Die Hauptarbeit passiert im Kopf

(kib) Aktiv sein und positiv denken sind zwei wichtige Aspekte, wenn es um die Behandlung von chronischen Schmerzen geht. Wie Patienten das trainieren können, erläuterte Dr. Oliver Kuhnt kürzlich in einem Vortrag am Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation in Trier.

10.07.2017

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© Foto: Thomas Jansa / stock.adobe.com
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„Akute Schmerzen sind nur von kurzer Dauer, chronische halten mindestens sechs Monate an“, erklärte der leitende Psychologe des Schmerzzentrums der Fachklinik Enzensberg, Füssen im Allgäu. Die Klinik ist darauf spezialisiert, chronische Schmerzen mit vielfältigen Therapien zu behandeln. Psychologische Einzel- und Gruppentherapie, Bewegung, Kreative Therapie oder der Spaziergang mit einem Hund gehören zum Beispiel dazu.

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„Die Hauptarbeit passiere im Kopf“, sagte er. Es ginge darum, die Einstellung zum Schmerz zu verändern, aber auch aktiv zu sein. „Angst ist ein großes Problem – Angst vor Schmerz und dadurch vor Bewegung. Damit trägt die Angst jedoch zur Chronifizierung bei.“

Sport, das Treffen mit Freunden, gut kochen und genießen zum Beispiel verbesserten insgesamt die Lebenszufriedenheit. Dies erleichtere den Umgang mit Schmerzen. Das müssten sich Patienten bewusst machen und für sich „Eigenverantwortung übernehmen“. Und vor allem immer am Ball bleiben und weitermachen.

Um Stress somit auch Verspannungen abzubauen, können positive Gedanken, das Abreagieren durch Sport und Entspannungsübungen helfen. Als Bespiel für eine eninfache Entspannungsübung stellte er die „Entspannungsübung 4711“ vor. Als Gedächtnisstütze empfahl er, an das Kölnisch Wasser 4711 zu denken. Bei der Übung setzt man sich bequem hin, atmet ein und zählt dabei bis vier, atmet aus und zählt bis sieben und das Ganze elf Mal. „Wenn ich am Schreibtisch sitze und einen unangenehmen Anruf hatte, denke ich 4711, mache meine kleine Atemübung und schon geht es mir besser.“, so Kuhnt. 

Quelle: IDW

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