Erste Leitlinie zu nicht hormoneller Verhütung erschienen

(kib) In den letzten Jahren ist in Bezug auf die Wahl der Verhütungsmethode eine deutliche Trendwende zu beobachten: Weg von der „Pille“ hin zu hormonfreien Alternativen. Jetzt gibt es erstmals eine Leitlinie, die sich der nicht hormonellen Verhütung widmet.

09.02.2024

Bunte, einzeln verpackte Kondome
© Foto: CatLane / Getty Images / iStock
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Um Anwenderinnen und Anwendern eine umfassende Beratung zu allen Verhütungsmethoden anbieten zu können, muss das Wissen um nicht hormonelle Kontrazeptiva intensiviert werden, betonen die Leitlinienautorinnen und -autoren. Inzwischen löste das Kondom zum Beispiel die „Pille“ als Verhütungsmittel Nr. 1 ab. Das PTA MAGAZIN berichtete.

Vor diesem Hintergrund diskutiert die jetzt veröffentlichte S2k-Leitlinie verschiedene nicht hormonelle Kontrazeptionsmethoden, wobei Vorteile und Einschränkungen betrachtet und aufgelistet werden. Die Leitlinienautorinnen und -autoren gehen auf folgende Verhütungsmethoden ein:

  • natürliche Familienplanung
  • Laktationsamenorrhoe
  • Barrieremethoden für den Mann und die Frau
  • Coitus interruptus
  • intrauterine Verhütungsmethoden
  • Sterilisation für Mann und Frau

Natürliche Familienplanung

Hierbei geht es um Methoden der Zyklusbeobachtung. Die Leitlinie betont, dass die Methoden der natürlichen Familienplanung bei korrektem Erlernen anwendbar seien. Geachtet werden sollte jedoch auf Sonderregeln, die je nach individueller Lebenssituation variieren können. Zu diesen Situationen gehören beispielsweise die Zeit nach der Geburt, die Stillzeit sowie die Perimenopause, aber auch die Anwendung von Medikamenten, die den Zyklus beeinflussen.

Laktationsamenorrhoe

Diese Methode richtet sich hauptsächlich an Frauen, die ihr Neugeborenes stillen. Sie ist der Leitlinie zufolge zu 98 Prozent sicher, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Es besteht eine Amenorrhoe.
  • Es wird voll gestillt.
  • Das Kind ist noch keine 6 Monate alt.

Barrieremethoden für den Mann und die Frau

Zu diesen Barrieremethoden gehören Kondome für Männer und für Frauen sowie Diaphragma und Portiokappen.

Da bei Sexualität auch stets das Risiko von sexuell übertragbaren Infektionen einbezogen werden sollte, wird an dieser Stelle zusätzlich erwähnt, dass die konsistente und korrekte Anwendung des Kondoms effektiv das Risiko für HIV und STI wie Chlamydien, Gonorrhoe oder Trichomoniasis verringert.

Coitus interruptus

„Coitus interruptus“ wird das rechtzeitige Herausziehen des Penis aus der Vagina bezeichnet, was in Fachkreisen zwar grundsätzlich nicht als Verhütungsmethode bewertet wird, im Alltag jedoch oft von Paaren angewendet wird. Aus diesem Grund wird auch diese Möglichkeit erörtert. Fazit ist allerdings, dass diese Methode nicht empfohlen werden sollte. Sie sei zu unsicher.

Intrauterine Verhütungsmethoden

Zu den intrauterinen Verhütungsmethoden gehören hormonfreie kupferfreisetzende Pessare, zum Teil mit Legierungen Silber und Gold, in unterschiedlichen Formen. Diese Arten der Kontrazeption sind sehr effektiv. Deshalb soll auch die Nutzung intrauteriner Verhütung in die Beratung von Patientinnen und Patienten eingebunden werden.

Sterilisation für Mann und Frau

Das Verfahren ist sicher. Es gibt jeweils verschiedene operative Vorgänge, die durchgeführt werden können. Sie sollte jedoch Frauen und Männern vorbehalten werden, die definitiv keine Kinder mehr bekommen möchten.

Quelle: IDW

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