Diagnose Absencen: Der Fall Jamal Musiala

Fußballnationalspieler Jamal Musiala (23) bricht binnen vier Tagen zweimal auf dem Feld zusammen. Die Diagnose: gut behandelbare Absencen. Dieser prominente Fall wirft wichtige Fragen auf: Was genau ist das für eine Erkrankung und wie wird sie therapiert?

von Kirsten Bechtold
20.08.2026

Fußballer auf dem Rasen in Begriff den Ball zu schießen; Ausschnitt Waden
© Foto: BillionPhotos.com / stock.adobe.com
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  • Absencen sind kurze epileptische Bewusstseinspausen, die meist im Kindesalter beginnen, aber auch Erwachsene treffen können.
  • Die Auslöser variieren von Hyperventilation bis Stress, oft treten die Attacken jedoch völlig unprovoziert auf.
  • Mit Antiepileptika wie Ethosuximid lässt sich die Erkrankung sehr gut kontrollieren, was sogar Leistungssport erlaubt.

Nach seinem zweiten Zusammenbruch auf dem Rasen innerhalb von nur vier Tagen hat der 23-jährige Profifußballer Jamal Musiala seine Diagnose öffentlich gemacht. In einem Instagram-Beitrag sprach er von einer „neurologischen Dysfunktion“ und „temporär kurz auftretenden, aber gut behandelbaren Absencen“. Die genaue Ursache und der Zeitpunkt, ab dem Musiala erstmals an diesen Aussetzern litt, sind laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht öffentlich bekannt.

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Was sind Absencen?

Medizinisch betrachtet sind Absencen eine spezifische Form generalisierter epileptischer Anfälle, die vorwiegend im Kindheits- und Jugendalter auftreten. Betroffene erleben plötzliche „Blackouts“, die meist zwischen drei und 30 Sekunden andauern. In dieser kurzen Phase kommt es zu einem Bewusstseinsverlust – die Patientinnen und Patienten sind nicht ansprechbar und reagieren nicht auf Reize aus der Außenwelt.

Der Neurologe Professor Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, erklärt gegenüber der dpa einen wichtigen Unterschied zu anderen Epilepsie-Formen: Anders als bei schweren Anfällen, die mit Stürzen und generalisierten Muskelzuckungen einhergehen, drohen bei Absencen in der Regel keine dauerhaften Folgeschäden im Gehirn.

Therapie: Gut behandelbar mit Antiepileptika

Aus pharmazeutischer Sicht ist die Prognose sehr gut. Laut Berlit lassen sich rund 80 bis 90 Prozent der Betroffenen medikamentös hervorragend einstellen. Zur Verfügung stehen hochwirksame Antiepileptika, wie beispielsweise der Wirkstoff Ethosuximid.

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Das Antiepileptikum ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie von Absencen bei Kindern. In diesem Artikel stellen wir die Herstellung eines Saftes aus dem Fertigarzneimittel Petnidan-Weichkapseln vor.

„Absencen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten, klingen oft im mittleren Erwachsenenalter wieder ab und man kann sogar die Medikamente absetzen“, so der Neurologe. Treten die Anfälle jedoch erst später im Leben auf, ist meist eine längere – oftmals lebenslange – Erhaltungstherapie notwendig. Für den Leistungssportler Musiala gibt es hierbei eine weitere gute Nachricht: Die gängigen Epilepsie-Arzneimittel gelten nicht als Doping.

Flickerlicht, Stress und Hyperventilation: Typische Trigger

Obwohl Attacken völlig unvorhersehbar auftreten können, gibt es bekannte Reize, die das Risiko erhöhen. „Es braucht keine Trigger, aber bestimmte Dinge können Anfälle provozieren“, betont Berlit. Zu den klassischen Auslösern zählen:

  • Hyperventilation: Energisches Ein- und Ausatmen, typisch für starke sportliche Belastungen.
  • Flickerlicht: Starke, wechselnde Lichtreize (z. B. Stroboskoplicht oder schnelle Schattenwechsel).
  • Stress: Körperliche wie auch psychische Ausnahmesituationen.

Wie geht es sportlich weiter?

Beim FC Bayern München ist man fest davon überzeugt, dass Musiala seine Karriere fortsetzen kann. Es gebe aus medizinischer Sicht aktuell keinerlei Hinweise darauf, dass er nicht weiterhin auf Weltklasseniveau Fußball spielen dürfe. Auch wenn der kurzfristige Fahrplan für seine Rückkehr auf den Platz noch offen ist, sind sich Mediziner einig: Mit der richtigen medikamentösen Einstellung steht einem beschwerdefreien Leben im Profisport nichts im Wege.

Quelle: dpa, DAZ

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