im Alter zwischen 18 und 70 Jahren teil. Die Einteilung erfolgte in zwei Gruppen:
- Solariumgruppe: 2.932 Personen mit quantifizierbaren Daten zur Nutzung von Sonnenbänken
- Kontrollgruppe: 2.925 Personen, die laut Anamnese noch nie in einem Solarium waren
WHO stuft Sonnenbänke als krebserregend ein
UV-emittierende Bräunungsgeräte werden von der Weltgesundheitsorganisation WHO als krebserregend für Menschen klassifiziert. Sie befinden sich damit laut der Monografie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Gruppe 1, wo unter vielen anderen Karzinogenen auch Tabakrauch und Asbest aufgeführt sind.
Das Melanom-Risiko im direkten Zahlenvergleich
Die Inzidenz für Melanome lag in der Solariumgruppe bei 5,1 Prozent – in der Kontrollgruppe lediglich bei 2,1 Prozent. Bereinigt um Faktoren wie Alter, Geschlecht, familiäre Vorbelastung und frühere Sonnenbrände, ergab sich durch die Solariumnutzung ein um den Faktor 2,85 erhöhtes Risiko für Hautkrebs.
Zudem befand sich bei den Solariumnutzerinnen und -nutzern ein größerer Anteil der Melanome an typischerweise sonnengeschützten Stellen, wie etwa am unteren Rücken oder am Gesäß.
Genomanalyse offenbart die gefährlichen Schäden
Um die molekularen Auswirkungen der künstlichen UV-Strahlung zu ergründen, entnahm das Team oberflächliche Hautproben (Shave-Biopsien) an unauffälligen Partien des oberen und unteren Rückens. Diese Proben wurden einer Exomsequenzierung unterzogen – einem molekulargenetischen Analyseverfahren, mit dem sich molekulare Gendefekte präzise identifizieren lassen.
Die Ergebnisse zeigten ein klares Bild
- Doppelte Mutationslast: Die Melanozyten der Solariumnutzenden wiesen eine fast doppelt so hohe Mutationslast auf wie jene der Kontrollgruppe.
- Krebserregende Mutationen: Pathogene Gendefekte, die direkt mit Melanomen in Verbindung stehen, kamen rund dreimal so häufig vor.
- Flächendeckende Schäden: Diese Mutationen zeigten sich bei der Solariumgruppe selbst in Hautpartien, die im Alltag durch Kleidung vor der Sonne geschützt sind.
Quelle: Ärzte Zeitung