Drip-Spa-Infusionen: Wellness mit Risiko
Drip-Spas werden intensiv beworben: Sie sollen das Immunsystem stärken, das Aussehen verjüngen, die Leistungsfähigkeit steigern und die Leberfunktion unterstützen. Bei einer Sitzung, die in der Regel 45 bis 180 Minuten dauert, gelangt ein hochdosierter Vitamin-Cocktail inklusive Mineralstoffen und weiteren – teils nicht exakt deklarierten – Substanzen per Infusion direkt in den Blutkreislauf.
BfArM warnt: Keine zugelassenen Arzneimittel
Wie das BfArM deutlich macht, handelt es sich bei diesen Infusionslösungen nicht um zugelassene Arzneimittel. Das bedeutet: Es gibt keinerlei Nachweise im Sinne des Arzneimittelgesetzes für deren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität. Auch ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis ist laut den Experten wissenschaftlich nicht belegbar.
Ernsthafte gesundheitliche Risiken
Aus diesem Grund warnen Fachleute eindringlich vor der Anwendung. Es drohen unter anderem:
- Hypervitaminosen - eine gefährliche Überdosierung von Vitaminen
- Hyperhydration - eine Volumenüberladung des Blutes
- Stoffwechselprobleme - Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt
- Allergische Reaktionen - in schweren Fällen lebensbedrohlich (anaphylaktischen Schock)
Darüber hinaus birgt die unsachgemäße Handhabung der Drip-Infusionen weitere Gefahren. Wie bei jedem intravenösen Eingriff kann die Flüssigkeit fälschlicherweise ins umliegende Gewebe austreten.
Zudem sind Luftembolien oder massive Kreislaufprobleme durch eine zu schnelle Flüssigkeitszufuhr mögliche Komplikationen.
Quelle: BfArM