Jede Fünfte ist gestresst

Arbeit, Familie und Geldsorgen: Vor allem Frauen und Berufstätige erleben im Alltag hohen Stress. Die Strategien zur Stressbewältigung unterscheiden sich dabei zwischen den Geschlechtern deutlich. Neue Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, wie wirksam verschiedene Coping-Methoden für unsere mentale Gesundheit wirklich sind.

von Kirsten Bechtold
25.06.2026

Frau vor Laptop stützt Kopf in die Hände. Drum herum Menschen, die ihr einen gelben Wecker und verschiedene Ausdrucke hinhalten (Symbolbild)
© Foto: Krakenimages.com / stock.adobe.com
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  • Rund 20 Prozent der Deutschen leiden unter starkem Stress, wobei Frauen, Berufstätige und Menschen mit geringerem Bildungsabschluss besonders betroffen sind.
  • Erfolgsfaktor Coping: Aktives Problemlösen und flexible Anpassung senken das Stressempfinden, während Verdrängung und Wunschdenken die Belastung verstärken.
  • Ein höherer Bildungsgrad schützt durch besseren Zugang zu sozialen, materiellen und psychologischen Ressourcen nachweislich vor chronischem Stress.

Nach den neuesten Daten des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ fühlen sich rund 20 Prozent der Menschen hierzulande stark gestresst – insbesondere Frauen, Personen im erwerbsfähigen Alter (18 bis 64 Jahre) und Menschen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss.

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Die Art und Weise, wie Betroffene mit Belastungen umgehen (Coping), beeinflusst das Stressempfinden massiv: Während Verdrängung und Wunschdenken nachweislich mit höherem Stress assoziiert sind, senken aktives Problemlösen und eine hohe Coping-Flexibilität – also die Fähigkeit, flexibel auf verschiedene Bewältigungsstrategien zurückzugreifen – das Belastungslevel spürbar.

Gesundheit in Deutschland

Mit der Studienreihe „Gesundheit in Deutschland“ erhebt das Robert Koch-Institut (RKI) regelmäßig aktuelle Informationen zum Gesundheitszustand der Menschen in Deutschland.

Welche Strategien zur Stressbewältigung helfen am besten?

Laut dem RKI zählen zielgerichtetes Problemlösen, Beharrlichkeit bei der Zielverfolgung sowie flexible, situationsangepasste Reaktionen zu den am häufigsten genutzten Bewältigungsstrategien.

Proaktives Handeln – wie der präventive Aufbau von Ressourcen – sowie Verdrängung und Wunschdenken werden hingegen seltener angewendet.

Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Geschlechtern: Frauen greifen der Studie zufolge häufiger auf soziale Unterstützung sowie emotionsbasierte oder vermeidende Strategien zurück. Männer hingegen setzen verstärkt auf aktive, problemfokussierte und rationale Ansätze

Das Stressempfinden ist zudem eine Frage des Alters: Es nimmt im Lebensverlauf kontinuierlich ab und steigt erst in der Gruppe der 80- bis 99-Jährigen wieder leicht an.

Bildung hilfreich gegen Stress

Eine hohe Bildung geht mit einem geringeren wahrgenommenen Stresserleben einher. Gut ausgebildete Personen nutzen laut RKI häufiger aktive Coping-Strategien wie das Problemlösen, und neigen seltener zu Verdrängung.

Allerdings sind die Ressourcen zur Stressbewältigung sozial ungleich verteilt: Ein höherer Bildungsgrad korreliert meist mit ausgeprägterer Selbstwirksamkeit, einem stärkeren Kontrollgefühl, besserer sozialer Unterstützung und stabileren materiellen Ressourcen.

Subjektive Belastung im Langzeittrend

Insgesamt ist die gefühlte Belastung in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Im Vergleich zu früheren RKI-Erhebungen berichten die Befragten heute von signifikant mehr Stress.

Dieser Trend deckt sich mit von Krankenkassen erhobenen Daten. So ermittelte die Techniker Krankenkasse in ihren regelmäßigen Befragungen, dass der Anteil der Menschen, die sich häufig oder manchmal gestresst fühlen, von 57 Prozent im Jahr 2013 auf rund 64 Prozent im Jahr 2021 angestiegen ist.

Quelle: RKI, dpa

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