Demenzfälle vermeiden
Grundlage der Studie sind aktuelle Daten aus dem Deutschen Alterssurvey 2023, einer bundesweiten, repräsentativen Befragung von Menschen ab 40 Jahren. Den Ergebnissen zufolge hängen rund 36 Prozent der Demenzfälle mit zwölf Risikofaktoren zusammen, die sich grundsätzlich beeinflussen lassen.
Top 5 in Deutschland
In der Studie identifizierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fünf Faktoren, die in Deutschland besonders stark zu einer Demenzentwicklung beitragen:
- Depressionen
- Schwerhörigkeit
- niedriges Bildungsniveau
- Übergewicht
- Diabetes
Viele dieser Faktoren lassen sich nicht nur über individuelles Verhalten beeinflussen. Auch Versorgung und soziale Rahmenbedingungen spielen eine Rolle, etwa der Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung, Hörhilfen oder Gesundheitsbildung, heißt es in der Pressemitteilung.
Risikomuster identifiziert
Menschen haben nicht alle die gleichen Risiken für Demenzerkrankungen. Daher untersuchten die Forschenden neben dem Gesamtrisiko zusätzlich typische Risikomuster in der Bevölkerung. Dabei identifizierten sie die folgenden Risikoprofile:
- Stoffwechsel-Profil (metabolisch): häufig Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Cholesterinwerte und Diabetes mellitus
- Sinnes-Profil: vor allem Hör- und Sehbeeinträchtigungen
- Alkohol-Profil: erhöhtes Risiko durch Alkoholkonsum
- Niedrigrisiko-Profil: insgesamt wenige Risikofaktoren
Die Risikoprofile sind klar mit sozialen und regionalen Merkmalen verknüpft, darunter Alter, Bildung, Region und Stadt-Land-Unterschiede. Menschen in Ostdeutschland und in ländlichen Regionen gehören häufiger zu den Risikogruppen. Auch ältere Männer und Personen mit niedriger Bildung sind überdurchschnittlich betroffen.
„Unserer Kenntnis nach ist dies eine der ersten Studien, die solche Untergruppen auf Basis national repräsentativer Daten für Deutschland beschreibt“, heißt es in der Mitteilung. „Die Ergebnisse zeigen, dass Demenzprävention in Deutschland ein enormes Potenzial hat – und dass Risiken in der Bevölkerung sehr unterschiedlich verteilt sind. Prävention sollte deshalb nicht nach dem ‚Gießkannenprinzip‘ laufen, sondern dort ansetzen, wo Risiken gebündelt auftreten.“
Quelle: IDW