Einkommensknick nach Geburt
Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen: Mütter verdienen im vierten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes durchschnittlich fast 30.000 Euro weniger als gleichaltrige Frauen, die (noch) keine Kinder haben. Bisherige Schätzungen lagen bei rund 20.000 Euro und damit etwa 30 Prozent zu niedrig. Das Alter der Mütter bei der Geburt spielt dabei eine wichtige Rolle, wie hoch der Einkommensknick ausfällt.
Auswirkungen auf Karriere und Rente
„Werden Frauen unter 30 Jahren erstmals Mutter, erleiden sie einerseits Verluste im gegenwärtigen Einkommen, andererseits verpassen sie auch wichtige Karriereschritte in der besonders prägenden frühen Berufsphase mit entsprechenden Folgen für ihren weiteren Werdegang“, heißt es in der Pressemitteilung.
Frauen, die zu einem späteren Zeitpunkt Kinder bekommen, hätten diese Phase mit häufig hohem Lohnwachstum bereits durchlaufen und sich im Arbeitsmarkt etabliert. In absoluten Zahlen verdienen sie mit der Geburt des Kindes zwar deutlich weniger, beispielsweise weil sie in Teilzeit arbeiten. Doch auf lange Sicht gelingt es ihnen besser als jüngeren Müttern, ihre Karriere nach der Geburt weiterzuverfolgen, berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Allgemein gilt, dass die geburtsbedingten Einkommensverluste langfristige Auswirkungen haben. Vergleichsweise traditionelle Geschlechterrollen in Deutschland und ein Kinderbetreuungsangebot, das trotz mehrerer Ausbauschritte oft keine Vollzeitarbeit erlaubt, tragen häufig zu dauerhafter Teilzeitarbeit von Müttern bei, sodass beispielsweise für sie häufig auch die Rentenzahlungen niedriger ausfallen.
Bisherige Schätzungen liegen zu niedrig
Bleibt das Alter bei der ersten Geburt außen vor, werden Mütter untereinander verglichen, obwohl beide Gruppen bereits die Auswirkungen der Geburt auf ihr Einkommen erfahren. Für verlässliche Ergebnisse müssten Mütter aber mit gleichaltrigen Frauen verglichen werden, die noch keine Kinder haben.
Die Autoren schlagen deshalb vor, das zurzeit für die Ermittlung des Einkommensknicks genutzte Verfahren anzupassen und gleichaltrige Frauen mit und ohne Kinder zu vergleichen.
Quelle: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung