Eingeschränkte Sprühfunktion bei Mometason-haltigen Nasensprays

(kib) Eine nicht sachgemäße Reinigung des Sprühkopfes ist wohl der Hauptgrund, wenn Kundinnen und Kunden die Sprühfunktion ihres Mometason-haltigen Nasensprays reklamieren. Das zeigt eine Auswertung der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Worauf sollten PTA bei der Abgabe hinweisen?

23.01.2026

Frau nutzt Nasenspray - Nahaufnahme
© Foto: Syda Productions / stock.adobe.com
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Die AMK hat die ihr vorliegenden Spontanmeldungen zu Mometason-haltigen Nasensprays im Zeitraum von Januar 2017 bis September 2025 ausgewertet. Insgesamt wurden 208 Beanstandungen zu eingeschränkter Sprühfunktion erfasst, darunter 26 Meldungen zu nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

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Apotheken berichteten hierin, dass teils bereits nach wenigen Anwendungen nur noch ungleichmäßige oder keine Sprühstöße mehr abgegeben werden konnten. Betroffen sind Arzneimittel von 17 verschiedenen Zulassungsinhabern.

Für acht Fälle konnte ein herstellungsbedingter Qualitätsmangel bestätigt werden. In 45 der AMK vorliegenden Firmenstellungnahmen mit erfolgter Musteruntersuchung wurden herstellerbedingte Ursachen hingegen ausgeschlossen. In 24 Prüfungen dokumentierten die Firmen Manipulationen am Nasenstück, etwa den Versuch, den Sprühkopf mit spitzen Gegenständen gangbar zu machen. Die Unternehmen führen das Fehlerbild somit überwiegend auf eine nicht sachgemäße Reinigung beziehungsweise Manipulation des Applikators zurück.

Was tun bei Reklamation?

Die AMK empfiehlt, bei Reklamationen defekter Pumpmechanismen zunächst die durchgeführte Reinigung zu erfragen, um zwischen einem Verdacht eines Qualitätsmangels des betroffenen Arzneimittels und einem (potenziellen) Anwendungsfehler zu differenzieren.

Weiterhin sollte das pharmazeutische Personal bei Abgabe Mometason-haltiger Nasensprays Patientinnen und Patienten auf die korrekte Handhabung und Reinigung gemäß Gebrauchsinformation hinweisen

Schütteln ist wichtig

Bei Mometason-haltigen Nasensprays handelt es sich um thixotrope Formulierungen, bei denen die Suspension im Ruhezustand dickflüssig erscheint, die Viskosität bei mechanischer Beanspruchung (Schütteln) hingegen abnimmt.

In den jeweiligen Produktinformationen sind daher Hinweise hinterlegt, ob das Präparat gegebenenfalls vor der Erstanwendung aktiviert beziehungsweise ob die Suspension vor jeder Anwendung aufgeschüttelt werden muss.

Sprühkopf regelmäßig reinigen

Nach Anwendung können zudem Rückstände der Suspension im Nasenstück verbleiben und über die Zeit (in Ruhe) gelartig werden und so zur Verstopfung der Austrittsöffnung führen.

Daher empfehlen die Gebrauchsinformationen der betroffenen Präparate, das Nasenstück und die Schutzkappe regelmäßig in warmem Wasser zu reinigen und anschließend unter fließendem Wasser abzuspülen.

Nicht mit spitzen Gegenständen bearbeiten

Die Austrittsöffnung darf nicht mit Nadeln oder anderen spitzen Gegenständen bearbeitet werden, da dies den Sprühkopf beziehungsweise den Mechanismus für die Feinverneblung (irreparabel) beschädigen kann. In Folge ist die korrekte Dosisabgabe beeinträchtigt. Die Öffnung misst etwa 0,2 Millimeter, die dahinterliegende Verwirbelungskammer ist noch feiner strukturiert..

Quelle: AMK

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