Ebola-Ausbruch 2026: Bundibugyo-Virus im Kongo
Die aktuelle Lage im Kongo und in Uganda
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach dem jüngsten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine Notlage ausgerufen und ihren Notfallausschuss einberufen. Dieser soll konkrete Empfehlungen zur Eindämmung der Epidemie ausarbeiten.
Im Kongo grassiert die seltene Bundibugyo-Variante des Virus. Nach offiziellen Angaben vom 19. Mai 2026 gibt es bereits 131 vermutete Ebola-Todesfälle und 513 Verdachtsfälle.
Wie ungewöhnlich und kritisch ist der Ausbruch?
In den letzten 50 Jahren kam es in der Demokratischen Republik Kongo zu 17 Ebola-Ausbrüchen. Laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC war der Verursacher meist das Zaire-Ebolavirus, gegen das ein wirksamer Impfstoff existiert.
Das Bundibugyo-Ebolavirus trat hingegen erst dreimal als Auslöser in afrikanischen Ländern in Erscheinung. Das Problem: Wegen seiner Seltenheit gibt es laut WHO für diese Ebola-Variante bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine etablierte Therapie.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch begann vermutlich in der dritten Aprilwoche, wurde aber erst Anfang Mai gemeldet. Die späte Erkennung habe dazu geführt, dass Kontaktpersonen gereist seien und die Epidemie nun weit fortgeschritten sei, erklärt Caitlin Jeanne Brady, Landesdirektorin des Dänischen Flüchtlingsrats im Kongo. Zudem handele es sich um eine Region, die zuvor noch nie mit Ebola konfrontiert war. Dies führe dazu, dass die Menschen dem Gesundheitspersonal oft misstrauen und stattdessen auf traditionelle Heilmittel setzen.
Ebola-Patient in Berlin: Wie hoch ist das Risiko für Europa?
Mittlerweile wird ein im Kongo infizierter US-Amerikaner auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt. Fabian Leendertz vom Helmholtz-Institut schätzt das Risiko für eine großflächige Ausbreitung des Ebola-Virus in Europa dennoch als gering ein. Zwar seien Einzelfälle durch Reiserückkehrer nicht völlig auszuschließen, doch weitere Ausbrüche in Ländern mit guten Gesundheitssystemen hält er für „extrem unwahrscheinlich“.
Das Auswärtige Amt warnt jedoch vor Reisen in die stark betroffene kongolesische Provinz Ituri und die umliegenden Regionen. Von nicht zwingend notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile, einschließlich der Hauptstadt Kinshasa, wird abgeraten.
Ebola-Symptome und Übertragung: Wie verläuft die Krankheit?
Die Übertragung von Ebolaviren erfolgt von Mensch zu Mensch – in der Regel durch direkten Kontakt mit erkrankten Personen oder deren Körperflüssigkeiten.
Die Erkrankung zeigt anfangs oft unspezifische Ebola-Symptome:
- Fieber und grippeähnliche Beschwerden wie Müdigkeit und Gliederschmerzen
- Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Erbrechen und Übelkeit
Im Krankheitsverlauf können weitere Symptome auftreten:
- Rötung der Bindehaut
- Ausschlag
- Kopf- und Brustschmerzen
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Schluckbeschwerden
- innere und äußere Blutungen (Hämorrhagien)
- Blut im Stuhl
- Verwirrtheit
- Krämpfe
- Atemnot
Insgesamt kann der Zustand lebensbedrohlich werden. Blut im Stuhl tritt laut Leendertz bei der aktuellen Bundibugyo-Variante allerdings nicht immer auf, was die Diagnose deutlich erschwert. Letztlich sterben die meisten Patienten an einem Multiorganversagen.
Wer die Virusinfektion überlebt, hat in Einzelfällen weiterhin mit verschiedenartigen Symptomen (u. a. Muskel- und Gelenkschmerzen sowie durch Beteiligung des zentralen Nervensystems bedingte Symptome) zu kämpfen, berichtet das Robert Koch-Institut.
Quelle: dpa, Robert Koch-Institut