Handekzemen vorbeugen
Wer beruflich viel Kontakt zu Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Kühlschmierstoffen oder anderen Reizstoffen hat, schädigt seine Hautbarriere. Das kann Ekzeme auslösen oder verschlimmern. Vorbeugen ist daher wichtig. Tipps hierzu enthält die S2k-Leitlinie „Berufliche Hautmittel.
Typische Beschwerden
Neben Schwellungen, Juckreiz und Schmerzen entwickeln Betroffene häufig Rhagaden (spaltförmige Einrisse). Häufig verhornt zudem die Haut an bestimmten Stellen stark (Hyperkeratose). Die richtige Anwendung von Hautschutz-, Hautpflege- und Hautreinigungsmitteln ist für die Prävention von zentraler Bedeutung.
Hautpflegecremes
Bei der Auswahl von Hautpflegemitteln spielt der aktuelle Hautzustand eine wesentliche Rolle. Generell sollten Hautpflegecremes bevorzugt werden, die einen Zusatz von wasserbindenden Stoffen enthalten (Urea und/oder Glycerol).
Fettigere Zubereitungen können bei hoher Hauttrockenheit verwendet werden, heißt es in der Leitlinie.
Handschuhe tragen
Beschäftigte im Gesundheitsbereich sollten zudem, so empfiehlt es die Leitlinie, bei Körperwaschungen flüssigkeitsdichte Handschuhe tragen, um den direkten Hautkontakt mit Reinigungsmitteln und Wasser zu vermeiden.
Hautschutzmittel sind im zeitlichen Abstand zu der Nutzung von Schutzhandschuhen anzuwenden und sollten nicht direkt vor dem Anziehen von Schutzhandschuhen aufgetragen werden, da sie unter anderem die Handschuheigenschaften beeinflussen können.
Hände reinigen
Händereinigung führt nachweislich zur Schädigung der Hautbarriere und bei zu hoher Handwaschfrequenz zu irritativen Kontaktekzemen. Aus präventiver Sicht sollte auf die Waschfrequenz, die -dauer, die Zusammensetzung der Reinigungsmittel sowie die Verwendung der Hilfsmittel (z. B. Handbürsten) geachtet werden.
Es gilt der Rat, die Häufigkeit des Händewaschens auf ein Minimum zu reduzieren, soweit dies den Hygienevorschriften entspricht. Die Reiniger sollten eher einen neutralen oder sauren pH-Wert, als einen alkalischen pH-Wert haben. Bevorzugt werden sollten milde Reinigungsmittel, die keine Reibekörper enthalten.
Die Anwendung von antiseptischen Seifen kann generell nicht empfohlen werden. Sie können die Händedesinfektion durch alkoholische Desinfektionsmittel nicht ersetzen, heißt es in der Leitlinie. Antiseptische Seifen enthalten meistens zusätzliche irritierende Stoffe wie Triclosan und Chlorhexidin.
Anwendungstipps
Die Hautschutz- und Hautpflegemittel sollten auf die trockene und saubere Haut unter Berücksichtigung der jeweiligen Arbeitsabläufen aufgetragen werden. Wie häufig, darauf hat die Leitlinie wegen fehlender Daten keine Antwort.
Von den Herstellern wird empfohlen, Hautschutzpräparate vor jeder Exposition mit hautirritativen Noxen sowie nach jeder Arbeitspause oder auch nach einem bestimmten Zeitraum (z. B. einer halben Arbeitsschicht) aufzutragen.
Demgegenüber können die Hautpflegepräparate in den längeren Pausen und nach der Arbeit angewendet werden.
In der Praxis wird zur Schätzung der ausreichenden Menge des Hautschutzmittels die Fingertip-Unit 20 (FTU) genutzt. Dabei handelt es sich um eine Maßeinheit zur Bestimmung der Salben- beziehungsweise Crememenge, gemessen von der Fingerspitze bis zur ersten Hautfalte zwischen Endglied und Mittelglied des Fingers (distale Interdigitalfalte).
Für die Mehrheit der Hautschutz- und Pflegecremes kann nach dem generellen Konsens eine FTU pro Hand empfohlen werden.
Die Durchführung einer schonenden Hautreinigung kann dazu beitragen, dass die Haut die Belastungen am Arbeitsplatz besser toleriert und sich bei eingetretenen Belastungen schneller regeneriert
Das gilt auch für das Auftragen von Pflegeprodukten auf die Haut von Patientinnen und Patienten, um einen direkten Kontakt mit möglicherweise sensibilisierenden Inhaltsstoffen zu vermeiden und die Handwaschfrequenz zu verringern.
Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft