CALOR-Liste: Mehr Arzneimittelsicherheit bei Hitze

Temperaturen an oder auch über 40 Grad Celsius belasten den Organismus. Für Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen müssen, verstärkt sich das Problem unter Umständen noch. Die am 26. Juni veröffentlichte CALOR-Liste hilft nun dabei, die Arzneimittelsicherheit bei Hitze zu verbessern.

von Kirsten Bechtold
02.07.2026

Arzt hält Patienten eine Blisterpackung mit Tabletten hin und zeigt darauf
© Foto: joyfotoliakid / stock.adobe.com
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  • Die CALOR-Liste hilft Apothekern, PTA, Ärzten, MFA und Pflegefachkräften, hitzesensible Medikamente zu erkennen und Risiken zu senken.
  • Forschende aus Köln und Hannover erarbeiteten dafür 71 geprüfte Strategien für 27 Wirkstoffklassen.
  • Die Liste ist ab sofort verfügbar, Patienten-Infos und ein Webtool folgen bis Ende 2026.

Einige Medikamente und Wirkstoffgruppen können bei extremer Wärme gefährliche Nebenwirkungen entfalten, indem sie beispielsweise die Schweißproduktion, die Hautdurchblutung oder das Durstgefühl beeinträchtigen. Das verstärkt das hitzebedingte Gesundheitsrisiko.

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Hitzewellen bedrohen vor allem ältere und vorerkrankte Menschen. Eine klimasensible Beratung gewinnt daher an Bedeutung. Eine wichtige Funktion als Multiplikator hat das Personal in Apotheken und Arztpraxen.

Um diesem Problem zu begegnen, entwickelten Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, der Uniklinik Köln sowie der Medizinischen Hochschule Hannover die CALOR-Liste (lat.: calor = Hitze). Dieses neue,  evidenzbasierte Hilfsmittel unterstützt Gesundheitsfachkräfte gezielt dabei, Risiken bei der Medikation an heißen Tagen frühzeitig zu identifizieren.

Die finale Version der CALOR-Liste für medizinisches Fachpersonal steht ab sofort zum Download bereit. Für Patientinnen und Patienten ist bis Ende 2026 zudem eine laienverständliche Aufbereitung der Hitzestrategien sowie ein interaktives Webtool geplant.

Methodik der CALOR-Liste

Für das Projekt wurde zunächst die Evidenz durch strukturierte Literaturrecherchen und internationale Best-Practice-Analysen gesichtet. Ergänzend werteten die Forschenden Routinedaten der Gesetzlichen Krankenversicherung aus und verknüpften diese mit Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes.

Daraufhin stimmten in einer Delphi-Befragung über 30 Expertinnen und Experten insgesamt 71 Strategien zu 27 hitzesensiblen Wirkstoffklassen ab. Abschließend wurde die Anwendbarkeit der CALOR-Liste im Alltag von Praxen, Apotheken und Krankenhäusern getestet.

Quelle: Universitätsklinikum Köln

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