GLP-1-Medikamente: Gefahr für die Zähne

Forschende am LMU Klinikum München warnen vor den Auswirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten auf die Zahngesundheit. Die bekannten gastrointestinalen Nebenwirkungen der Medikamente können dem Zahnschmelz schaden. Was heißt das für die Praxis?

von Kirsten Bechtold
05.11.2026

Frau auf dem Zahnarztstuhl bei der Behandlung.
© Foto: Fellipe Ditadi / Unsplash+
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  • Nebenwirkungen wie Erbrechen, Reflux und Mundtrockenheit können den Zahnschmelz schädigen.
  • Das pharmazeutische Personal sollte bei der Abgabe der Medikamente aktiv über das Risiko, zahnärztliche Kontrollen sowie fluoridhaltige Mundspülungen aufklären.

In der Übersichtsarbeit berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und digitale Zahnmedizin des LMU Klinikums München über orale Nebenwirkungen der GLP-1-Agonisten. Insbesondere bei Semaglutid würden Erbrechen, gastroösophagealer Reflux (saures Aufstoßen) sowie Mundtrockenheit (Xerostomie) das Risiko für Zahnerosionen und Karies erhöhen. Wie hoch dieses Risiko ist, sei derzeit nicht zu quantifizieren.

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Tipps zur Prävention 

Aufgrund der Erkenntnisse aus der Übersichtarbeit raten die Autorinnen und Autoren Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten anwenden, zu einer engmaschigen zahnärztlichen Betreuung bereits zu Beginn einer Therapie.

Hier kommt neben Zahnärztinnen und Zahnärzten dem Apothekenpersonal eine wichtige Rolle zu: Bei der Abgabe entsprechender Präparate können PTA Kundinnen und Kunden gezielt für orale Spätfolgen sensibilisieren.

Zu den zentralen Empfehlungen zählen:

  • regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen
  • individuelle Fluoridierungsprogramme
  • Anwendung fluoridhaltiger Mundspüllösungen
  • gezielte Aufklärung über die Mundhygiene nach Übelkeit und Erbrechen
  • frühzeitige Intervention bei beginnenden Zahnschäden

Nach dem Erbrechen zum Beispiel geht es zunächst darum, die Säure zu verdünnen und ihre Kontaktzeit mit den Zähnen zu verringern. Als Sofortmaßnahme eignet sich gründliches Ausspülen mit Leitungswasser oder idealerweise mit einer fluoridhaltigen Mundspülung.

Quelle: LMU Klinikum München, Journal of Dental Research

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