Hantaviren auf Kreuzfahrtschiff

Die WHO meldet nach einem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff vor den Kapverden aktuell sieben Verdachtsfälle. Zwei Infektionen sind bestätigt, drei Menschen starben. Was ist das für ein Erreger? Erfahren Sie alles Wichtige über Hantavirus-Symptome, die Hantavirus-Ansteckung und wie Sie sich effektiv vor dem Virus schützen können.

05.05.2026

Hantavirus 3D-Virusstruktur, RNA-Virus
© Foto: quantic69 / istock
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Hantaviren kommen weltweit vor. Als Reservoir und Überträger dienen Nagetiere. In Deutschland ist vor allem die Rötelmaus für die Verbreitung verantwortlich. Die Tiere selbst erkranken meist nicht an dem Virus, scheiden die Erreger jedoch über Speichel, Kot oder Urin aus.

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Hantavirus-Ansteckung: Wie wird das Virus übertragen?

Atmen Menschen das Virus ein – zum Beispiel durch aufgewirbelten Staub bei der Reinigung von Schuppen, Ställen oder dem Dachboden – kann es zu einer Infektion kommen. Weitere Übertragungswege sind:

  • Bisse von infizierten Nagetieren
  • Eindringen der Viren über kleine Hautverletzungen, beispielsweise bei der Gartenarbeit
  • Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln

Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist eine Aussnahme

Der Mensch ist bei den meisten Hantaviren ein Fehl- beziehungsweise Endwirt, sodass keine relevante Mensch-zu-Mensch-Übertragung stattfindet. Eine wichtige Ausnahme ist jedoch das südamerikanische Andes-Virus. Für dieses Hantavirus ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bei engem Kontakt beschrieben.

Da das Schiff aus Südargentinien kam, muss diese Möglichkeit differenzialdiagnostisch ernst genommen werden, erklärt Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Abteilung Arbovirologie und Entomologie, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg.

Welchen genauen Ursprung die Infektionen auf dem betroffenen Kreuzfahrtschiff allerdings haben, ist zurzeit noch nicht geklärt und wird derzeit intensiv untersucht. Ebenso wird nach genauen Art des Hantavirus geforscht.

Hantavirus-Symptome

Eine Hantavirus-Infektion verläuft je nach Virustyp unterschiedlich schwer. Mitunter treten überhaupt keine Beschwerden auf. Bricht die Krankheit aus, beginnt sie meist nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen mit plötzlich einsetzendem Fieber, das drei bis vier Tage anhält.

Begleitet wird das Fieber häufig von grippeähnlichen Beschwerden wie Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Zusätzliche mögliche Symptome sind:

  • Rachenrötung und Husten
  • Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit
  • Bauchschmerzen, oft in Kombination mit Durchfall und Erbrechen (meist nach einigen Tagen)

Im weiteren Krankheitsverlauf kann die Nierenfunktion vorübergehend eingeschränkt sein.

Die Therapie konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden, da es keine ursächliche Behandlung gibt. Gut zu wissen: Die in Deutschland am häufigsten auftretende Krankheitsform heilt in der Regel folgenlos ab.

Bei dem Infektionsgeschehen auf dem Kreuzfahrtschiff ist aus Sicht von Professor Roman Wölfle, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr, die klinische Ausprägung der Fälle mit teils rascher Progression zu schwerer respiratorischer Insuffizienz bis hin zum akuten Lungenversagen bemerkenswert.

Dieses passe gut zum Bild eines Hantavirus-induzierten kardiopulmonalen Syndroms, wie es insbesondere für Hantavirus-Spezies in Nord- und Südamerika beschrieben ist. 

Tipps zum Schutz vor dem Hantavirus

Da es gegen Hantaviren keine Schutzimpfung gibt, ist Prävention der beste Schutz. Das Wichtigste ist, das direkte Wohnumfeld frei von Nagetieren zu halten:

  • Lebensmittel sichern: Bewahren Sie Essen und Tierfutter stets fest verschlossen auf.
  • Müllentsorgung: Entsorgen Sie Abfall nur in verschließbaren Mülltonnen. Essensreste gehören nicht auf den offenen Kompost.
  • Sichere Reinigung: Müssen Sie Mäusekadaver oder -kot entsorgen, lüften Sie den Raum vorher mindestens 30 Minuten.
  • Schutzkleidung: Tragen Sie dabei unbedingt eine Atemschutzmaske (Feinstaubmaske FFP3) sowie Einmalhandschuhe.
  • Entsorgung: Befeuchten Sie den Kot oder Kadaver mit Wasser, um Staub zu vermeiden. Geben Sie alles in eine Plastiktüte, verschließen Sie diese gut und werfen Sie sie in den Hausmüll.
  • Nachsorge: Säubern Sie die betroffene Fläche danach gründlich und entsorgen Sie den verwendeten Lappen. Zu guter Letzt: Gründlich die Hände waschen!

 

 

Quelle: Science Media Center Deutschland, infektionsschutz.de

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