GLP-1-Boom: McDonald’s plant proteinreichere Menüs

Die Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten verändert das Essverhalten nachhaltig. Darauf reagiert nun auch McDonald’s: Der Fast-Food-Konzern plant proteinreichere Produkte und flexible Portionsgrößen für Kundinnen und Kunden unter medikamentöser Gewichtsreduktion.

von Kirsten Bechtold
22.10.2026

Mitarbeiterin von Mc Donalds reicht Tablett mit Menü über den Verkaufsstisch.
© Foto: Heorshe / stock.adobe.com
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  • McDonald’s will auf das veränderte Konsumverhalten durch GLP-1-Therapien mit proteinreicheren Optionen und flexibleren Portionsgrößen reagieren.
  • Laut Erhebungen senken GLP-1-Anwendende ihre Fast-Food-Ausgaben spürbar und wünschen sich vermehrt kleinere Mahlzeiten.
  • Ob und wann die neuen Produktkonzepte wie Protein-Bowls oder Eiweiß-Snacks nach dem US-Start auch in Deutschland eingeführt werden, ist noch offen.

Wer GLP-1-Rezeptoragonisten (wie Semaglutid oder Tirzepatid) anwendet, muss besonders auf eine kalorienreduziert, ausgewogene und proteinreiche Ernährung achten. Diesen veränderten Essgewohnheiten will künftig auch McDonald’s Rechnung tragen. Wie Führungskräfte auf dem Investor Day in Chicago bekannt gaben, plant das Unternehmen zunächst in den USA die Einführung proteinreicherer Produktoptionen.

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In den USA besuchen rund 84 Prozent der Haushalte, in denen GLP-1-Analoga angewendet werden, weiterhin McDonald’s. Man wolle diesen Gästen zusätzliche Gründe liefern, den Restaurants treu zu bleiben, erklärte Skye Anderson, Präsidentin von McDonald’s USA .

Bislang greifen Kundinnen und Kunden, die Medikamente zur Gewichtsreduktion oder gegen Typ-2-Diabetes einnehmen, vor allem zu Chicken McNuggets, Filet-O-Fish oder Happy Meals. Sie suchen nach Mahlzeiten, die sättigen, ohne ein unangenehmes Völlegefühl auszulösen, erläuterte Anderson.

Eine Befragung des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers zeige zudem: Personen unter GLP-1-Therapie geben nach sechs bis acht Monaten knapp neun Prozent weniger in Schnellrestaurants aus als vor Therapiebeginn. Rund die Hälfte der aktuellen und ehemaligen Anwenderinnen und Anwender bemängelte, dass die Gastronomie noch nicht ausreichend auf ihre veränderten Präferenzen eingestellt sei. Ein Drittel wünscht sich kleinere Portionen zu günstigeren Preisen; etwa 32 Prozent bevorzugen halbe Portionen oder geteilte Gerichte ohne Aufpreis.

Aus diesem Grund erwägt McDonald’s, das Sortiment um proteinreiche Bowls, Salate mit Hähnchenstreifen, gegrilltes Hähnchenfleisch sowie Ei-Snacks zum Frühstück, Mittag- und Abendessen zu erweitern. Parallel dazu prüft die Kette kleinere Portionsgrößen.

Flankierend plant der Konzern eine Modernisierung seiner Filialen. Geplant sind unter anderem Abholfächer für Lieferdienste, optimierte Küchenabläufe und KI-gestützte Bestellsysteme.

Bis die angepassten Menüs flächendeckend erhältlich sind, wird es allerdings dauern. Laut McDonald’s-CEO Chris Kempczinski handelt es sich um eine langfristige Sortimentsentwicklung. Das Angebot soll schrittweise ausgerollt werden und von Land zu Land variieren. Wann und in welcher Form entsprechende Produkte in den deutschen Filialen Einzug halten, ist derzeit noch offen.

Quelle: Fast Company, Yahoo Finance

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