Hitzewelle: Hilfe für Obdachlose

Ob, wie zurzeit, Hitzewelle oder Winterkälte: Tausende Menschen ohne Wohnung oder Krankenversicherung benötigen dringend Medikamente. Apotheker ohne Grenzen unterstützt aktuell acht Projekte in sieben Großstädten, um den Zugang zur pharmazeutische Fachkompetenz im Ehrenamt für vulnerable Gruppen verlässlich zu sichern.

von Kirsten Bechtold
13.08.2026

Ein Obdachloser schläft auf einer Bank in der Stadt-
© Foto: majorosl66 / stock.adobe.com
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  • Apotheker ohne Grenzen unterstützt bundesweit acht Projekte zur pharmazeutischen Versorgung vulnerabler Menschen.
  • Ehrenamtliche Fachkräfte managen die sichere Medikamentenbeschaffung in sieben deutschen Großstädten.
  • Das Projektbudget für 2026 stieg auf 90.000 Euro, um gefährliche Lücken im Gesundheitssystem zu schließen.

Die Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen (AoG) setzt sich gemeinsam mit medizinischen und sozialen Partnerorganisationen dafür ein, dass Menschen in Not regelmäßig versorgt werden. Aktuell unterstützt AoG acht Projekte in Berlin (Lichtenberg und Mitte), Bielefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Mainz, München und Münster.

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Vor Ort übernehmen ehrenamtliche Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren, darunter viele Apothekerinnen, Apotheker und PTA, eine unverzichtbare Rolle in den Ambulanzen.

Sie managen die Wirkstoff- und Arzneimittelauswahl, organisieren die fachgerechte Medikamentenbeschaffung sowie -lagerung und bieten wichtige Beratungen und Schulungen an. Für diese pharmazeutische Hilfe lag das bundesweite Projektvolumen 2025 bei etwa 75.000 Euro; im laufenden Jahr 2026 sind bereits circa 90.000 Euro budgetiert.

„Gesundheit ist ein Menschenrecht. Dass gemeinnützige Organisationen die Versorgung vieler Menschen in Deutschland auffangen müssen, zeigt, dass unser Gesundheitssystem nicht alle erreicht“, sagt Jochen Wenzel, 1. Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. „Ich wünsche mir, dass die Politik dieses Problem entschlossener angeht und zusammen mit uns tragfähige, nachhaltige Lösungen schafft.“

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Weitere Informationen zur Arbeit und zu ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten bei Apotheker ohne Grenzen in Deutschland finden Sie auf der Homepage der Hilfsorganisation.

Versorgungslücken schließen

In Deutschland haben tausende Menschen keinen ausreichenden Zugang zum regulären Gesundheitssystem. Betroffen sind vor allem Wohnungslose, Menschen ohne Krankenversicherung oder gesicherten Aufenthaltsstatus sowie Personen, die an finanziellen, sprachlichen oder bürokratischen Hürden scheitern.

Ohne diesen Zugang suchen Betroffene oft erst Hilfe, wenn Erkrankungen bereits weit fortgeschritten sind. Chronische Leiden bleiben unbehandelt, notwendige Medikamente können nicht bezahlt werden und Wunden entzünden sich. In solch prekären Lebenslagen wirken sich extreme Hitze im Sommer, Kälte im Winter, Mangelernährung und fehlende Körperhygiene unmittelbar und drastisch auf die Gesundheit aus.

„Unsere Projekte ersetzen keine strukturellen Lösungen“, stellt Wenzel klar. „Aber gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen schaffen wir dort niedrigschwellige Zugänge zur Gesundheitsversorgung, wo Menschen aktuell durch bestehende Versorgungslücken nicht erreicht werden.“

Quelle: Apotheker ohne Grenzen

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