Fingernägel als Spiegel der Ernährung

(kib) Wie gut ist die Nährstoffversorgung? Künftig könnte das mit einer Nagelprobe geklärt werden. Der neue Ansatz fürs Gesundheitsmonitoring wurde an der Hochschule Fulda entwickelt und im Rahmen der „Fulda NutriNAIL“-Studie getestet.

09.12.2025

Ausschnitt einer rechten, gekrümmten Hand
© Foto: Stepan Popov / stock.adobe.com
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Nagelproben werden hauptsächlich für toxikologische Untersuchungen auf Schwermetalle verwendet. Das Team aus Fulda wollte nun wissen, inwieweit sich diese auch für das Gesundheitsmonitoring einsetzen lassen.

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Mineralstoffanalyse

Dazu untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei 184 Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 18 und 81 Jahren zunächst die Mineralstoffzusammensetzung der Fingernägel.

Anschließend verknüpfte sie die Ergebnisse mit Ernährungsgewohnheiten, Supplementeinnahme, Gesundheitsangaben der Probandinnen und Probanden und Merkmalen der Nageloberfläche.

Die Fingernagelproben wurden mittels Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry (ICP-MS) analysiert, einer Methode zur Multi-Element Bestimmung.

Charakteristische Mineralstoffmuster

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Fingernägel speichern charakteristische Mineralstoffmuster. Diese lassen Rückschlüsse zu auf Ernährungs- und Lebensstilfaktoren. So wiesen die Nägel von Personen, die Selenpräparate einnahmen, rund 20 Prozent höhere Selengehalte auf als diejenigen von Menschen, die nicht supplementierten.

Mischköstler hatten einen höheren Selengehalt als Personen mit einem veganen oder vegetarischen Speiseplan.

Auffällig waren zudem bestimmte Nagelveränderungen, etwa brüchige Nägel, Längsrillen oder weiße Flecken, die mit Abweichungen im Kalium-, Kalium- und Natrium- beziehungsweise Chromgehalt einhergingen.

Analysen zu den Mineralstoffpaaren Kalium und Natrium sowie Calcium und Phosphor sollen künftig weitere Erkenntnisse zum Ernährungsverhalten und Lebensstil liefern.

Wie die Forscherinnen und Forscher berichten, konnten sie zeigen, dass Fingernagelanalysen eine kostengünstige, nicht-invasive und alltagstaugliche Methode für die Ernährungs- und Präventionsforschung sind.

Perspektivisch sollen die in Fulda erhobenen Daten mit KI-gestützter Bildanalyse von Nageloberflächen verknüpft werden, um Risiken für Mikronährstoffdefizite frühzeitig zu erkennen.

Quelle: IDW

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