Ende der Apothekenpflicht?

(kib) Im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn fand am 13. Juni die Sitzung des Sachverständigenausschusses für Apothekenpflicht statt. Den Empfehlungen zufolge werden als traditionelle pflanzliche Arzneimittel registrierte Fertigarzneimittel mit Teufelskrallenwurzel und Thymiankraut wohl apothekenpflichtig bleiben. Anders sieht es aus bei Birken- und Orthosiphonblättern sowie Goldrutenkraut.

21.06.2017

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© Foto: Comstock Images / Stockbyte / Thinkstock
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Auf der Sitzung wurden Anträge, denen zufolge die als traditionelle pflanzliche Arzneimittel (§ 39 a – d AMG) registrierten Fertigarzneimittel mit „Teufelskrallenwurzel und ihre Zubereitungen, auch mit Zusatz arzneilich nicht wirksamer Stoffe oder Zubereitungen“ sowie mit „Thymiankraut und seine Zubereitungen, auch in Mischungen mit Primelwurzel und ihren Zubereitungen, auch mit Zusatz arzneilich nicht wirksamer Stoffe oder Zubereitungen“ aus der Apothekenpflicht entlassen werden sollten, mehrheitlich abgelehnt.

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Dagegen hat der Ausschuss dem Verordnungsgeber mehrheitlich empfohlen, folgende ebenfalls als traditionelle pflanzliche registrierte Arzneimittel in die Freiverkäuflichkeit zu entlassen:

  • „Birkenblätter und ihre Zubereitungen, auch in Mischungen mit Orthosiphonblättern und ihren Zubereitungen und/oder Goldrutenkraut/Echtem Goldrutenkraut und seinen Zubereitungen, auch mit Zusatz arzneilich nicht wirksamer Stoffe oder Zubereitungen“,
  • „Orthosiphonblätter und ihre Zubereitungen, auch mit Zusatz arzneilich nicht wirksamer Stoffe oder Zubereitungen“ und
  • „Goldrutenkraut/Echtes Goldrutenkraut und seine Zubereitungen, auch mit Zusatz arzneilich nicht wirksamer Stoffe oder Zubereitungen.“

Zudem wurde empfohlen den Grenzwert für Arsen für in Flaschen abgefüllte freiverkäufliche Heilwässer von 0,04 mg/l auf 0,01 mg/l abzusenken.

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Ausschusses wird von den zuständigen Bundesministerien ein Verordnungsentwurf erstellt, der das vorgeschriebene Verfahren einschließlich der Zustimmung durch den Bundesrat durchlaufen wird. Daher können sich noch Modifikationen ergeben.

Mit dem Inkrafttreten der geänderten Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel (AMVerkRV) ist frühestens in einigen Monaten zu rechnen. 

Quelle: AMK

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