Fertiglebensmittel unter der Lupe

(kib) Wie viel Energie, Zucker, Fett und Salz steckt aktuell in Nudelsoßen, Tiefkühlgerichten oder Fleischersatzprodukten? Das wollten Experten des Max Rubner-Instituts wissen. Die gefundenen Werte verglichen sie mit denen aus dem Jahr 2016.

09.06.2022

Frau schaut mit einem Auge durch eine Lupe
© Foto: metamorworks / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)
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Insgesamt wurden fast 4500 Produkte untersucht. Die Ergebnisse fanden Eingang in den Bericht „Produktmonitoring 2021“, der im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erstellt wird. Dabei wurden für den aktuellen Bericht neben signifikanten Verringerungen auch erstmals signifikante Erhöhungen untersucht.

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Produkte in Kinderoptik

Ein Fokus des Produktmonitorings lag erneut auf der besonders sensiblen Gruppe der Kinder. Bei den Produkten mit Kinderoptik zeigt sich, dass diese gegenüber vergleichbaren Produkten ohne Kinderoptik überwiegend geringere Energie-, Fett-, Zucker- und Salzgehalte aufweisen oder zumindest im gleichen Bereich liegen.

So enthalten Ketchups mit Kinderoptik weniger Energie und Zucker als Tomatenketchups ohne Kinderoptik und haben den niedrigsten Salzgehalt innerhalb der kalten Soßen.

Bei der Gesamtheit des Feingebäcks mit Kinderoptik sind die Gehalte an gesättigten Fettsäuren und Zucker im Vergleich zur Basiserhebung geringer. Waffelgebäck mit Kinderoptik fällt allerdings durch vergleichsweise hohe Fettgehalte auf.

Nudelsoßen mit weniger Salz

Nudelsoßen enthalten im Durchschnitt weniger Salz als bei der Basiserhebung 2016. Dies trifft für die Gesamtstichprobe zu, aber auch für die Untergruppen Bolognesesoßen mit Fleisch und Tomatensoßen mit Gemüse/Pilzen. Weniger Energie und Fett im Vergleich zur Erhebung 2016 enthalten die hellen Nudelsoßen, zum Beispiel Carbonara.

Energiereiche kalte Soßen 

Die Gruppe der kalten Soßen umfasst beispielsweise Ketchup oder Grillsoßen. Hier fallen im Vergleich zur Basiserhebung 2016 insbesondere die süß-sauren/süß-scharfen Soßen durch höhere Gehalte an Energie, Zucker und Salz auf. Tomatenketchup und Gewürzketchup hingegen enthalten weniger Salz als 2016.

Salzarme Tiefkühlgerichte

Die Mehrheit der untersuchten Produktuntergruppen der TK-Komplettfertiggerichte enthält im Median weniger als ein Gramm Salz pro 100 Gramm Produkt. Insgesamt haben Produkte mit sehr hohem Salzgehalt eine geringe Marktrelevanz.

Energiebombe Fleischersatzprodukte

Das Angebot an Fleischersatz- und Wurstersatzprodukten auf dem Markt nimmt stetig zu. Im Vergleich zur Basiserhebung 2016 waren die Gehalte an Energie und gesättigten Fettsäuren der Fleischersatz- und Wurstersatzprodukte in der Gesamtstichprobe 2021 signifikant höher.

Feingebäck: weniger Zucker, mehr Fett

Feingebäck wie Kekse und Waffeln werden von nahezu allen Haushalten gekauft. Im Vergleich zur Basiserhebung 2016 zeigte sich für die Gesamtstichprobe und für mehrere Produktuntergruppen, dass die Produkte der Stichprobe 2021 weniger Zucker enthalten, allerdings auch mehr Fett bzw. gesättigte Fettsäuen.

Luft nach oben

Der Vergleich der Energie- und Nährstoffgehalte der untersuchten Fertigprodukte der Basiserhebung mit der aktuellen Erhebung 2021 lässt eine kontinuierliche Entwicklung erkennen: Das Marktangebot dehnt sich teilweise zu Produkten mit niedrigeren Gehalten hin aus und es konnten zum Teil signifikante Verringerungen gegenüber der Basiserhebung festgestellt werden.

Dennoch sind weiterhin Produkte in den oberen Bereichen der Energie- und Nährstoffgehalte auf dem Markt. Die Tatsache, dass in einigen Produktgruppen die Energie- und Nähstoffgehalte im Vergleich zur Basiserhebung erhöht sind, weist darauf hin, dass es weiteres Reduktionspotenzial gibt.

Quelle: Max Rubner-Institut

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1 Kommentar

15.06.2022 - 15:07 Uhr
Kommentar von Monika Volkmann

Am besten ist immer noch selbst zubereitet. Dann weiß man, was drin ist und was man isst. Bevorzugt regional und saisonal einkaufen und verarbeiten. Und es dauert auch nicht länger.