Hitzewelle: An Kinder denken!
- Hitzeerkrankungen bei Kindern reichen von Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zum lebensgefährlichen Hitzschlag.
- Bei Warnzeichen wie über 40 Grad Celsius Körpertemperatur oder Verwirrtheit ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.
- Präventiv und als erste Maßnahme helfen ausreichendes Trinken, Schattenpausen und rasches Kühlen.
Symptome einer Hitzeerkrankung bei Kindern erkennen
Eine starke Hitzebelastung kann zu hitzebedingten Erkrankungen in unterschiedlichen Schweregraden führen. PD Dr. Dirk Holzinger, leitender Arzt der Rheumatologie an der Klinik für Kinderheilkunde (Universitätsklinikum Essen), erklärt: „Die Anzeichen einer Hitzebelastung bei Kindern und Jugendlichen reichen von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durstgefühl und Konzentrationsstörungen bis hin zu Hitzekrämpfen, Hitzeerschöpfung und im Extremfall einem Hitzschlag.“
Warnzeichen für einen schweren Verlauf (Hitzschlag):
- Körperkerntemperatur über 40 Grad Celsius
- heiße und trockene Haut
- Erbrechen und Durchfall
- Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen
- Krampfanfälle
Erste Hilfe bei Hitze: Kühlungsmaßnahmen stehen an erster Stelle
Je nach Schweregrad erfordert eine Hitzeerschöpfung ärztliche Hilfe, ein Hitzschlag erfordert zwingend eine stationäre Behandlung und Überwachung. Leichtere Formen einer hitzebedingten Gesundheitsstörung können auch ohne Krankenhausaufenthalt behandelt werden. Wichtig ist, sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Kühlung einzuleiten.
Die S1-Leitlinie „Hitzebedingte Gesundheitsstörungen in der hausärztlichen Praxis“ empfiehlt folgende schonende Verfahren:
Eintauchen in Wasser: Leitungswasser wird hierbei gegenüber Eiswasser bevorzugt. Verdunstungskälte: Die Haut mit Wasser besprühen und gleichzeitig für einen Luftstrom (z. B. Ventilator) sorgen. Gezielte Kühlung: Kühlpacks in Nacken, Leisten oder Achseln anlegen (gefrorene Packs und Eis immer in Stoff wickeln, um Erfrierungen der Haut zu vermeiden).
Kinder vor Hitze schützen: Tipps für Eltern und Betreuende
- regelmäßig kleine Mengen trinken lassen, besonders bei körperlicher Aktivität (ca. 200 ml alle 20 bis 30 Minuten).
- Getränke mit geringem Zuckeranteil (1 bis 2 %, z. B. stark verdünnte Apfelschorle) bevorzugen; Softdrinks meiden
- wasserreiche Snacks wie Gurke oder Wassermelone anbieten
- körperliche Anstrengungen während der Mittagshitze unbedingt vermeiden
- leichte, luftdurchlässige Kleidung tragen
- für regelmäßige Abkühlung sorgen (Schatten, kühle Räume, Kühlpacks, Luftfächer oder Wasserspiele)
Quelle: Ärzte Zeitung