Intervallfasten: Auf die Energiebilanz kommt's an

(kib) Zeitbeschränktes Essen bei gleichbleibender Kalorienzufuhr verschiebt zwar die innere Uhr. Doch es kommt nicht zu messbaren Verbesserungen der Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Parameter. Das zeigen die Ergebnisse der ChronoFast-Studie.

28.11.2025

Blauer Teller mit blauem Wecker in der Mitte (zeigt 8 Uhr an). Links liegt eine Gabel, rechts ein Messer.
© Foto: Moslema / stock.adobe.com
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Intervallfasten (Time-Restricted Eating, TRE) ist als einfache Ernährungsmethode zur Kontrolle des Körpergewichts und zur Verbesserung der Stoffwechselgesundheit beliebt. Doch positive Effekte in früheren Studien scheinen nur in Kombination mit einer unbeabsichtigten Kalorienreduktion entstanden zu sein. Das legen die Ergebnisse der ChronoFast-Studie nahe, die am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke und der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführt worden ist. 

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Hintergrund

Bei Nagetieren schützt ein tägliches Essenfenster von maximal zehn Stunden und eine Fastenperiode von mindestens 14 Stunden vor ernährungsbedingter Fettleibigkeit und damit verbundenen Stoffwechselstörungen.

In ähnlicher Weise haben Studien am Menschen zahlreiche positive kardiometabolische Effekte aufgezeigt, wie verbesserte Insulinsensitivität, Glukose-, Triglycerid- und Cholesterinkonzentrationen sowie eine moderate Reduktion des Körpergewichts und des Körperfetts. Demzufolge gilt Intervallfasten als vielversprechender Ansatz zur Bekämpfung von Insulinresistenz und Diabetes.

Kein Einfluss ohne Energiereduktion

Im Unterschied zu früheren Untersuchungen, zeigen die Ergebnisse der ChronoFast-Studie nun allerdings keine klinisch relevanten Veränderungen der Insulinsensitivität, des Blutzuckerspiegels, der Blutfette oder Entzündungsmarker, zumindest nach einer kurzen zweiwöchigen Intervention.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gesundheitlichen Vorteile früherer Studien vor allem durch eine unbeabsichtigte Kalorienreduktion entstanden sind, aber nicht durch die verkürzte Essenszeit selbst“, erklärt Professorin Olga Ramich, Leiterin der Abteilung Molekularer Stoffwechsel und Präzisionsernährung am DIfE und Professorin an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Kalorienreduktion eine zentrale Rolle für die gesundheitlichen Vorteile von intermittierendem Fasten spielt. „Wer abnehmen oder seinen Stoffwechsel verbessern möchte, sollte nicht nur auf die Uhr, sondern auch auf die Energiebilanz achten“, fasst Ramich zusammen.

Studiendetails

Im Rahmen der ChronoFast-Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem randomisierten Crossover-Design insgesamt 31 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas.

Über jeweils zwei Wochen nahmen die Teilnehmerinnen ihre gewohnten Mahlzeiten entweder früh, zwischen 8 und 16 Uhr (eTRE), oder spät, zwischen 13 und 21 Uhr (lTRE), ein. Die Kalorien- und Nährstoffzusammensetzung blieben dabei nahezu gleich (isokalorisch).

Bei vier Visiten wurden Blutproben gesammelt und ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt, um den Einfluss des Intervallfastens auf den Glukose- und Fettstoffwechsel sowie andere Stoffwechselmarker zu untersuchen.

Innerhalb der Ernährungsphasen wurde mithilfe der kontinuierlichen Glukosemessung der 24-stündige Glukosespiegel bei zeitgleicher Ernährungsdokumentation beobachtet und die körperliche Aktivität mittels einem Bewegungssensor kontrolliert. In isolierten Blutzellen untersuchten die Forschenden zudem die innere Uhr.

Schlafenszeiten verschieben sich

Während die Intervention keine bedeutsamen metabolischen Verbesserungen nach sich zog, zeigte die Untersuchung zur inneren Uhr in den Blutzellen, dass zeitbeschränktes Essen die zirkadiane Phase in Blutzellen und die Schlafzeiten beeinflusste.

So war die innere Uhr innerhalb der späten Interventions-Gruppe verglichen mit der frühen durchschnittlich 40 Minuten nach hinten verschoben und die Teilnehmerinnen, die zwischen 13 und 21 Uhr essen durften, gingen später zu Bett und wachten später auf.

Künftige Studien sollen nun klären, ob ein bestimmtes Timing des zeitbeschränkten Essens in Kombination mit einer reduzierten Kalorienzufuhr zusätzliche Vorteile bringt und wie individuelle Faktoren, wie der Chronotyp oder die Genetik, diese Effekte beeinflussen.

Quelle: IDW

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