Fallbeispiel: Rohmilch verursacht Herzprobleme

(kib) Eine 72-jährige Frau wird im Stadtspital in Zürich aufgenommen. Sie hat Fieber, an Gewicht verloren und leidet unter ständiger Müdigkeit. Die Spurensuche zeigt: Auslöser waren Rohmilchprodukte.

02.10.2025

Frische Milch wird aus einer Plastikflasche in einen Metallcontainer gegossen.
© Foto: Emvats / stock.adobe.com
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Über den Fall berichtet die Ärzte Zeitung: Eine 72-jährige Frau stellt sich mit Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl und Gewichtsverlust im Stadtspital Zürich vor. Ihr war sechs Jahre zuvor eine bioprothetische Aortenklappe implantiert worden.

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Sie berichtet darüber, vor fünf Monaten während eines Aufenthalts auf der Insel Elba Fieber und Schüttelfrost entwickelt zu haben. Dort hätte sie rohe Milchprodukte verzehrt.

Die Diagnose

Die Blutwerte für Antikörper gegen Coxiella burnetii waren stark erhöht. Zur weiteren Diagnostik entschied sich das Team aus Zürich daher für eine kardiale FDG-PET/CT (kombiniertes bildgebendes Verfahren aus funktioneller (PET) und anatomischer (CT) Darstellung des Körpers). Diese sei der Schlüssel, um bei Patienten mit positiver Coxiella-Serologie und einer verdickten Aortenwurzel die richtige Diagnose zu stellen. In diesem Fall lautete sie: Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) durch Coxiella burnetii (Q-Fieber-Endokarditis).

Die Erkrankung

Das Q-Fieber wird durch das intrazelluläre gramnegative Bakterium Coxiella burnetii verursacht. Infizierte Tiere (Ziegen, Kühe und Schafe) scheiden die Bakterien aus. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt über kontaminierte Aerosole, direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder den Verzehr von Rohmilchprodukten. Die Symptome einer Coxiella burnetii-Endokarditis sind unspezifisch.

Die Therapie

Die Behandlung erfolgt gemäß den Schweizer Forschenden mit Doxycyclin (200 mg/d) und Hydroxychloroquin (200 – 600 mg/d) für mindestens 18 Monate bei Endokarditis (native Klappen) beziehungsweise 24 Monate (Prothesenklappen). Der Therapieerfolg wird durch die Überwachung der Antikörpertiter alle drei Monate bestimmt.

So ging der Fall aus

Die Frau erhielt die empfohlene Therapie. Es kam jedoch zu Komplikationen. Drei Wochen nach initialer Vorstellung wurde die Aortenklappe ausgetauscht. Eine PCR-Probe war stark positiv für Coxiella burnetii. Bei der Nachuntersuchung nach sechs Monaten war die Patientin beschwerdefrei, das C-reaktive Protein lag im Normalbereich, und die Antikörpertiter von Coxiella burnetii waren gesunken.

Quelle: Ärzte Zeitung

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